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Beste Bedingungen und keine Spieler: Auf den Tennisplätzen des 1. Hanauer THC sind die Netze abgebaut. Hier darf derzeit nicht gespielt werden.

Vereine treffen Vorbereitungen

Vereine hoffen: Golfanlage und Tennisplätze könnten bald wieder öffnen

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Die Plätze am Wilhelmsbader Kurpark waren nahezu menschenleer. Und das bei Sonnenschein und über 20 Grad. Normalerweise würden sich jetzt zahlreiche Tennisspieler auf der roten Asche des 1. Hanauer THC austoben und viele Mitglieder das satte Grün ihres Golf Clubs Hanau-Wilhelmsbad nutzen.

Lediglich die Platzwarte waren am Montag zu sehen. Sie wollen für optimale Bedingungen sorgen, wenn die Plätze in Zeiten der Corona-Pandemie wieder frei gegeben werden. Es kribbelt bei den Golfern und Tennisspielern in Wilhelmsbad. Die Zuversicht, in der kommenden Woche wieder nach den Schlägern greifen zu können, ist groß. 

Betrieb könnte in den ersten Maitagen wieder aufgenommen werden

Gespannt wartet man auf die Entscheidung der Landesregierung zur Wiederaufnahme des Betriebes auf Sportanlagen. „Viele Golfanlagen in Hessen rechnen damit, in den ersten Maitagen den Betrieb unter Einhaltung strenger Auflagen wieder aufnehmen zu können“, sagt Christofer Hattemer. Der Präsident des Golf Clubs Hanau-Wilhelmsbad betont aber: „Die Gesundheit aller Mitglieder sowie Mitarbeiter steht an höchster Stelle. Wir folgen daher uneingeschränkt den Vorgaben der politischen Entscheidungsträger, dem Land Hessen, dem Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau.“

Auch auf der anderen Seite des Kurparks, beim HTHC, spricht man von „hoffnungsfrohen Gerüchten“, dass es Anfang kommender Woche wieder losgehen könnte. Dort ärgert man sich, dass die Filzbälle in anderen Bundesländern, unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Rheinland-Pfalz, schon seit einigen Tagen wieder über die Netze geschlagen werden dürfen.

Kritik an unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer

„Wenn es gravierende Unterschiede zwischen Bundesländern gäbe, dann wäre die Eigenständigkeit der Entscheidungen auf Länderebene gerechtfertigt. Die sehen wir aber im Fall Tennis auf die unterschiedlichen Ausbreitungsgrade von Covid-19 zwischen den einzelnen Bundesländern nicht“, sagt Tennis-Abteilungsleiter Martin Rudolph. Auch die Hanauer Golfer schauen mit etwas Sehnsucht in andere Teile der Republik.

„Die Golfplätze in Rheinland-Pfalz, also eigentlich ganz in unserer Nähe, sind unter großen Einschränkungen wieder geöffnet und es hat sich so etwas wie ein länderübergreifender Golftourismus entwickelt, so Hattemer. Der 62-Jährige kann „der Öffnung von Golfplätzen in unserem Nachbarbundesland dennoch Positives abgewinnen, da wir bei der Wiedereröffnung unserer Golfanlage auf die Erfahrung dieser Anlagen zurückgreifen können und dadurch ein höheres Maß an Handlungssicherheit erhalten.“

Auch der Golfplatz in Wilhelmsbad ist derzeit verwaist. Statt satten Abschlägen steht die Rasenpflege im Mittelpunkt.

„Es ist niemandem zu vermitteln, warum in Mainz (Rheinland-Pfalz) Golf gespielt werden darf und im benachbarten Wiesbaden (Hessen) nicht. Diese uneinheitlichen Regeln helfen nicht, wenn wir das Infektionsgeschehen kontrollieren wollen“, schüttelt Dr. Rolf Müller mit dem Kopf. Der Präsident des Landessportbundes Hessen spricht sich für eine abgestimmte und bundesweit einheitliche Vorgehensweise in Sachen Öffnung des Vereinssports aus. Dabei meint der Gelnhäuser nicht nur Tennis und Golf.

Golf Club nutzt Corona-Pause zur Rasenpflege

Beim Golf Club Hanau-Wilhelmsbad liegt das Hauptaugenmerk dieser Tage auf der Pflege des Golfplatzes. Alle Greenkeeper sind im Dienst, um den Mitgliedern bei Wiedereröffnung der Anlage einen bestens gepflegten Platz bieten zu können. Die Pflege der Plätze ist auch das, was man beim HTHC zurzeit tun kann

 „Durch die ungewöhnlich trockene Witterung, verbunden mit stärkerem Wind, müssen die Plätze deutlich mehr gewässert und gepflegt werden, als es sonst üblich wäre“, erklärt Rudolph. Da die Plätze nicht bespielt werden, würden sie auch nicht regelmäßig von den Spielern gewässert und abgezogen.

Abstandsregel einhalten: Nur Einzelspiele erlaubt

In beiden Klubs ist man gerüstet, sollte von der Politik das Okay zum Ausüben ihrer Sportart kommen. Der HTHC hat eine spezielle Spielordnung erstellt. „Wichtig sind neben der Hygiene die unbedingte Einhaltung von Abstand zwischen den Spielern, weswegen strikt nur zwei Personen auf den Platz dürfen“, erteilt Rudolph den Freunden von Doppeln und Mixed direkt eine Absage.

„Weiterhin ist bei der Platzbelegung die Wartezeit zu minimieren und für viel Abstand zu sorgen, welche wir glücklicherweise dank unserer großen Anlage gewährleisten können.“ Der 51-Jährige rechnet mit großem Interesse. Daher wird der Verein Spielzeiten pro Tag beschränken. „Darüber hinaus testen wir, ob wir ausnahmsweise die Plätze vorab buchbar machen, damit die Präsenz durch Wartezeit minimiert werden kann.“

Golfen nur nach vorheriger Anmeldung

Im Golf Club ist über Vorgaben für Sportler noch nichts entschieden. „Der Deutsche Golf-Verband hat den Vereinen Empfehlungen an die Hand gegeben, die wir sicherlich auch in Hanau umsetzen werden“, sagt Hattemer, der sich in anderen Bundesländern informiert hat. In Rheinland-Pfalz dürfe man die meisten Golfanlagen nur betreten, wenn man vorher eine Startzeit gebucht hat.

„Also einfach hinkommen und mal sehen, wer von den Mitgliedern noch anwesend ist, um sodann direkt auf die Runde zu gehen, ist auf den meisten Golfplätzen nicht möglich. Man benötigt eben ungewohnter Weise eine online-reservierte Startzeit.“ Nur so könne man Kontakte vermindern.

Auch beim Golf sind Gruppen nicht erlaubt

„Um die Distanzregelungen einhalten zu können, ist auf den geöffneten Anlagen das Spielen nur noch in Zweier-Gruppen erlaubt, nicht mehr in Vierer-Gruppen“, deutet der GC-Präsident auf eine weitere Einschränkung hin, die wohl auch in Wilhelmsbad zu berücksichtigen sei.

Auch wenn in der kommenden Woche die Anlagen möglicherweise wieder öffnen, wissen die Verantwortlichen, dass die Rückkehr in den Alltag noch lange nicht absehbar ist. „Wir stehen erst am Anfang der Pandemie. Bevor es keine Impfungen oder keine Medikamente gibt, sind wir ganz weit davon entfernt, in den normalen Spielmodus zurückzukehren. Das dauert sicher noch Monate“, glaubt Hattemer.

Hygienemaßnahmen beim Golf Club:

„Wir orientieren uns an den behördlichen Empfehlungen und Anordnungen und weisen unsere Mitglieder über Homepage, Facebook, App und an vielen Stellen auf der Golfanlage, wie am Empfang, an den Abschlägen oder am Eingang zu den Toiletten auf die erforderlichen Hygienemaßnahmen per Aushang hin. Zusätzlich haben wir Überstunden für unser Reinigungspersonal budgetiert, um ständig eine Desinfizierung zu reinigender Oberflächen sicherstellen zu können“, sagt Präsident Christofer Hattemer.

Hygienemaßnahmen beim HTHC: 

"Wir haben eine Corona-Beauftragte. Duschen müssen geschlossen bleiben und Desinfektion wird angeboten. Angemessene Maßnahmen sind das Tragen von Mundschutz außerhalb des Spiels und nach wie vor das Einhalten von Abstand. Wir sind uns sicher, dass in der derzeitigen Situation des „Zu-Hause-bleibens“ die Mitglieder mehr als glücklich sind, bei uns eingeschränkt wieder Sport zu betreiben, dass sich jeder verantwortungsvoll den Maßnahmen unterordnen wird“, so Tennis-Abteilungsleiter Martin Rudolph.

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