Da kann Philipp Wolf, Keeper des SV Altwiedermus, dem Ball nur noch hinterher schauen: Baris Özdemir trifft dabei zum 2:0 für den SC 1960 Hanau und legt dann auch noch das 3:0 nach. Foto: TAP

Fußball

Verbandsliga: 1960 Hanau hat beim 3:0-Sieg wenig Mühe

Fußball. Im Gleichschritt vorne weg. Nachdem der FC Hanau 93 mit einem 7:3 am Samstag bei der Usinger TSG vorgelegt hatte, zog der SC 1960 Hanau am Sonntag mit einem 3:0 (2:0)-Sieg gegen Eintracht Altwiedermus in der Verbandsliga Süd nach.

Von Gert Bechert

Es war allerdings ein eher glanzloser Sieg vor nur 120 Zuschauern auf dem Neben-platz des Herbert-Dröse-Stadions. „Sicher war das keine Galavorstellung. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, einzig die Chancenverwertung im zweiten Durchgang hätte besser sein müssen“, fasste Antonio Abbruzzese die 90 Minuten zusammen. Wichtig waren für den HSC-Coach letztlich nur die drei Punkte im Hinblick auf das mit Spannung erwartete Hanauer Stadtderby am 21. Oktober im Herbert-Dröse-Stadion.

Keine besonderen Höhepunkte

Vor dem Seitenwechsel entwickelte sich ein zähes Ringen, ohne besondere Höhepunkte. Altwiedermus versteckte sich in seiner eigenen Hälfte und ließ jeglichen Angriffselan vermissen. Ängstlich, ohne jegliches Selbstvertrauen präsentierten sich die Gäste wie ein potenzieller Abstiegskandidat. Einzig die Defensive zeigte lange Zeit Verbandsliga-Niveau. „Die Gäste stehen sehr tief und machen uns das Leben schwer“, meinte Hanaus sportlicher Leiter Okan Sari nach einer halben Stunde. Außer einem Abseitstor (25.) hatten die Gastgeber bis zu diesem Zeitpunkt wenig Konstruktives auf die Beine gestellt. Erst ein Traumpass von Gjorgi Trajanov auf Ugur Albayrak erwies sich als Türöffner. Albayrak (35.) traf flach ins lange Eck. Sieben Minuten später erhöhte Baris Özdemir (42.) auf 2:0. Der ballgewandte Özcan Aydin passte genau in die Schnittstelle, der Rettungsversuch von Cedric Liuzzo kam zu spät.

Ab der 46. Minute schienen die Gäste wie verwandelt. Mit der Hereinnahme von Robin Sommer kam Leben ins Angriffsspiel der Gäste. Sommer (48.) bot sich auch gleich eine gute Chance, seine Direktabnahme nach einer Rechtsflanke ging jedoch über den Kasten. Fünf Minuten später prüfte Neuzugang Enis Arikan (53.) mit einem Freistoß HSC-Keeper Jannis Pellowski. „Wäre uns hier der Anschlusstreffer gelungen, ich weiß nicht, was dann noch möglich gewesen wäre“, sinnierte Bernd Fer-nau nach Spielschluss.

Verschlafene erste Halbzeit

Gleichzeitig kritisierte der Eintracht-Macher die total verschlafene erste Halbzeit seiner Mannschaft. Nach den beiden Warnschüssen riss der HSC das Geschehen wieder an sich, das entscheidende dritte Tor wollte aber einfach nicht fallen. Semih Aydilek (54./62.) und Aleksandar Mastilovic (57./67.) waren am nächsten dran. Anschließend prüften Nikola Andrejic (71.) und Sommer (71.) auf der Gegenseite Pellowski. Wenig später war für Spielgestalter Andrejic Schluss (80.). Wegen Me-ckerns sah er Gelb und Sekunden später Gelb-Rot, weil er den Mund nicht halten konnte. In Unterzahl kassierten die Gäste in der Schlussminute noch das dritte Tor durch Özdemir (90.). Der anwesende neue Eintracht-Trainer Sven Reuter konnte sich ein erstes Bild von seiner neuen Mannschaft machen (siehe Meldung auf dieser Seite).

1960 Hanau: Pellowski – Müller, Braus, Trajanov, Boateng (72. Bleibdrey) – Demir (46. Itoi), Aydin, Mastilovic, Albayrak (77. Okutan) – Aydilek, Özdemir – Altwiedermus: Philipp Wolf – Skok (60. Johannes Wolf), Liuzzo, Köhler, Ölmez (74. Juling) – Laumer, Schwalm, Andrejic, Scheffler (46. Sommer) – Ennin, Arikan – Tore: 1:0 Albayrak (35.), 2:0, 3:0 Özdemir (42./90.) – Schiedsrichter: Panzer (Butzbach) – Zuschauer: 120 – Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für Andrejic (80.) – Beste Spieler: Aydin, Mastilovic/Schwalm, Andrejic, Ennin

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