Angriff auf die Tabellenspitze: Travis Parker und der SC 1960 Hanau sind von 13 Vereinen der Verbandsliga Süd als Meisterschaftskandidat Nummer eins genannt worden. Bei der Vorrundenbesprechung ging es nicht nur friedlich zu. Archivfoto: TAP

Fußball

Verbandsliga: 1960 Hanau wird zum Titelfavoriten ernannt

Fußball. Stabwechsel an der Spitze der Verbandsliga Süd. Turnusgemäß hat Michael Sobota die Klassenleitung von Thorsten Bastian übernommen. Der Darmstädter Regionalbeauftragte ist kein Unbekannter, bereits von 2011 bis 2015 leitete er die Verbandsliga Süd.

Von Gert BechertAuf der Hinrundenbesprechung am Donnerstag im Klubheim des FC Germania 09 Ober-Roden konnte er alle 17 Vereine begrüßen, da‧runter Hessenliga-Absteiger Spvgg. 03 Neu-Isenburg und die fünf Neulinge Germania Großkrotzenburg, SV der Bosnier Frankfurt, SV Unter-Flockenbach, JSK Rodgau und VfB Ginsheim II. Sobota wehte sogleich der raue Wind der zweithöchsten hessischen Liga um die Ohren. Im Vorfeld hatte es deutliche Kritik über den Spielplan gegeben. Besonders die Tatsache, dass die beiden Ober-Rodener Vereine Germania und Turnerschaft am gleichen Tag ihre Heimspiele austragen, war auf Unverständnis gestoßen. Sobota verteidigte den Terminplan mit Zwängen, die nicht zu umgehen waren: „Leider konnte ich nicht alle Terminwünsche berücksichtigen.“

Die Folge waren zahlreiche Spielverlegungen, die auch während der Sitzung noch vorgebracht wurden. Die Liga startet am Freitag, 2. August, mit der Partie Sportfreunde 04 Frankfurt gegen die Spvgg. 03 Neu-Isenburg in die neue Saison.

Der Meister steigt direkt auf

Am ersten Spieltag ist von den drei Hanauer Vereinen nur Germania Großkrotzenburg im Einsatz. Die Germania reist zum Mitaufsteiger VfB Ginsheim II. Der SC 1960 Hanau verlegte sein Auftaktspiel gegen die JSK Rodgau auf Mittwoch, 14. August, 19.30 Uhr, im Herbert-Dröse-Stadion. Spielfrei ist der FC Erlensee. Ende August steht eine „englische“ Woche auf dem Spielplan. Dann kommt es auch zum ersten Hanauer Kreisderby. Am Mittwoch, 28. August, 19.30 Uhr, empfängt Germania Großkrotzenburg den FC Erlensee im Oberwaldstadion. Letzter Spieltag im Jahr 2019 ist der 8. Dezember (2. Advent). Die Runde wird am 1. März fortgesetzt und Ende Mai 2020 beendet.

Der Meister steigt in die Hessenliga auf, der Zweite geht in die Aufstiegsrunde. Maximal gibt es fünf Absteiger, die Richtzahl ist 17. Als großer Favorit wird 1960 Hanau gehandelt. 13 Vereine nannten den letztjährigen Vierten als Meisterschaftskandidaten, Sportfreunde Frankfurt und die beiden Aufsteiger JSK Rodgau und Ginsheim II gaben kein Votum ab. Mit großem Abstand folgt Germania Ober-Roden (5) vor Neu-Isenburg (4). Die Eintrittspreise bleiben unverändert bei fünf beziehungsweise vier Euro. Ein Vorstoß der Spvgg. Neu-Isenburg, die Preise um einen Euro anzuheben, wurde mit großer Mehrheit abgeschmettert.

Mehr Sportlichkeit gefordert

In seinem Rückblick auf die vergangene Saison hatte Klaus Kremer wenig löbliche Worte gefunden. Der stellvertretende Vorsitzende des Sportgerichts der Verbandsligen, der Reiner Lach vertrat, kritisierte die hohe Zahl von Urteilen im Vergleich zur Hessenliga und den beiden anderen Verbandsligen. Während es in der Hessenliga nur 34 waren, waren es in der Verbandsliga Süd 45. Besonders die Vergehen von der Bank (Trainer, Betreuer) waren ihm ein Dorn im Auge. „Sorgen Sie dafür, dass hier mehr Ruhe einkehrt“, appellierte Kremer an die Vereinsvertreter. Richtig ins Fettnäpfchen trat er bei seinem Rundumschlag wegen Nichtantretens von Vereinen, was der zweithöchsten hessischen Amateurliga unwürdig sei. Hans-Jürgen Arnrich von Sportfreunde Frankfurt konterte, dass es sich hierbei um zwei Vereine handelte, die sich während der Saison vom Spielbetrieb zurückgezogen haben. „Die hier anwesenden Vereine betrifft es überhaupt nicht“, stellte er klar. Die Wogen glätteten sich erst, nachdem Klaus Kremer zurückruderte.

Aber auch Sven Willmann wollte nicht verhehlen, dass die Süd-Gruppe zuletzt zum Sorgenkind geworden sei.Der Regionalbeauftragte der Schiedsrichter in der Region Darmstadt forderte wie Kremer mehr Sportlichkeit ein, besonders im Verhalten gegenüber den Unparteiischen. Die Rückrundenbesprechung findet im Januar im Klubheim von Sportfreunde Frankfurt statt.

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