Daumen hoch für den VfR Kesselstadt: Robert Sattler ist ein Urgestein des Hanauer Stadtteilklubs, für den er in Krisensituationen gerne einspringt.
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Daumen hoch für den VfR Kesselstadt: Robert Sattler ist ein Urgestein des Hanauer Stadtteilklubs, für den er in Krisensituationen gerne einspringt.

Robert Sattler seit Jahrzehnten das Gesicht des Vereins

Über 50 Jahre Einsatz für den VfR Kesselstadt

  • vonGert Bechert
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Robert Sattler ist das Gesicht des VfR Kesselstadt. Der Anfang des Jahres 70 Jahre alt gewordene Vorsitzende des Vereins an der Pumpstation prägt seit Jahrzehnten das Bild der Rot-Weißen. Seit 2017 steht er wieder an der Spitze des 1925 gegründeten Hanauer Vorstadtvereins, kommissarisch, wie er schmunzelnd anmerkt. „Was blieb mir anders übrig als Thorsten Wolter nachzufolgen, der sich in den fünf Jahren zuvor für den Verein als Alleinunterhalter aufgerieben hatte.

Hanau – Wenn die Existenz des Vereins auf dem Spiel steht, springt man eben ein.“ Aus den geplanten zwei Jahren sind mittlerweile vier geworden.

Schon von 2004 bis 2008 hatte Sattler den Vorsitz inne. Am Sessel des Vorsitzenden klebt der Vater einer Tochter, wie er glaubhaft versichert, nicht. „Ich weiß nicht, was in den kommenden Jahren passiert. Eines kann ich aber mit Bestimmtheit sagen. Ich habe meine Mitarbeit zur Vorbereitung des 100-jährigen Jubiläums in vier Jahren zugesagt, egal in welcher Vorstandsfunktion.“

So wie man es von ihm schon seit mehr als 50 Jahren kennt. Alles begann 1963 in der C-Jugend. Der VfR baute damals wieder eine eigene Jugendabteilung auf, die C-Jugend war das einzige Team. Robert Sattler überzeugte seinen Vater Andreas mitzuarbeiten. Als Ende der 60er Jahre die Position des Jugendleiters vakant war, übernahm der Senior das Amt, das er viele Jahre bekleidete. Zu diesem Zeitpunkt hatte Robert Sattler bereits den Sprung in die erste Mannschaft geschafft. Von 1968 bis 1988 absolvierte er 750 Spiele für den VfR, darunter zuletzt auch etliche Spiele bei den Alten Herren.

Mit der Wahl zum zweiten Vorsitzenden Anfang der 80er Jahre schlug die Stunde des Funktionärs Sattler. „Bis auf das Amt des Schatzmeisters habe ich alle Posten im Vorstand innegehabt“, blickt er zurück. 1994 rückte er in den sportlichen Mittelpunkt. Nach dem Einstieg von Klaus Kutger als Sponsor übernahm er bis 2004 die Leitung des Spielausschusses. „Das war das erfolgreichste Jahrzehnt des Vereins. Wir stiegen dreimal in Folge bis zur damaligen Landesliga Süd auf, wo wir auf Anhieb Vierter wurden“, bekommt er im Rückblick glänzende Augen. Das Ende kam abrupt. Kutger zog sich nach vier Jahren zurück, woraufhin der Vorstand die Mannschaft aus der Landesliga abmeldete und eine Klasse tiefer in der damaligen Bezirksoberliga weitermachte.

Der Höhenflug der ersten Mannschaft basierte auf einer hervorragenden Jugendarbeit, die ihren Anfang schon 1980 nahm. „Wir waren 25 Jahre lang das Aushängeschild des Fußballkreises Hanau im Jugendbereich“, betont Sattler. 1988 zählte der Verein 506 Mitglieder, davon allein 355 Jugendliche in 16 Jugendmannschaften, berichtet er. Bekannte Spieler wie Torwart Patrick Klandt, die Brüder Damir und Mario Vrancic und der frühere U17-Nationalspieler Murat Bildirici durchliefen die Jugendabteilung des VfR. Davon können die heutigen Verantwortlichen nur träumen. „Derzeit haben wir keine A- und B-Jugend“, bedauert Sattler, der hofft, im Sommer wieder ein B-Juniorenteam melden zu können.

Noch unter Wolter gab es 2014 eine richtungweisende Weichenstellung. Mit dem bosnischen Kulturverein wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen, wodurch deren Kicker am Spielbetrieb teilnehmen konnten, zunächst als zweite Mannschaft in der B-Liga. Als der VfR 2016 aus der Gruppenliga abstieg schlug die Stunde der Ballkünstler vom Balkan. Die Bosnier bildeten in der Kreisoberliga das A-Team, die noch verbliebenen vornehmlich Nachwuchskicker meldeten die Verantwortlichen als zweite Mannschaft in der A-Liga an. Die Kooperation mit dem bosnischen Kulturverein lief danach aus. „Die Spieler, die anfangs noch fremdelten, sind mittlerweile voll integriert. Auch hat sich das Bild der Mannschaft gewandelt, ihr gehören etliche Nationalitäten an. Entscheidend für mich ist der sportliche Erfolg“, betont Sattler. Und der scheint in dieser Saison nach der Verpflichtung einiger hochkarätiger Spieler vorprogrammiert zu sein. „Die Meisterschaft ist unser erklärtes Ziel. Wir wollen nach fünf Jahren wieder zurück in die Gruppenliga“, stellt Sattler klar.

Die Weiterverpflichtung von Trainer Edin Selimovic (wir berichteten) setzt ein Zeichen, jetzt muss nur noch das Coronavirus mitspielen. Bis 2022 ist auch Robert Sattler noch gewählt. Gemeinsam mit dem mittlerweile als Sportlichen Leiter fungierenden Thorsten Wolter will das Gesicht des Vereins noch einiges bewegen.

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