Gemeinsam in die Bundesliga: Die Hanauer Rudergesellschaft und Möwe Großauheim stellen gemeinsam einen Achter für die Bundesliga.
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Gemeinsam in die Bundesliga: Die Hanauer Rudergesellschaft und Möwe Großauheim stellen gemeinsam einen Achter für die Bundesliga.

Rudern

„Sportstadt Hanau Achter“: Kräfte gebündelt für die Ruder-Bundesliga

  • VonRobert Giese
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Ein ganz besonderer Achter ist in diesem Jahr in der Ruder-Bundesliga der Männer vertreten, denn für den „Sportstadt Achter Hanau“ haben die Ruderclubs Hanauer Rudergesellschaft sowie Möve Großauheim die Kräfte gebündelt. Insgesamt 18 Wettkampfruderer beider Vereine schicken sich damit an, in der Bundesliga um die vorderen Plätze mitzufahren.

Hanau – Unter den Augen von Oberbürgermeister Claus Kaminsky stellten die beiden Vereine den „Sportstadt Achter Hanau“ unter der Woche der Öffentlichkeit vor und die Ruderer gaben auf dem Main gleich eine Kostprobe ihres Könnens. „Wir sind schon häufiger zusammen im Mix gerudert“, meinte Teamkapitän Frank Arnold zur Kooperation der beiden Ruderclubs, nun machen die beiden Vereine gemeinsame Sache, um in der Bundesliga bestehen zu können.

Dort wird es mindestens drei Regatten geben, und zwar über die Sprint-Distanz von 350 Metern. Die Hanauer Ruderer hatten bereits im Vorfeld ausgelotet, wie sie sich über diese Distanz gegen die Konkurrenz schlagen – und dabei vielversprechende Ergebnisse erzielt. Hessenweit habe man die Nase vorn gehabt, dabei auch Gegner geschlagen, die bereits in der Bundesliga antreten und Weltklasseruderer in ihren Reihen hätten, so Arnold.

Sowohl die kurze Distanz der Rennen als auch der spezielle Modus der Regatten erlaubten dabei keine Fehler: Bei jeder Regatta wird bei einem Time Trial zunächst auf Zeit gefahren, danach muss das langsamste Boot im K.o.-Modus gegen das schnellste Boot antreten, der zweitschnellste Achter trifft auf das Boot mit der zweitlangsamsten Zeit und immer so weiter. „Schon das Time Trial ist daher extrem wichtig“, weiß Arnold, dass die Athleten dann auf den Punkt Leistung bringen müssen.

Erste Regatta am 7. August in Dortmund

Die erste Gelegenheit dazu haben die Hanauer am 7. August in Dortmund, weitere Regatten folgen am 21. August in Minden und am 11. September in Münster. Möglicherweise werden danach noch zwei weitere Regatten ausgetragen, die ursprünglich für den Juni und Juli geplant waren, wegen der Corona-Pandemie jedoch vorerst abgesagt werden mussten. Auch den Trainingsbetrieb hat die Pandemie maßgeblich beeinflusst, doch inzwischen können die Ruderer zusammen im Achter trainieren und legen sich bereits ordentlich in die Riemen, wie sie bei einer Testfahrt am Dienstag demonstrierten.

Kaminsky verfolgte diesen Testlauf vom Begleitboot aus und zeigte sich von der Meldung, dass in der Bundesliga ein Achter mit dem Namen „Sportstadt Achter Hanau“ antreten wird, regelrecht „elektrisiert. Dafür möchte ich Ihnen Dank sagen, denn damit sind Sie als Botschafter der Stadt unterwegs. Und das“, ergänzte der Oberbürgermeister mit einem Augenzwinkern, „ist günstiges Marketing für Hanau.“

Die Kräfte zu bündeln, könne sich für viele Vereine lohnen, führte das Hanauer Stadtoberhaupt aus und verwies auf die Erfolge der HSG Hanau, die unlängst um den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga mitspielte und aus einem Zusammenschluss von Turnerschaft Steinheim und TV Kesselstadt entstanden ist. „Wo Ziele wie die Bundesliga“, so Kaminsky mit Blick auf die Ruderer, „alleine nur schwer zu erreichen wären, ist es zukunftsgerichtet, zusammenzuarbeiten.“

HRG und Möve Großauheim wollen Zusammenarbeit ausbauen

Diese Ansicht teilt auch Teamkapitän Arnold, der mittelfristig gerne eine engere Zusammenarbeit zwischen Hanauer Rudergesellschaft und Möve Großauheim sähe – vor allem, weil dies eine bessere Ausbildung der Rudertalente ermöglichen könnte. „Dadurch könnten wir zum Beispiel die Riemenkompetenz früher fördern“, erläutert Arnold, unter dem Strich könnten die Hanauer Rudervereine dann noch mehr noch besser ausgebildete Ruderer hervorbringen. „Dabei ist aber auch die Kooperation mit den Schulen sehr wichtig“, unterstreicht der Teamkapitän.

Für Kaminsky, der mit einem Schmunzeln kleine Wissenslücken beim Rudern einräumen musste, dem „Sportstadt Achter Hanau“ für die Bundesliga-Saison aber passend „immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“ wünschte, gab es abschließend noch einen Trainingsanzug des Achters, stilecht mit dem Hanauer Stadtwappen, als Geschenk für die Joggingrunden des Oberbürgermeisters. Dieser überreichte den beiden Vereinen anschließend je einen Scheck. Über weitere Sponsoren, so Arnold, würden sich die Ruderer angesichts der Aufwendungen für das kostspielige Ruder-Equipment freuen. (Von Robert Giese)

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