Kein Vorbeikommen: Aret Demir (vorne) und der SC 1960 Hanau haben sich im Kreisderby mit 5:3 gegen Germania Großkrotzenburg durchgesetzt und sind nun Tabellenführer. Die Germania hat mit absolutem Kampfgeist überzeugt. Foto: Roland Adrian

Fußball

Verbandsliga: 1960 Hanau unterstreicht Anspruch auf den Titel

Fußball. Die 230 Zuschauer sahen im Oberwaldstadion ein packendes und torreiches Derby zwischen Germania Großkrotzenburg und dem SC 1960 Hanau.

Von Gert Bechert

Nach einem bis zum Schlusspfiff des gut leitenden Unparteiischen Daniel Velten spannenden Spiels hatten die Gäste verdientermaßen die Nase mit 5:3 (2:1) vorne und übernahmen wieder die Tabellenführung in der Verbandsliga Süd.

Okan Sari ließ sich nach dem „überragenden Spiel“ seiner Mannschaft zu einer Prognose verleiten. „Wer innerhalb von zwei Wochen im Pokal den FC Hanau 93 besiegt und die beiden Liga-Derbys gegen den FC Erlensee und Germania Großkrotzenburg gewinnt, unterstreicht seinen Anspruch auf die Meisterschaft nachhaltig“, meinte der sportliche Leiter des HSC. In der Tat war es beeindruckend, mit welcher spielerischen Leichtigkeit und Raffinesse die Gäste trotz widriger Bedingungen überzeugten. Und das gegen einen Gegner, der seine ganze Kampfkraft in die Waagschale warf und trotz zweimaligem Zwei-Tore-Rückstands in Durchgang zwei nie aufgab.

Eine imposante Leidenschaft

Diese Leidenschaft imponierte auch Christos Tsifnas. „Wir können trotz der Niederlage erhobenen Hauptes vom Platz gehen, wir haben gegen Germania Ober-Roden und gegen den HSC eindrucksvoll unsere Ligareife unter Beweis gestellt“, sagte der Germania-Coach.

Die Gastgeber waren von Beginn an hellwach und überraschten die Gäste mit schwungvollen Angriffen. Schon nach zwei Minuten musste Jannis Pellowski hinter sich greifen. Eine Tatsache, die dem Gästekapitän überhaupt nicht schmeckte. „Wir sind sehr schlecht ins Spiel gekommen.“ Fast hätte er vier Zeigerumdrehungen später das Leder ein zweites Mal aus seinem Kasten holen müssen. Nach einem Ballverlust der Gäste schaltete Robin Prey (6.) blitzschnell. Sein Heber aus 35 Metern ging haarscharf am Tor vorbei. Danach beruhigte sich bei Pellowski wieder der Puls. Der HSC startete seinerseits gefährliche Angriffe und hatte durch Travis Parker (12.), dessen Schuss noch zur Ecke geblockt wurde, die erste gute Chance. Im zweiten Anlauf klappte es besser. Michael Kohnke passte flach nach innen und Jean Bosco Makengo (17.) traf zum 1:1.

Nach der starken Anfangsphase verflachte anschließend die Partie etwas. Nach einer halben Stunde bot sich Kohnke (30.) die Riesenchance zur Gästeführung, Jens Westenburger parierte jedoch zweimal glänzend. Die Gäste waren jetzt spielbestimmend und gingen nach einem tollen Konter kurz vor dem Seitenwechsel in Führung. Kohnke verlängerte an der Mittellinie per Kopf auf Ilker Bicakci, dieser leitete das Leder per Hacke auf Parker (43.) weiter, der auf und davon zog und Westenberger keine Chance ließ.

Hohes Tempo auch in Hälfte zwei

Auch in den zweiten 45 Minuten blieb das Tempo hoch. Nachdem Connor Storm (48.) an Pellowski gescheitert war, baute wenig später Kohnke (52.) die Gästeführung mit einem gefühlvollen Freistoß ins kurze Eck auf 3:1 aus. Wer geglaubt hatte, dass damit eine Vorentscheidung gefallen sei, sah sich getäuscht. Der erst 18 Jahre alte Noah Knezovic (58.) brachte mit einem überlegten Schuss ins lange Eck die Gastgeber wieder ins Spiel zurück. In der 71. Minute hätte Ugur Aslan den Deckel draufmachen können.

Nach einem genialen Pass des in der Halbzeit eingewechselten Aret Demir missglückte sein Querpass total. In der 82. Minute schien die Entscheidung gefallen. Parker bediente Demir, der überlegt zum 4:2 einschob. Doch die Germania gab sich immer noch nicht geschlagen.

Nach einem Freistoß von Knezovic verkürzte der baumlange Tobias Meub (87.) per Kopf auf 3:4. Die Antwort der Gäste folgte auf dem Fuß. Nur eine Minute später entschied Bicakci (88.) mit dem 5:3 das Derby endgültig. „Das haben die Jungs prima gemacht, dafür bekommen sie bis Freitag frei “, freute sich Savas Erinc über den Dreier. Da der HSC am nächsten Wochenende spielfrei ist, konnte der HSC-Coach so großzügig sein.

Großkrotzenburg: Westenberger – Neuendorf, Meub, Mahboob (82. Sbano) – Althaus, Becker, Prey, Blam (55. Maicher) – Knezovic, Storm (61. Erbe), Siwek HSC:Pellowski – Aslan, Gültekin, Fustero (46. Demir), Ohashi (67. Bauer) – Parker, Hofmeier, Bicakci, Aydin, Makengo – Kohnke (74. Piranashvili) – Tore: 1:0 Becker (2.), 1:1 Makengo (17.), 1:2 Parker (43.), 1:3 Kohnke (52.), 2:3 Knezovic (58.), 2:4 Demir (82.), 3:4 Meub (87.), 3:5 Bicakci (88.) –Schiedsrichter:Velten (Schöffengrund) – Zuschauer:230 – Beste Spieler:Meub, Prey, Knezovic/geschlossen

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