1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

TGH-Boxerin Bormann verspricht Spektakel gegen Mexikanerin: „Bei mir gibt es immer Action“

Erstellt:

Von: Jan Lucas Frenger

Face to Face: Die 42 Jahre alte Ana Arrazola (links) fordert Sarah Bormann aus Nidderau heraus.
Face to Face: Die 42 Jahre alte Ana Arrazola (links) fordert Sarah Bormann aus Nidderau heraus. © Scheiber

Am Samstag lässt die Nidderauerin Sarah Bormann (32) – Spitzname „Babyface“ – bei der großen Box-Gala in Offenbach im Stadion Bieberer Berg gegen die Mexikanerin Ana Arrazola (42) die Fäuste fliegen. Im Interview verrät die Kämpferin der TG Hanau, wie sie sich auf den Fight vorbereitet hat und was sie an der Sportart fasziniert.

Frau Bormann, gibt es eine Besonderheit, auf die Sie sich für ihren Kampf einstellen mussten?

Allerdings. Die meisten Boxer sind Normalausleger, das heißt, die linke Hand ist immer die Führhand. Meine Gegnerin ist jedoch Rechtsauslegerin. Das hat für mich eine Umstellung bedeutet.

Inwiefern?

Bei Rechtsauslegern ist alles spiegelverkehrt. Das heißt, sie stehen mit dem rechten Bein nach vorne. Darauf mussten wir uns speziell einstellen, um nicht in die Schlaghand zu laufen.

Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Meine Sparringspartner von der TG Hanau und vom Box-Club Nordend haben sich die Kämpfe meiner Gegnerin genaustens angesehen, um sie im Training bestmöglich zu imitieren. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar.

Sind Sie während der Vorbereitungsphase Dauergast in der Sporthalle?

Kann man so sagen. Normalerweise trainiere ich fünf Tage die Woche. Um mich auf Ana einzustellen, bin ich in den letzten Wochen drei Mal täglich mit meinem Team in den Ring gestiegen.

Ziemlich anstrengend.

Allerdings. Vor allem, weil ich nebenbei auch noch meinem Job in einer Bäckerei in Bruchköbel nachgehe.

Wie bekommen Sie das alles unter einen Hut?

Um fünf Uhr muss ich in der Bäckerei stehen. Das bedeutet: um drei aufstehen, vor der Arbeit laufen gehen, nach Feierabend gleich ins Training und abends dann noch mal. Da bleibt dann nicht mehr viel Zeit für etwas anderes übrig.

Wird Ihnen das manchmal zu viel?

Boxen ist meine Leidenschaft. Aus diesem Grund nehme ich es auch liebend gerne in Kauf, wenn es mal etwas stressiger ist. So eine Vorbereitung dauert ungefähr zwei Monate – danach hat man einen Monat Pause zwecks Regeneration. Daher ist es nicht so schlimm, sich mal für acht oder neun Wochen richtig den Arsch aufzureißen.

Boxen ist Ihnen also ziemlich wichtig. Was fasziniert Sie an dem Sport?

Beim Boxen wird der ganze Körper trainiert. Ich habe immer nach einem Sport gesucht, bei dem ich mich komplett auspowern kann. Hinzu kommt, dass Boxen eine Einzelsportart ist – man steht alleine im Ring und ist selbst für den eigenen Erfolg verantwortlich.

Mannschaftssport ist demnach wohl nichts für Sie?

Eher nicht (lacht). Wenn beim Mannschaftssport einer Mist baut, wirkt sich das gleich auf das ganze Team aus. Wenn ich im Kampf mal die Deckung runterfallen lasse und einen Treffer kassiere, bin ich selbst Schuld. Ich kann dann aber eingreifen und muss mich nicht auf andere verlassen.

Inwieweit dient der Kampf am Samstag auch als Generalprobe für Ihren Fight mit Weltmeisterin Tina Rupprecht?

Jeder Kampf ist wichtig. Vor allem, weil ich aufgrund von Corona knapp ein Jahr nicht mehr im Einsatz war. Da ist es gut, dass ich vorher noch mal die Chance bekomme, in den Ring zu steigen und Erfahrung zu sammeln.

War es schwer, sich in einer Phase, in der wegen Corona nichts stattfinden konnte, fit zu halten?

Man trainiert trotzdem, aber die Motivation ist natürlich einen andere, wenn man auf einen richtigen Kampf hinarbeitet.

Dann ist es ja gut, dass es jetzt wieder losgeht.

Auf jeden Fall, das hat mir schon gefehlt.

Haben Sie schon mal vor einer solchen Kulisse wie in Offenbach geboxt?

Bei meinem ersten WM-Kampf 2018 im Wildparkstadion in Karlsruhe waren auch ungefähr 2 000 Zuschauer dabei. Das war eine sehr schöne Atmosphäre.

Also sind Sie nicht nervös?

Nervös war ich eigentlich noch nie. Ich freue mich immer, zu boxen. Dass so viele Zuschauer dabei sein werden, motiviert mich sogar noch mehr. Bei dem Event können auch viel mehr Freunde und Bekannte vorbei kommen, um mich anzufeuern. Da überwiegt die Vorfreude.

Worauf können sich die Zuschauer am Samstag bei Ihrem Kampf besonders freuen?

Es wird ein spannender, spektakulärer Kampf. Bei mir gibt es immer Action, es wird nie langweilig. Ich gehe viel nach vorne und fordere die Gegnerin.

Auch interessant