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Urgestein mit Vorbildcharakter: Ahmed Raafat war schon in der Kreisoberliga für Hanau 93 aktiv

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„Hanau 93 ist mein Verein“, sagt Ahmed Raafat. Der 36-Jährige hat sich nach einer schweren Zeit zurückgekämpft und geht bei den Hanauern auch in der Kabine voran.
„Hanau 93 ist mein Verein“, sagt Ahmed Raafat. Der 36-Jährige hat sich nach einer schweren Zeit zurückgekämpft und geht bei den Hanauern auch in der Kabine voran. © IMAGO

Beim Fußball-Hessenligisten FC Hanau 93 sind in der jüngsten erfolgreichen Ära mit drei Aufstiegen etliche Spieler gekommen und gegangen. Einer ist immer geblieben. HFC-Urgestein Ahmed Raafat hat das Klettern des ältesten Fußballvereins Hessens von der Kreisoberliga bis hinauf in die höchste hessische Spielklasse begleitet. Auch mit nunmehr 36 Lenzen stand er zuletzt häufig im Aufgebot des Hessenligisten und zählt fest zur Trainingsgruppe des A-Teams.

Hanau – Dass er im fortgeschrittenen Alter noch auf diesem Niveau mit den zum Teil halb so alten Fußballern mithalten kann, erstaunt umso mehr, da vor gut einem Jahr die Laufbahn Raafats auf dramatische Weise vorzeitig beendet schien. Ein zu spät diagnostizierter Blinddarmdurchbruch erforderte eine Notoperation, Ahmed Raafat lag vier Wochen im Krankenhaus. Alles um das runde Leder war plötzlich total unwichtig geworden. „Die Ärzte haben um mich gebangt, schlussendlich habe ich Glück gehabt“, blickt der Fußballer auf eine für ihn persönlich sehr schwere Zeit zurück. Sein Kampfgewicht schrumpfte aufgrund der gesundheitlichen Probleme zwischenzeitlich von 80 auf 68 Kilogramm.

Ahmed Raafat hat sich mit großem Trainingseifer zurückgekämpft und ist nun wieder als verlässliche Größe gefragt. Raafat ist weiterhin ehrgeizig, stellt aber keine Ansprüche. „Ich spiele da, wo ich gebraucht werde“, sagt der in Hanau geborene Fußballer mit ägyptischen Wurzeln. Für den für seine feine Technik und starke Dribblings bekannten Mittelfeldspieler eine Selbstverständlichkeit. Raafat ist Fußballer durch und durch, dazu noch sehr vereinsverbunden. Wenn er als Führungskraft des B-Teams gefragt ist, zieht er das 93-Trikot ebenso gerne an wie als Ergänzungsspieler beziehungsweise Aushilfe im Hessenliga-Kader. „Hanau 93 ist mein Verein und ich spiele nach wie vor gerne Fußball. Da spielt es keine Rolle, ob Hessenliga oder Kreisoberliga“, sagt der beruflich als Immobilienberater tätige Hanauer.

Zeit mit Ex-Bundesligaprofis Skela, Cimen und Fink war eine besondere

An der Kastanienallee hat er einst als Kind das Fußballspielen erlernt. Als B-Jugendlicher kickte Ahmed Raafat zwischenzeitlich in der ambitionierten B-Jugend des VfR Kesselstadt, im Seniorenbereich war er jeweils kurzzeitig für den FC Hochstadt und den SV Somborn am Ball. „Die meiste Zeit meines Fußballerlebens habe ich natürlich bei den 93ern verbracht und dort auch viele Freundschaften geschlossen“, sagt Raafat. Die Zeit, in der er an der Seite von ehemaligen Bundesligaprofis wie Ervin Skela, Daniyel Cimen oder Michael Fink mit den 93er ambitionierte Ziele verfolgen durfte, will Ahmed Raafat nicht missen.

Das nahende Karriereende („Ich bin nicht mehr der Schnellste und hin und wieder überholt mich auf dem Platz mal jemand.“) nimmt er gelassen. Raafat wird sicherlich den 93ern verbunden bleiben und könnte sich gut vorstellen, künftig eine Aufgabe innerhalb des Vereins zu übernehmen. Der Routinier gilt als guter Kommunikator und könnte mit seiner über die Jahre gesammelten Expertise dem HFC in der Sportlichen Führung womöglich eine Hilfe sein. Gut in der heimischen Fußballszene vernetzte Leute kann der FC Hanau 93 immer gebrauchen, gerade jetzt, wo ein neuerlicher Abschied des langjährigen „Machers“ Giovanni Fallacara ansteht. Aktuell ist das Zukunftsmusik, denn Ahmed Raafat bereitet sich in diesen Tagen als Teamältester mit seinen Mitspielern auf die Hessenliga-Restrunde vor. „Die Jungs spornen mich an“, schmunzelt der 36-Jährige.

Junge Spieler hören auf Raafats Worte und Rat

Vor der Saison hat der HFC seinen Kader verjüngt. Raafat gefällt das Konzept, er ist gerne Bestandteil des derzeitigen sportlichen Konstrukts. „Für die Kabine ist Ahmed ein ganz wichtiger Mann. Er ist jemand, auf den die jüngeren Spieler absolut hören“, hebt HFC-Trainer Kreso Ljubicic die Vorbildfunktion und die natürliche Autorität des Vereins-Urgesteins hervor. Raafat sei innerhalb der Mannschaft sehr beliebt, bestätigt der Hanauer Cheftrainer.

Und auch Ahmed Raafat arbeitet gerne mit Ljubicic zusammen, sieht das derzeitige gute Abschneiden des HFC als Hessenliga-Sechster eng mit dem Namen des Ex-Profis verknüpft. „Kreso passt hervorragend zum Verein, er macht einen tollen Job. Es macht einfach in dieser Konstellation großen Spaß“, betont Ahmed Raafat. Da verwundert es nicht, dass er augenblicklich noch offen lässt, wann er die Fußballschuhe endgültig an den berühmten Nagel hängen wird. Eines steht für Ahmed Raafat jedoch felsenfest: „Den Verein werde ich sicherlich nicht mehr wechseln.“ (Von Frank Schneider)

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