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Nicht nur die sportlichen, auch die persönlichen Ziele von Neubergs Trainer Toni Dugandzic wurden von der Corona-Pandemie ausgebremst.

Auszeit in Kloster geplant

Wegen Corona: Neubergs Trainer Dugandzic muss China-Auszeit verschieben

Toni Dugandzic, Trainer des A-Liga-Tabellenführers FSV Neuberg, hatte für Anfang April eine halbjährige Auszeit verbunden mit einer Reise nach China geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie muss er nun umplanen.

Toni Dugandzics private Zukunftsplanung hat der unsichtbare Gegner komplett über den Haufen geworfen. Der Coach des FSV Neuberg, Tabellenführer der Kreisliga A, hatte eigentlich vor, seit Anfang April ein halbjähriges Sabbatical einzulegen.

Alles war bestens vorbereitet und organisiert, die Flüge gebucht, die Trainerrollen bis zu seiner Rückkehr auf die erfahrenen Spieler Stefano Riccardi und Christof Weintritt verteilt. Doch die weltweite Krise machte Dugandzics Reiseplänen einen Strich durch die Rechnung.

Plan B steht in den Startlöchern

Darauf angesprochen, zeigt sich der 34-Jährige erstaunlich gelassen: „Es bringt ja nichts, sich darüber zu ärgern. Man muss es so nehmen, wie es ist.“ Zumal der Immobilienwirt, der in der Folge seinen Job kündigte, bereits ausgiebig an einem Plan B feilt. „Ich genieße derzeit die Zeit. Ich habe mir einen Camper zugelegt, einen VW LT 28. Der ist von innen schon komplett restauriert und ausgebaut, muss aber noch außen überholt werden.“

Derzeit möchte er, auch wenn es aufgrund der momentanen Situation schwer einzuschätzen ist, spätestens nächstes Jahr im Frühjahr den Trip seines Lebens starten – auf vier Rädern und nicht mit dem Flieger. Das Ziel ist das gleiche wie vor der Pandemie: ein Shaolin-Kloster im chinesischen Yuntai-Gebirge, in dem er drei Monate verbringen will. 

Kung-Fu und Meditation statt Alltagsstress

Fernab der westlichen Konsumgesellschaft. Ohne Alkohol und ohne Handy, auch wenn der neugebaute Teil der YunTai Shan International Culture and Martial Arts School eine kostenfreie WLAN-Nutzung anbietet. Dugandzic will sich ganz auf den Sport, das traditionelle Kung-Fu sowie Meditation konzentrieren und sich darüber hinaus dem Erlernen von Sprache und Schrift widmen. „Ich habe schon von klein auf davon geträumt. Das hat mich schon immer begleitet“, so der Immobilienwirt, der bereits die Chinesische Mauer besucht hat.

„Ich hatte die letzten Jahre viel Stress und möchte so Körper und Geist runterfahren und wieder in Einklang bringen. Ich will mir Zeit für mich selbst nehmen, mich entschleunigen und mental weiterbringen.“

Dugandzic will Trainerlizenzen machen

Bis es aber so weit ist, im Fernen Osten von den dortigen Großmeistern zu lernen, würde Dugandzic gerne in Deutschland noch einmal die Schulbank drücken und die B- wie auch C-Trainerlizenz erwerben. „Wann das geht, steht allerdings noch in den Sternen.“ Überhaupt gäbe es derzeit Wichtigeres als Fußball.

Wobei der Aufstiegstrainer zugibt, weiterhin vom Durchmarsch zu träumen: „Wir hoffen natürlich, dass die Saison nicht annulliert wird. Wir sind Erster, haben viel geleistet und stehen zu Recht ganz oben. Aber wir müssen uns überraschen lassen, auch wenn es für die Jungs, die sich das alles hart erarbeitet haben, schade wäre.“

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