Zu Fall gebracht wurde der FC Hanau 93 vom Hünfelder SV.
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Zu Fall gebracht wurde der FC Hanau 93 vom Hünfelder SV.

HESSENLIGA

Umstrittener Elfer beendet Serie des FC Hanau 93

Nach fünf ungeschlagenen Spielen hat es den FC Hanau 93 in der Fußball-Hessenliga Gruppe A wieder einmal erwischt. Die 1:2-Auswärtsniederlage beim Hünfelder SV war in mehrerer Hinsicht bitter. Zum einen passierte sie ausgerechnet gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um Platz fünf, dazu war sie vom Spielverlauf aus Hanauer Sicht absolut vermeidbar.

Hünfeld – Die Gastgeber, die in einem intensiven Match gut verteidigten, hatten dagegen ein wenig das Spielglück auf ihrer Seite, denn das entscheidende 2:1 resultierte aus einem umstrittenen Foulelfmeter. Mitja Hofacker, der nach zuletzt guten Leistungen den Vorzug vor Armend Brao erhalten hatte, brachte bei einer der wenigen gefährlichen HSV-Offensivaktionen Christoph Sternstein zu Fall. „Für mich spielt Mitja in der Szene klar den Ball“, meinte Alexander Konjevic. Mit dieser Meinung stand der Co-Trainer des HFC, der den gesperrten Kreso Ljubicic als Chef auf der Bank vertrat, keineswegs alleine da. Der Schiedsrichter sah es anders und der Hünfelder Torjäger Andre Vogt - diesmal nicht in vorderster Front, sondern im defensiven Mittelfeld aufgeboten - verwandelte sicher.

Über die gesamte Spielzeit waren die Hanauer das spielbestimmende Team. Die Gäste hatten mehr Ballbesitz, doch es fehlten die zündenden Ideen und somit auch die Durchschlagskraft im Angriff. Die erste Hälfte verlief sehr chancenarm. Die beste Möglichkeit des HFC vergab Kristijan Bejic, der nach einem guten Pass von Niklas Biehrer in der 23. Minute aus kurzer Distanz am gut per Fußabwehr reagierenden Hünfelder Torwart Benedikt Kaiser scheiterte. Die Hanauer schienen ihre Sache im Griff zu haben, als aus heiterem Himmel in der 29. Minute das 1:0 fiel. Alexander Reith und Maximilian Fröhlich wurden nicht entscheidend gestört, so dass Max Vogler freistehend zur Führung der Hünfelder einschieben konnte.

Mit Beginn der zweiten Hälfte stellte Konjevic um. Die Hereinnahme von Semih Sentürk machte sich bezahlt, denn der nach einer längeren Verletzungspause wiedergenesene Innenverteidiger markierte in der 55. Minute im Anschluss an einen Eckball mit einem abgefälschten Schuss aus dem Hinterhalt den verdienten Ausgleich. Die Intensität im Spiel nahm weiter zu, hinzu kamen einige Nickligkeiten, doch der souverän leitende Schiedsrichter Mirko Radl ließ die Gemüter nicht zu sehr hochkochen. Was nichts daran änderte, dass sein schon beschriebener Elfmeterpfiff in der 74. Minute umstritten war.

Francesco Calabrese verpasst haarscharf das 2:2

Nach dem 2:1 versuchten die Hanauer alles, dem Spiel noch eine Wende zu geben, oder zumindest zum wichtigen Ausgleich zu kommen. Für den Hünfelder SV begann eine Abwehrschlacht. Die Gäste starteten viele Angriffe, bekamen etliche Ecken zugesprochen, doch Großchancen ließen die Gastgeber kaum zu. Glück hatte der HSV jedoch in der 80. Minute. Nach einem abgefälschten Freistoß von Denis Topcu landete der Ball vor den Füßen von Francesco Calabrese, der mit einem strammen Flachschuss nur haarscharf das 2:2 verpasste. Hier wäre der ansonsten sehr starke Hünfelder Torwart Kaiser machtlos gewesen. Kurz darauf stand er bei einem Kopfball von Dominik Wüst goldrichtig und der Mittelstürmer der 93er konnte den Schlussmann auch mit einem Drehschuss nicht bezwingen (85.). Die letzte Ausgleichsmöglichkeit in der Nachspielzeit vergab der eingewechselte Kubilay Cetin, als er nach einem Fallrückzieher von Niklas Biehrer aus guter Position nicht genug Druck hinter seinen Kopfball bekam.

Biehrer war nach der Partie enttäuscht: „Wir haben das Spiel beherrscht, haben es aber nicht geschafft, uns vorne entscheidend durchzusetzen“, sagte der Neuzugang, der erneut als alleiniger Sechser eine gute Partie ablieferte. „Wir haben uns viel vorgenommen und uns nach dem Rückstand gut zurückgekämpft. Ob der Elfmeter berechtigt war, darüber kann man sich streiten. Der Schiedsrichter hat so entschieden, also heißt es jetzt für uns Mundabputzen und das nächste Spiel gegen Flieden gewinnen“, resümierte ein enttäuschter Alexander Konjevic.

Hünfelds Coach Johannes Helmke war dagegen stolz auf sein Team, das einen, wie er fand, „starken Gegner mit aufopferungsvollem Kampf“ in die Knie gezwungen hatte. „Unser Matchplan, mit einer defensiven Taktik auf Umschaltmomente zu setzen, ist aufgegangen, doch wir hatten auch das Spielglück auf unserer Seite“, so Helmke. Mit nunmehr 17 Punkten festigten die Osthessen den vierten Tabellenplatz. Die Qualifikation zur Aufstiegsrunde winkt, obgleich der Spielplan des HSV noch einige dicke Brocken bereithält.

Für den FC Hanau 93 bedeutete die Niederlage im Kampf um Platz fünf zwar einen Rückschlag, doch nach wie vor hat die Truppe von Spielertrainer Kreso Ljubicic noch alle Möglichkeiten, das vor der Saison ausgegebene Minimalziel noch zu erreichen. (Von Frank Schneider)

Hünfeld: Kaiser - Schilling, Fuß, Witzel, Zöll - Alles, Vogt - Wenzel (9. Sternstein), Reith (68. Krieger), Fröhlich - Vogler (79. Faulstich)

Hanau: Hofacker - Calabrese, Ünal (63. Cetin), Sejdovic, Kovjenic - Biehrer - Bejic (46. Sentürk), Topcu, Abdel-Ghani, Kara (85. Gogol) - Wüst

Tore: 1:0 Vogler (29.), 1:1 Sentürk (55.), 2:1 Vogt (74./FE) - Schiedsrichter: Radl (Biebesheim) - Zuschauer: 280 - Beste Spieler: Zöll, Vogler, Kaiser / Biehrer, Sentürk

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