Hoffnungsvolle Talente: Constanze Paoli (Nummer 595) und Vanessa Mikitenko (rechts) können sich in Rostock beweisen.
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Hoffnungsvolle Talente: Constanze Paoli (Nummer 595) und Vanessa Mikitenko (rechts) können sich in Rostock beweisen.

Deutschen Meisterschaften

SSC-Talente jagen in Rostock Bestzeiten

Gerade erst ist Sarah Vogel von der der LG Seligenstadt U20-Europameisterin geworden. So groß die Freude über den Titel ist, sie weiß genau, was er bedeutet: „Als Europameisterin bin ich jetzt natürlich die, die es zu schlagen gilt“, betont die Stabhochspringerin vor den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der U18 und U20 am Wochenende in Rostock.

Seligenstadt/Hanau – Unter Druck setzen lassen will sich die 19-Jährige nach ihrem Estland-Coup nicht. Weder von der Rolle der Gejagten mit Rekordhöhe von 4,30 Metern, noch vom hochkarätigen Teilnehmerfeld, das mit ihr um die Medaillen kämpft. „Deutsche Meisterschaften haben immer einen besonderen Charakter, insbesondere, weil die nationale Konkurrenz im Stabhochsprung enorm stark ist“, sagt Vogel, die in Tallinn eine sportliche Auferstehung erlebte und ihre Bestleistung gleich um 24 Zentimeter verbesserte.

Dieses Hochgefühl soll die Seligenstädterin auch in Rostock tragen, mit einer zusätzlichen Motivation. Nach der Absage der deutschen Delegation für die U20-Weltmeisterschaft Mitte August in Nairobi/Kenia ist es für Vogel bereits der letzte Höhepunkt dieser Freiluftsaison. Die Entscheidung des Verbands kann die Athletin aus gesundheitlichen Gründen absolut nachvollziehen. Auch die USA, Großbritannien und Australien hatten mit Blick auf die schwierige Corona-Lage und die unklare Quarantäneregelung verzichtet. „Andererseits ist es hart, jetzt die Gewissheit zu haben, da blutet schon das Sportlerherz“, räumt Vogel ein. Die Ansage an die nationale Konkurrenz in Rostock: „Ich will noch mal zeigen, was ich kann.“

Starten im Diskuswurf: Lena Weinrauch (links), die vom TV Langenselbold zu Eintracht Frankfurt gewechselt ist, und Katja Seng vom LAZ Bruchköbel.

Ähnlich ergeht es Vogels früherer Vereinskollegin Antonia Dellert, deren WM-Träume trotz erfolgreicher Qualifikation ebenfalls platzten. „Ich freue mich auf den vermutlich letzten großen Wettkampf in diesem Jahr“, betont die Seligenstädterin, die für das Sprintteam Wetzlar startet und mit jeder Menge Rückenwind ins Rennen geht. Dellert führt die nationale U20-Jahresbestenliste über 100 Meter an. Meldezeit: 11,60 Sekunden. Bei der EM in Tallinn stürmte sie mit einer persönlichen Bestzeit von 11,59 Sekunden ins Finale, holte nach Platz acht im Einzel mit der 4x100-Meter-Staffel sogar die Silbermedaille. Die Teamkolleginnen Holly Okuku, Sina Kammerschmitt und Cheyenne Kuhn dürften in Rostock zu ihren größten Konkurrentinnen zählen. „Wenn alles gut läuft, sollte ich bei der Vergabe der Medaillen ein Wörtchen mitreden“, meint Dellert.

Weniger um Edelmetall als um wichtige Erfahrungen auf hohem Niveau geht es für Vanessa Mikitenko und Constanze Paoli vom SSC Hanau-Rodenbach. Mikitenko, die am Olympiastützpunkt in Frankfurt trainiert, erlebt ihre Premiere bei einer deutschen Jugendmeisterschaft. Die 16 Jahre alte Tochter der einstigen Marathon-Olympiateilnehmerin Irina Mikitenko war im vergangenen Jahr schnellste Schülerin ihres Jahrgangs (2005) über fünf Kilometer und ist im U18-Ranking über 3000 Meter auf Position sieben gemeldet. „Vanessa hat sich sehr gut entwickelt. Eine Platzierung unter den besten Acht wäre ein toller Erfolg. Wenn sie dabei die 10-Minuten-Marke knackt, umso erfreulicher“, meint SSC-Trainer und Vereinsvorsitzender Sascha Arndt. Mikitenkos bisherige Bestmarke liegt bei 10:00,32 Minuten.

Constanze Paoli peilt persönliche Bestzeit an

Die in diesem Jahr in die U20 aufgerückte Constanze Paoli ist über 2000 Meter Hindernis auf Position vier notiert. Nach ihrem Trainingslager in Oberstdorf und einer kurzen Verschnaufpause in der Heimat geht es direkt weiter nach Rostock – mit ähnlichen Zielen wie Mikitenko: eine Top-6-Platzierung und persönliche Bestzeit. Die steht bei 6:52,90 Minuten. „Weiter nach vorne wird es schwierig, weil sich die anderen normalerweise auch zum Saisonhöhepunkt steigern“, meint Arndt. „Aber für beide ist es eine gute Möglichkeit, sich zu beweisen.“

Zwei heiße Eisen im Feuer hat die Region Hanau im Diskuswurf. Lena Weinrauch (früher TV Langenselbold, jetzt Eintracht Frankfurt) kommt mit der zweitbesten U18-Weite des Jahres nach Rostock (48,98 Meter). Katja Seng vom LAZ Bruchköbel wirft ihre 48,12 Meter von Anfang Mai in die Waagschale. In ihrem Wettkampf wird vieles von der Tagesform abhängen. Zu dicht beieinander sind die bisherigen Jahresbestleistungen.  jp/tj

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