SC 1960 Hanau ist erbost über das Vorhaben des FC Hanau 93, im Herbert-Dröse-Stadion spielen zu wollen. Archivfoto: TAP

Hanau

Stadionpläne des FC 1893 Hanau schlagen hohe Wellen - 1960 sauer

Fußball. Es war nur ein Satz, den Giovanni Fallacara in der vergangenen Woche am Rande der Rückrundenbesprechung der Verbandsliga Süd aussprach. Der FC Hanau 93 wolle im Falle eines Aufstiegs in die Hessenliga seine Heimspiele im Herbert-Dröse-Stadion austragen.

Von Thorsten Jung

„Wir sind diesbezüglich in guten Gesprächen mit der Stadt“, sagte der Sportliche Leiter. Damit hat Fallacara für Diskussionen gesorgt. Beim Stadtrivalen SC 1960 Hanau, im Fußballkreis und im eigenen Verein. Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat da eine klare Meinung.

„Die sollen ihre Hausaufgaben machen. Sie hatten Zeit genug, ihren Platz und die Kabine an der Kastanienallee neu zu machen“, schimpft Okan Sari. Und: „Herr Fallacara soll sich auf seine Sachen konzentrieren, die macht er ja sehr gut.“ Dieses Fass habe der Sportchef der 93er vor drei oder vier Jahren schon einmal aufgemacht. „Damals wurde alles wieder zurückgenommen. Ihm ist scheinbar langweilig.“

OB schließt Vorhaben nicht aus

Der Sportliche Leiter des SC 1960 Hanau fühlt sich in der aufgekommenen Stadiondiskussion übergangen: „Mit uns hat es definitiv keine Gespräche gegeben.“ Das hätte sich Sari gewünscht, denn „1960 hat viel gemacht am Stadion. Wir haben gemeinsam mit der Stadt den Nebenplatz umgewandelt. Mit viel Einsatz aus unserem Verein.“

Für Kaminsky ist eine Rückkehr der 93er ins Herbert-Dröse-Stadion nicht ausgeschlossen: „Es gibt bei mir eine Tendenz, dass der ranghöchste Verein zunächst mal einen Bonus hat.“ Am 15. Januar gebe es ein Gespräch zwischen Stadt und Vertretern von Hanau 93. „Da werde ich möglicherweise erstmals offiziell von dieser Bitte hören“, meint der OB und verspricht: „Wenn Hanau 93 diesen Wunsch äußert, werden uns damit auseinandersetzen und uns zeitnah mit 1960 zusammen setzen.“

"Der Platz ist sehr beansprucht"

Fallacara kann die Aufregung nicht verstehen. Er habe vor etwa drei Monaten im Beisein von 93er-Vorstand Frank Feuerriegel mit Thomas Ritter von der Fachstelle Sport alles besprochen. „Unsere erste Mannschaft kann bei diesen Kabinenverhältnissen unmöglich Hessenliga an der Kastanienallee spielen. Deswegen kam von der Fachstelle Sport der Vorschlag, dass man im Aufstiegsfall ins Stadion umziehen könne.“ Der Sportliche Leiter des ältesten hessischen Fußballvereins betont, dass „ich keine Luftblasen in die Welt gesetzt habe“.

Sari kann sich vorstellen, dass die 93er ebenfalls im Stadion spielen. Aber nicht alle Heimspiele. „Wenn zu einem Hessenligaspiel 3000 Zuschauer erwartet werden, können wir unser Spiel auch mal verschieben“, reicht er dem Stadtrivalen die Hand. „Der Platz ist sehr beansprucht, weil auch die Footballer noch da sind. Wir mussten dieses Jahr schon mehrere Spiele auf dem Nebenplatz spielen, weil das Spielfeld im Stadion nicht bereit war. Noch eine Zusatzbelastung macht es zusätzlich komplizierter“, ist er jedoch dagegen, dass die beiden hochklassigsten Hanauer Vereine sich das Herbert-Dröse-Stadion teilen.

1960-Funktionär lobt Zusammenarbeit mit Stadt

Kaminsky hält genau das hingegen für möglich und würde in diesem Fall auf die Unterstützung des Klassenleiters hoffen. Die Heimspiele sollten dann „im besten Fall im Wochenwechsel“ stattfinden. In Ausnahmefällen sei es auch mal denkbar, dass einer samstags und der andere dann sonntags im Dröse-Stadion spiele. Aber der OB weiß: „Die Plätze brauchen Erholung.“ Wichtig ist ihm, gemeinsam mit beiden Vereinen eine einvernehmliche Lösung zu finden.

„Bei besonderen Ereignissen wie den Freundschaftsspielen gegen Eintracht Frankfurt oder Darmstadt 98 haben wir Verständnis. Die Stadt kommuniziert das und wir richten uns danach“, so Sari, der ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit Thomas Ritter und Philipp Kisselstein von der Stadt lobt.

Zwingend ins Stadion will Fallacara mit den 93ern indes gar nicht, betont er. Insgeheim hoffe er „dass der Kabinentrakt bis zur neuen Saison fertig ist. Ich würde liebend gerne an Kastanienallee bleiben. Da ist unser Zuhause. Das wäre mein Wunsch.“

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