Kreispokalsieger 2017: Die Jungs vom FC Türk Gücü Hanau. Foto: TAP

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Türk Gücü Hanau ist erstmals Kreispokalsieger

Fußball. Der FC Türk Gücü Hanau hat zum ersten Mal den Hanauer Kreispokal gewonnen. Der Gruppenligist setzte sich im Herbert-Dröse-Stadion mit 4:1 gegen den Kreisoberliga-Vizemeister Germania Niederrodenbach durch. Drei der vier Hanauer Treffer fielen in den letzten zehn Minuten.

Von Gert Bechert

Der FC Türk Hanau krönte seine bislang erfolgreichste Saison mit einem 4:1 (1:0)-Sieg im Hanauer Kreispokalfinale gegen Germania Niederrodenbach. Den zahlreichen Anhängern unter 840 zahlenden Besuchern im Herbert-Dröse-Stadion war es letztlich egal, dass sich der Favorit lange Zeit sehr schwer gegen eine zusammengewürfelte Rodenbacher Mannschaft tat, die erst in den Schlussminuten überrollt wurde. Bis zur 82. Minute stand es 1:1, viele rechneten bereits mit einer Verlängerung.

Niederrodenbacher Aufstellung überraschtJochen Breideband, der mit seiner Mannschaft noch in der Aufstiegsrunde um den Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt Ost involviert ist, setzte seine Ankündigung in die Tat um. Von der Anfangself am Samstag gegen den FC Langen (1:2) war mit Onur Bulut nur ein Spieler dabei. Ansonsten setzte der Spielertrainer auf altgediente Recken wie Benjamin Goedecke, Holger Terhoeven und Dominik Wenisch sowie einige B-Team-Spieler. Zudem ließ er im Vorfeld seine Kontakte spielen.

Altersdurchschnitt von 31,3 JahrenMit dem Ex-Großkrotzenburger Nils Noe, der kommende Saison Kickers Obertshausen trainiert, und dem bereits 47 Jahre alten Michael Schmitt überredete er zwei Kämpen, sich einmalig zur Verfügung zu stellen. Daraus ergab sich ein Team, das mit Breideband (42) und Schmitt zwei Übervierzigjährige in seinen Reihen hatte. Goedecke, Wenisch (beide 37), Terhoeven und Noe (beide 33) haben schon die Dreißig überschnitten, was einen Altersdurchschnitt von 31,3 Jahren ergab. Umso höher war die Leistung dieser Oldie-Truppe zu bewerten. „Kompliment an das Team, die Spieler haben alles gegeben, was im Tank war“, lobte Breideband, wobei er besonders vor den „Alten“ den Hut zog.

Moscellis frühe FührungDass die Spargel-Germanen dem Gruppenligisten bis in die Schlussminuten Paroli boten, hatten die wenigsten erwartet. Zumal nach der frühen Führung durch Michele Moscelli (12.) alles nach einer klaren Sache hindeutete. Okan Tastan tankte sich links durch, seine Flanke verwertete der Türk Gücü-Torjäger mit freundlicher Unterstützung von Germania-Keeper Ken Eichholzer zur Führung. „Danach sind wir irgendwie eingeschlafen und haben uns dem Spiel des Gegners angepasst“, kritisierte Türk Gücü-Spielertrainer Blerim Petrovci den weiteren Verlauf der ersten Halbzeit. Zwar besaßen Tastan (20.), Bujar Kciku (27.) und Moscelli (45.) mit einem spektakulären Seitfallzieher noch weitere Chancen, zwingend waren sie aber nicht. Auf der Gegenseite besaß Bulut (33.) die einzige Germania-Gelegenheit, sein 20-Meter-Schuss wurde aber noch zur Ecke geblockt.

Petrovci dreht nach Einwechslung aufNachdem Tim Müller (51./53.) und Kciku (60.) es nach Wiederbeginn versäumt hatten, für klare Verhältnisse zu sorgen, glich Niederrodenbach überraschend durch Breideband (62.) aus. Vorausgegangen war allerdings ein dicker Patzer von Türk-Gücü-Keeper Muhammad Tok, der einen Ball unterlief. Petrovci reagierte unmittelbar. Er wechselte sich für Kciku ein und sorgte für die Wende.Doch zunächst musste der Gruppenligist noch eine Schrecksekunde überstehen. Schmitt (70.) erlief sich eine zu kurze Rückgabe von Ervis Shima, wurde aber noch abgefangen. „Leider hatte ich das Leder auf dem falschen rechten Fuß. Mit links hätte ich sofort abgeschlossen“, ärgerte sich der Oldie über die verpasste Chance. Mit einem von Petrovci initiierten Konter wurde das Rodenbacher-Aus eingeleitet. Er schickte Halil Korkmaz auf die Reise, der Terhoeven abschüttelte und quer auf den mitgelaufenen Moscelli (82.) passte. Der Rest war für den Torjäger Formsache. Die Spargel-Germanen mussten die Abwehr lockern und kassierten noch zwei weitere Treffer durch Müller (89.) und einen von Petrovci (90.+2) versenkten Freistoß. Petrovci zollte dem Gegner großes Lob: „Das war das erwartet schwere Spiel, Respekt vor der Germania.“

Niederrodenbach: Eichholzer – Terhoeven, Kosalla (54. Gesch), Kröhl, Breideband, Noe, Scharlau, Goedecke, Schmitt, Bulut (46. Klimas), Wenisch (74. Becker)Türk Gücü: Tok – Shima, Sungun (71. Dallal), Korkmaz, Tastan, Müller, Türkyilmaz (84. Traband), Cimen, Kurt, Kciku (63. Petrovci), MoscelliTore: 0:1 Moscelli (12.), 1:1 Breideband (62.), 1:2 Moscelli (82.), 1:3 Müller (89.), 1:4 Petrovci (90.+2) – Schiedsrichter: Noll (Büdingen) – Zuschauer: 900 – Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung/Tastan, Müller, Moscelli

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