Olaf und Kevin Christiansen von Victoria Heldenbergen am Zapfhahn und mit Torwarthandschuhen und Fußball
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Im Doppelpack nach Heldenbergen: Olaf Christiansen hat das Vereinsheim der Victoria als Wirt übernommen und bringt Sohn Kevin als neuen Torwart gleich mit.

Kreisoberliga

Vater am Zapfhahn, Sohn im Tor: Victoria Heldenbergen verpflichtet Olaf und Kevin Christiansen

  • vonDavid Lindenfeld
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Victoria Heldenbergen hat ein ganz besonderes Duo verpflichtet: Mit Olaf und Kevin Christiansen wechseln Vater und Sohn zum Kreisoberliga-Aufsteiger. Doch nur einer der beiden wird auch auf dem Platz stehen.

Nidderau – Dass ein Verein zeitgleich Vater und Sohn verpflichtet, ist eher die Ausnahme – aber nicht unmöglich, wie die Geschichte von Familie Christiansen und Victoria Heldenbergen zeigt: Torhüter Kevin Christiansen ist der einzige Neuzugang in dieser Sommerpause und wechselt von den Sportfreunden Oberau aus der Gruppenliga Frankfurt Ost zum Kreisoberliga-Aufsteiger

. Der Hauptgrund ist, dass auch sein Vater den Klub verstärken wird – nicht auf dem Platz, sondern hinter der Theke als neuer Wirt des Vereinsheims.

Idee zum Doppeltransfer kam bei einem Junggesellenabschied

„Die Idee kam bei einem Junggesellenabschied im vergangenen August, dass ich doch auch nach Heldenbergen kommen könnte, wenn mein Vater die Vereinsgaststätte übernimmt“, berichtet Kevin Christiansen, der die Victoria-Spieler Alexander Deutschmann und Kim Leichner schon aus seiner Zeit in Oberau kennt. Der Einfall kam dem Trio gemeinsam, war zunächst eher Spaß, wurde dann aber Ernst.

Nach drei Jahren bei den Sportfreunden sei es ohnehin an der Zeit gewesen, mal wieder etwas Neues zu machen, verrät Kevin Christiansen: „Das war mein Ansporn. Dass mein Vater dann die Kneipe dort übernommen hat, ist einfach Zufall gewesen.“

Ligazugehörigkeit spielt bei Wechsel zu Victoria Heldenbergen keine Rolle

Der Wechsel aus der Gruppenliga zum Kreisoberliga-Aufsteiger war deshalb auch nicht an die Ligazugehörigkeit und damit einen Aufstieg der Heldenbergener geknüpft. „Die Kreisoberliga ist noch mal ein schöner Pluspunkt. Ich wäre aber auch in die A-Liga gewechselt“, sagt Kevin Christiansen.

Eine Grundvoraussetzung war für ihn, dass es mit Heinz-Peter Kester einen Torwarttrainer gibt. „Das gehört für mich einfach dazu, wenn man den Anspruch hat, auf einem gewissen Niveau spielen zu wollen.“ In den Gesprächen fanden beide Seiten auch deshalb schnell zueinander.

Neuzugang schwärmt von Victoria Heldenbergen

Von Alexander Deutschmann und Kim Leichner hatte Kevin Christiansen ohnehin schon viel Positives gehört, das sich nun in den ersten Trainingseinheiten, die seit Ende Juni wieder einmal pro Woche stattfinden, bestätigt hat: „Ich wurde gut aufgenommen. Das ist eine extrem coole, junge Truppe“, sagt der 28-Jährige.

Schwergefallen ist ihm der Wechsel nicht, obwohl es für ihn eine Liga runter geht, sagt Kevin Christiansen: „Nur persönlich natürlich. Ich habe aber wegen Corona in den vergangenen Monaten niemanden mehr gesehen. Das hat den Abschied vielleicht etwas einfacher gemacht.“

Victoria Heldenbergen: Neuzugang mit reichlich Gruppenliga-Erfahrung

Mit Kevin Christiansen bekommt der Aufsteiger aus Heldenbergen somit einen erfahrenen Keeper, der vor seiner Zeit in Oberau auch mit dem SKV Beienheim in der Gruppenliga spielte.

In Heldenbergen will Kevin Christiansen als Führungspersönlichkeit auftreten und die Abwehr dirigieren. Seine Stärken liegen vor allem im Eins-gegen-Eins, sagt der Torwart: „Und ich versuche immer mitzuspielen.“

Die Kreisoberliga Hanau hat er in den vergangenen Jahren nicht wirklich verfolgt. „Es gab mal ein paar Testspiele, mehr aber auch nicht. Ich schätze die KOL vom Niveau und der Gesamtstärke der Liga her aber trotzdem über dem Büdinger Bereich ein“, sagt Kevin Christiansen.

Nezuzgang hält sich mit Saisonprognose zurück

Als Neuzugang, der noch keine Spiele mit der Victoria absolviert hat, sei es schwer eine Prognose bezüglich der eigenen Stärke und der Konkurrenzfähigkeit nach dem Aufstieg abzugeben. „Aber ich glaube, dass wir eine gute Rolle spielen können, wenn wir alle fit bleiben. Ich hatte im Training bisher ein sehr gutes Gefühl.“

Sein persönlicher Ansporn ist es, „jedes Spiel zu gewinnen. Das wird als Aufsteiger aber natürlich schwer“, meint Kevin Christiansen lachend, der sich gemeinsam mit seinem Vater viel vorgenommen hat: einer auf dem Platz, der andere hinter der Theke.

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