Eine ganz neue Erfahrung haben die Jugendfußballer von Kewa Wachenbuchen beim U12-Hallenmasters gesammelt. Die Gegner für das Team um Laurence (Mitte) hießen Bayer Leverkusen, 1. FC Köln, TSG Hoffenheim und 1. FC Nürnberg. Archivfoto: Scheiber/Göbel

Fußball

U12-Hallenmasters: Kewa Wachenbuchen hängt sich rein

Fußball. Beim U12-Hallenmasters von Germania Großkrotzenburg tummelten sich am Wochenende einige der talentiertesten Nachwuchskicker ganz Deutschlands in der Hanauer August-Schärttner-Halle, darunter gleich zwölf Bundesliga-Teams.

Von Robert Giese

Mittendrin war auch eine Nachwuchs-Mannschaft von Kewa Wachenbuchen, die gegen jede Menge namhafter Gegner spielte und dabei zwar reichlich Lehrgeld bezahlen musste, bei diesem außergewöhnlichen Erlebnis aber dennoch jede Menge Spaß hatte.

Normalerweise spielen die Wachenbuchener Nachwuchskicker in der Kreisklasse, doch am Samstag hießen die Kontrahenten plötzlich Bayer Leverkusen, 1. FC Köln, TSG Hoffenheim und 1. FC Nürnberg. Dass die Nachwuchsteams dieser großen Vereine ein anderes Kaliber sind als das, was die Wachenbuchener Fußballtalente gewohnt sind, machte sich auf dem Spielfeld schnell bemerkbar – da setzte es im ersten Spiel gegen Leverkusen eine klare 0:14-Pleite, bei der die Leverkusener sowohl mit den Beinen als auch mit dem Kopf schneller waren als die jungen Kewa-Kicker.

Kritik an der Einstellung zu Beginn des Turniers

Mit klaren Niederlagen hatte das Trainerteam auf Grund des Klassenunterschiedes im Vorfeld zwar gerechnet, die Einstellung ihrer Mannschaft beim Turnierauftakt stieß den beiden Trainern aber dennoch sauer auf. „Es ist klar, dass sie uns überlegen sind“, hieß es daher in der Kabinenansprache nach der Partie, „aber wir können mehr!“ Insbesondere beim Abwehrverhalten habe es gegen den Nachwuchs des Bundesligisten nicht gestimmt: „Wir dürfen nicht nur Spalier stehen, sondern müssen auch in die Zweikämpfe gehen“, forderten die Trainer.

Und bei allem Frust über die hohe Niederlage kam die Botschaft der beiden Coaches bei den jungen Wachenbuchener Kickern an. „Wir müssen besser spielen, jeder muss einen Mann haben“, hieß es von Seiten der Spieler, die in den restlichen drei Partien noch viel erreichen wollten – ein Tor schießen zum Beispiel, nicht zweistellig zu verlieren oder dass die Pässe künftig besser ankommen. Mit einem gemeinsamen „Kopf hoch, wir wollen hier Spaß haben!“ stimmten sich Spieler und Trainer schließlich auf die zweite Partie ein.

Stabilere Abwehr gegen Hoffenheim

Für einige Spieler in der Wachenbuchener Mannschaft, die zehn bis zwölf Jahre alt sind, ist es nicht der erste Vergleich mit den besten Nachwuchsfußballern Deutschlands, denn schon im Vorjahr war Kewa beim U12-Hallenmasters mit von der Partie. „Ein Tor haben wir dabei nicht geschossen“, erinnerten sich die jungen Fußballer, „aber wir haben auch nicht zweistellig verloren.“ Um Ergebnisse geht es angesichts der Überlegenheit der großen Vereine – in ihren Gruppen waren alle Lokalmatadoren ohne Punktgewinn – ohnehin nicht: „Das hier ist aber auch eine Plattform, auf der ihr euch zeigen könnt“, so der Appell der Trainer an die Spieler.

Und die machen es schon im zweiten Spiel gegen die TSG Hoffenheim, die im weiteren Turnierverlauf die Finalrunde der acht besten Mannschaften erreichen sollte, deutlich besser: Die Kewa-Abwehr stand nun stabiler, aus dem Dauerdruck des Bundesliga-Nachwuchses konnten sich die Wachenbuchener zumindest hier und da be‧freien und sogar einige schöne Passstafeten zeigen, die von den Eltern auf der Tribüne mit viel Applaus bedacht wurden.

Rückkehr zur Routine

Als die Partie abgepfiffen wurde, hatten die Wachenbuchener Fußballer damit zumindest teilweise ihre Ziele erreicht, denn mit 0:8 hielt sich die Niederlage gegen den haushohen Favoriten noch in Grenzen. Auch in den beiden letzten Gruppenspielen hatten die Wachenbuchener zwar deutlich das Nachsehen, und auch der heiß ersehnte eigene Treffer wollte den jungen Kewa-Kickern nicht gelingen, die Nachwuchsfußballer hatten trotzdem jede Menge Spaß – und die tolle Erfahrung, gegen derart namhafte Vereine gespielt zu haben.

Künftig wird für die Wachenbuchener wieder der Alltag einkehren und sie werden in der Kreisklasse gegen Clubs aus Nidderau, Hochstadt und Großauheim spielen. Den Bundesligisten, gegen deren Nachwuchsteams sie am vergangenen Wochenende noch selbst auf dem Platz standen, werden sie dann vor dem Fernseher oder im Stadion die Daumen drücken – mehrheitlich übrigens der Frankfurter Eintracht, wie die jungen Fußballer noch in der Kabine verrieten.

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