Der Erlanger in der Zange: Die Hanauer Luca Braun (links) und Björn Christoffel (rechts) schaffen es in dieser Situation mal Tarek Marschall zu stoppen.
+
Der Erlanger in der Zange: Die Hanauer Luca Braun (links) und Björn Christoffel (rechts) schaffen es in dieser Situation mal Tarek Marschall zu stoppen.

3. Liga

Tarek Marschall entthront HSG Hanau: Zehn Treffer des Hanauers besiegeln 28:30-Niederlage

  • VonRobert Giese
    schließen

Als Spitzenreiter der Staffel E reiste Drittligist HSG Hanau am Samstagabend nach Erlangen, als Tabellendritter kamen die Hanauer Handballer schließlich wieder in der Brüder-Grimm-Stadt an. Dazwischen lag das Spitzenspiel bei der zweiten Mannschaft des HC Erlangen, die sich am Ende als ein Quäntchen besser erwies und die HSG mit einem 30:28-Erfolg von der Tabellenspitze stieß. Mann des Abends war zwar ein Hanauer, doch der trug das Erlanger Trikot. Liga-Toptorjäger Tarek Marschall traf zehnmal.

Erlangen – Dabei ließ sich das Kräftemessen mit den Franken gut an für das Team von Hannes Geist: Mit ihrem dynamischen Spiel setzten die Gäste den HCE gleich unter Druck, und da auch die Hanauer Abwehr zunächst sehr stabil stand, hatten sich Marc Strohl und Co. nach gut zehn Minuten bereits eine 6:3-Führung erarbeitet. Den Grimmstädtern war dabei anzumerken, dass sie mit dem Selbstvertrauen von vier Siegen in Folge aufspielten und ihre Tabellenführung auch gegen Erlangen verteidigen wollen.

Die Hausherren erwiesen sich jedoch als zäher Kontrahent und verkürzten in den folgenden Minuten. Nachdem Marc Strohl nach einem Foul mit Rot vom Platz musste - eine harte Entscheidung -, glich der HCE sogar zum 9:9 aus. Die Hanauer zeigten sich jedoch keineswegs geschockt und zogen mit vier Treffern in Folge wieder davon, ehe die Gastgeber erneut etwas herankamen: Mit der Pausensirene traf der frühere Hanauer Tarek Marschall zum 11:13, bis dahin war der derzeitige Top-Torjäger der Staffel jedoch weitgehend abmeldet und hatte erst zwei Treffer erzielt.

Das sollte sich nach dem Seitenwechsel gründlich ändern, denn Marschall drehte nun mächtig auf, erzielte sechs Tore innerhalb von einer Viertelstunde und sorgte damit dafür, dass der HCE Oberwasser bekam. „Wir haben in der zweiten Halbzeit die Spielzüge gespielt, von denen wir wussten, dass sie funktionieren“, merkte Marschall dazu an, „und dass sie dann alle ins Tor gegangen sind, war natürlich super.“ Hanau geriet dadurch schon kurz nach Wiederanpfiff ins Hintertreffen, und auch eine Auszeit von Hanaus Coach Geist konnte nicht verhindern, dass sich Erlangen bis Mitte der zweiten Halbzeit auf 22:17 abgesetzt hatte.

Der Tabellenführer lief nun dem Rückstand hinterher und tat alles, um die Partie erneut zu drehen: „Wir haben 60 Minuten an den Sieg geglaubt, das Team hat geackert und gekämpft“, lobte Geist die Moral seiner Mannschaft, die in der Folge zumindest wieder etwas verkürzen konnte. Zwei Zeitstrafen für den HCE in den Schlussminuten konnten die Gäste jedoch nicht gut genug nutzen, um noch entscheidend heranzukommen, sodass Erlangen den Vorsprung über die Zeit rettete.

„Die Niederlage war verdient, wir haben heute unser Leistungspotenzial nicht über die volle Spieldauer abrufen können“, fand Geist nach dem Abpfiff klare Worte. Zu viele vergebene Chancen hätten dazu beigetragen, dass für Hanau nicht der fünfte Sieg in Folge heraussprang: „Wir sind an uns selbst und an unserer Chancenverwertung gescheitert, das ist ein bisschen ärgerlich“, meinte der HSG-Coach zur 28:30-Niederlage, „aber Erlangen hat es auch gut gemacht.“

Für die Hanauer, die durch die Pleite auf Rang drei abgerutscht sind, heiße es nun „Wunden lecken und sich auf das Spiel gegen Kirchzell vorbereiten“.

HSG Hanau: Schermuly, Tomm; Ahrensmeier (2), Bergold (5/4), Braun (3), Brüggemann (3), Christoffel (2), Gerst, Lorenz (3), Marquardt (2), Pillmann (2), Ritter, Rivic (1), Ruppert (5), Strohl - Schiedsrichter: Friedel/Herrmann - Siebenmeter: HCE II 2/2, HSG 5/4 - Zeitstrafen: HCE II 5, HSG 2 - Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Strohl (23., HSG, grobes Foulspiel) - Zuschauer: 300

Von Robert Giese

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema