Ist raus beim SVG Steinheim: Andrej Kolchak und sein Bruder Alexey wurden beim Gruppenligisten aus disziplinarischen Gründen vor die Tür gesetzt. Der Verein will in Zukunft auf junge Spieler aus der Region setzen. Archivfoto: TAP

Hanau-Steinheim

SVG Steinheim setzt auf junge Spieler und neues Vereinsheim

Fußball. Gruppenligist SVG Steinheim will sich im Hinblick auf die kommende Saison personell neu ausrichten.

Von Frank Schneider

„Wir wollen verstärkt mit jungen, talentierten Spielern aus der Region arbeiten, die sich unter unserem Trainer Jürgen Baier weiterentwickeln wollen“, sagt der Sportliche Leiter Bernd Hartmann und setzt in seinen Planungen voll auf die sportliche Expertise des ehemaligen Bundesligaspielers, der seit Anfang 2017 beim aktuellen Tabellensechsten als Trainer fungiert. Baiers Wunsch ist es, künftig mit einem breiter aufgestellten Kader und vielen Talenten arbeiten zu können.

Unter der Woche hatte es beim Hanauer Verein etwas Unruhe gegeben. Überraschend trennte sich der Tabellensechste von seinem besten Torschützen Andrej Kolchak und schickte auch dessen Bruder Alexey in die Wüste. Aus disziplinarischen Gründen, wie der Verein verlauten ließ. Wohin es die aus Mainflingen stammenden Kolchak-Brüder zieht, ist noch ungewiss.

"Kader zu sehr auf Kante genäht"

Gerade wegen des aktuell arg ausgedünnten Kaders bewertete Hartmann die Leistung beim 1:2 gegen Titelfavorit JSK Rodgau besonders hoch und sprach vom besten Auftritt seit der Winterpause. Mit einer starken Ausbeute von 37 Zählern hatten sich die Steinheimer in die lange Pause verabschiedet, im neuen Jahr sind bislang erst sechs Punkte dazugekommen. „Die Gruppenliga haben wir gesichert, das ist immer das erste Ziel“, erklärt Hartmann.

Der Sportchef macht keinen Hehl daraus, dass er seinen Verein gerne in der aktuellen Liga etablieren würde. „Wir sind finanziell nicht auf Rosen gebettet, doch wir fühlen uns in der Gruppenliga sehr wohl.“ In der vergangenen Runde hielt die Truppe um die erfahrenen Leistungsträger Fouad Brighache und Matthias Fischer schon sicher die Liga und auch in dieser Spielzeit wurde mit einer starken Vorrunde der Grundstein für eine sorgenfreie Restsaison gelegt. Für den Sprung nach ganz vorne reichte es freilich nicht. „Dafür ist unser Kader einfach zu sehr auf Kante genäht“, sagte Jürgen Baier kürzlich.

Viele Ausfälle

Die jüngste Niederlagenserie schmeckt dem ehrgeizigen Franken freilich nicht, doch Baier ist Realist. Aktuell fehlt es dem Aufgebot des Hanauer Stadtteilvereins, der im Fußballkreis Offenbach beheimatet ist, einfach an der Breite. Im Spiel gegen den neuen Spitzenreiter aus Rodgau verzichtete Jürgen Baier sogar auf Einwechslungen. Derzeit ergänzen Spieler aus dem B-Team den Kader des Gruppenligisten – allerdings sind es nicht die Besten. „Wir kämpfen mit der zweiten Mannschaft noch um den Aufstieg in die Kreisliga A und wollen daher das Team personell nicht schwächen“, erklärt Bernd Hartmann.

Für die zukünftige Ausrichtung seines Vereins hält er es für wichtig, dass das B-Team mittelfristig die B-Liga nach oben hin verlässt. Aufgrund der vielen Punkte in der Hinrunde habe es in der Winterpause nicht zur Debatte gestanden, den Kader weiter zu verstärken. „Dass so viele Ausfälle durch Verletzungen, Krankheiten oder berufliche Verpflichtungen auf uns zukommen, konnten wir nicht ahnen“, erklärt Hartmann. In den verbleibenden Partien wollen die Steinheimer noch so viele Punkte wie möglich holen, doch die Gedanken gehen längst in Richtung neuer Runde. Die Gespräche mit potenziellen Neuzugängen laufen auf Hochtouren, parallel dazu wird mit den bisherigen Akteuren geredet.

Acht Zusagen vom aktuellen Kader liegen bereits vor. Nicht nur was die Blutauffrischung des Kaders betrifft, steht der SVG Steinheim vor einer Veränderung. Der Gruppenligist wird nach der Saison sein Sportgelände am Hellenhang verlassen. Das Gelände dort soll verkauft werden und mit dem Erlös auf dem städtischen Sportgelände am Pfaffenbrunnen ein neues Vereinsheim errichtet werden. Bis das neue Sportheim bezugsfertig ist, wird es am Pfaffenbrunnen eine Übergangslösung in Containerform geben.

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