Treffen sich am Sonntag um 17:45 Uhr zum Krisenderby an der Kastanienallee: Die beiden Hanauer Stadtrivalen FC Hanau 93 und 1960 Hanau. Archivfoto: TAP

Fußball

Stadtderby: 93ern reicht ein Punkt für die Aufstiegsrelegation

Fußball. Der FC Hanau 93 und der SC 1960 Hanau wirken vor dem Derby am morgigen Sonntag (17.45 Uhr, Kastanienallee) wie angeschlagene Boxer. Die beiden Hanauer Vereine der Verbandsliga Süd taumeln nach den Pleiten vom vergangenen Wochenende regelrecht dem Saisonende entgegen.

Von Gert BechertRealistisch betrachtet geht es nur noch um Relegationsplatz zwei. Selbst die größten Optimisten im 93er-Lager haben nach der deprimierenden 2:3-Niederlage beim FC Erlensee die Hoffnung auf die Meisterschaft ad acta gelegt. RW Walldorf ist auf vier Punkte davon geeilt. Im Grunde genommen sind es sogar fünf Zähler, die der HFC aufholen muss, da der Aufsteiger den direkten Vergleich gewonnen hat. Bei nur noch drei ausstehenden Spielen ein fast unmögliches Unterfangen.

Hanau 93 richtet sich auf Relegation ein

„Walldorf ist zu konstant, wir richten uns auf die Relegation ein“, gibt sich HFC-Sportchef Giovanni Fallacara keinen Träumereien hin. Um dieses Ziel zu erreichen gilt es, den HSC auf Distanz zu halten. Ein Remis genügt, um Platz zwei endgültig in trockenen Tüchern zu haben.

Das Team von Okan Sari muss dagegen die restlichen drei Spiele gewinnen und zudem auf weitere Ausrutscher der 93er hoffen, um den Lokalrivalen im Endspurt noch von Rang zwei zu verdrängen.

Beide Vereine haben schlechte Rückrunde gespielt

Beide Vereine haben eine miserable Rückrunde gespielt. Besonders der Einbruch der 93er kam unerwartet. Mit acht Punkten Vorsprung als souveräner Spitzenreiter in die Winterpause gegangen, büßte der HFC auf Verfolger RW Walldorf zwölf Zähler ein. In der Rückrundentabelle belegen die 93er mit nur19 Punkten Rang elf, der HSC hat gerade ein Pünktchen mehr ergattert.

Am Sonntag müssen beide Farbe bekennen. Nachdem die Gäste bereits zweimal in der laufenden Runde den Übungsleiter gewechselt haben, gab es auch beim ältesten hessischen Fußballverein unter der Woche einen Wechsel auf dem Trainerstuhl (wir berichteten). Jetzt soll Ex-Profi Michael Fink die Saison retten.

Hanau 93 will Turnaround mit Fink schaffen

Nach zweimaligem Training unter Fink ist Fallacara überzeugt, den Turnaround zu schaffen. „Unser erklärtes Ziel war und ist der Aufstieg in die Hessenliga, von Meisterschaft war nicht die Rede“, ist der Sportchef fest davon überzeugt, im Ex-Eintrachtler Fink den richtigen Übungsleiter für die Mission Aufstieg gefunden zu haben. „Er hat die Jungs in den ersten beiden Trainingseinheiten ganz schön ins Schwitzen gebracht.“

Fallacara betont, dass in den verbleibenden Spielen nicht alles von rechts auf links gedreht wird, ein neuer Teamgeist aber eingekehrt sei. „Fink hat klare Vorstellungen, die Spieler ziehen voll mit.“

Statistisch betrachtet sieht Fallacara sein Team im Vorteil. Alle bisherigen drei Verbandsligaspiele habe man gewonnen, das Hinspiel 3:1. Daran soll sich nichts ändern, „wir wollen schließlich die Nummer eins in Hanau bleiben.“

Fallacara erwartet offenen Schlagabtausch vor 500 Zuschauern

Tim Fließ fällt wegen seiner Roten Karte aus. Bei der Aktion zog sich der Abwehrrecke eine gebrochene Nase zu, für ihn ist die Saison vorzeitig beendet. Ein Fragezeichen steht hinter Michel Gschwender, der sich in Erlensee zerrte.

Fallacara erwartet einen offenen Schlagabtausch vor mindestens 500 Zuschauern. Bei der Verlegung der Anstoßzeit auf 17.45 Uhr hat man aber offensichtlich das um 18 Uhr beginnende Bundesligaspiel der Frankfurter Eintracht gegen den FSV Mainz 05 außer Acht gelassen.

„Wir haben zum zweiten Mal eine Steilvorlage der 93er nicht genutzt“, ärgerte sich Okan Sari noch Tage später über die Niederlage gegen RW Frankfurt. Den zweiten Platz hat der Sportliche Leiter und Trainer des HSC in Personalunion noch nicht aus den Augen verloren. „Solange rechnerisch noch was geht, geben wir nicht auf“, verweist Sari auf die Siege von Liverpool und Tottenham Hotspurs in der Champions League.

Dass der HSC von der Einstellung her allerdings meilenweit von den englischen Klubs entfernt ist, weiß auch der 32-Jährige. Ausraster wie von Ali Mahboob, der nach verbalen Beleidigungen eines Zuschauers diesem nach Spielschluss an den Kragen wollte, seien nicht zu akzeptieren. „Wir haben ihm klargemacht, dass das nicht geht“, sagt Sari.

Aufstiegsrunde zur HessenligaAn der Aufstiegsrunde zur Hessenliga nehmen die Zweiten der Verbandsligen Süd, Mitte und Nord teil. Nur der Sieger der Dreierrunde steigt auf. Gespielt wird an Christi Himmelfahrt (30. Mai, 15 Uhr), Sonntag (2. Juni, 17 Uhr) und Samstag (8. Juni, 17 Uhr).Im ersten Spiel stehen sich der Mitte- und der Nord-Vertreter gegenüber. Am zweiten Spieltag empfängt der Süd-Vertreter den Verlierer der ersten Partie. Sollte diese unentschieden enden, wäre der Mitte-Vertreter der Gegner.In der Verbandsliga Mitte zweifelt niemand an der Meisterschaft des FSV Fernwald. Der Ex-Hessenligist (70 Punkte) hat acht Zähler Vorsprung auf TuS Dietkirchen (62). Neben Dietkirchen sind auch noch der SV Zeilsheim (60.), die SG Kinzenbach (58) und der VfB Marburg (57) im Rennen um Platz zwei.In der Nordgruppe deutet alles auf den SV Steinbach (59) als Meister hin. In Schlagweite befinden sich die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz II (55) und der SV Neuhof (53). Da die zweite Garnitur der Fuldaer nicht aufsteigen darf, da die Erste in der Hessenliga spielt, kann sich auch der Vierte TSG Sandershausen (51) Hoffnungen auf die Teilnahme an der Aufstiegsrunde machen. geb

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