Der sportliche Leiter der HSG Hanau hat sich unserem Interview gestellt.

Handball

Sportlicher Leiter der HSG Hanau Reiner Kegelmann im Interview

Handball. Nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte steht der HSG Hanau in der kommenden Spielzeit ein gewisser Umbruch bevor: Namhafte Neuzugänge haben ihren Weg in die Main-Kinzig-Halle gefunden, zudem sitzt mit Olli Schulz ein neuer Mann auf der Trainerbank.

Wir haben mit Reiner Kegelmann, dem Sportlichen Leiter der HSG Hanau, einen Blick auf die jüngsten Erfolge und die nächsten Pläne der Hanauer Drittliga-Handballer geworfen.

Herr Kegelmann, die vergangene Saison war die beste in der Geschichte der HSG Hanau, mit dem dritten Platz hat die HSG zudem die gute Platzierung aus dem Vorjahr bestätigt. Hat sich Hanau nach erst drei Jahren Ligazugehörigkeit damit schon im oberen Tabellendrittel der 3. Liga etabliert?Mit einer derart guten Leistung hatten wir nach den vielen Verletzungen eigentlich nicht gerechnet, aber dann haben wir – vor allem auswärts – eine klasse Rückrunde gespielt. Ich würde daher schon sagen, dass wir uns in der Liga etabliert haben, aber es ist auch so, dass man sich in dieser Klasse jedes Jahr neu etablieren muss, da wegen der sich verändernden Staffeleinteilungen jedes Mal neue Teams dazukommen. Zudem müssen wir immer schauen, wie die anderen Mannschaften sich verstärkt haben, was sich also zum Beispiel in Nußloch oder Großwallstadt getan hat.

Für Patrick Beer, der die Mannschaft in die 3. Liga geführt hat, war die vergangene Saison die letzte auf der Trainerbank der HSG. Wird es unter seinem Nachfolger Olli Schulz einen Umbruch geben?Den gibt es auf jeden Fall, denn ein neuer Trainer bringt ja immer seine eigenen Ideen mit, da müssen wir dann sehen, wie gut diese angenommen und vom Team umgesetzt werden. Bei einem Trainerwechsel ergeben sich immer viele neue Fragen, die erst während der Saisonvorbereitung oder bei den ersten Saisonspielen beantwortet werden können, aber wir sind davon überzeugt, dass Olli alles im Griff hat.

Wird es unter Schulz bestimmte Veränderungen an der Spielweise geben?Ich denke nicht, dass er viel verändern wird, aber Olli wird schon seine eigene Handschrift haben. Ähnlich wie bei Patrick zuvor ist sein Steckenpferd die Abwehrarbeit, daher denke ich, dass er zuerst die Defensive stärken will. In der Deckung werden wir vermutlich auch eine offensivere Abwehrvariante sehen, durch die wir defensiv noch flexibler werden. Im Angriff ist es wichtig, dass sich die Mannschaft erst einmal einspielt, und deshalb sind viele Vorbereitungsspiele angesetzt. In die Saisonvorbereitung sind wir schon Anfang Juni gestartet und können dabei auf fast alle Spieler zurückgreifen, denn Verletzte haben wir momentan nicht zu beklagen.

Neben dem Trainer stoßen auch einige Spieler neu zum Verein, darunter Drittliga-Torschützenkönig Michael Malik und der frühere Erstliga-Spieler Daniel Wernig. Wie sind die Erwartungen an diese Spieler?Michael Malik ist ein Vollbluthandballer, der uns im Mittelblock und in der Abwehr insgesamt noch stärker machen wird. Im Angriff versprechen wir uns von ihm einerseits noch mehr Gefahr aus dem Rückraum, andererseits aber auch, dass am Kreis größere Lücken entstehen. Daniel Wernig soll bei uns auch im rechten Rückraum zum Einsatz kommen, er ist ein erfahrener Mann, der nicht nur selbst torgefährlich ist, sondern auch seine Nebenleute gut einsetzen kann. Mit seiner Erfahrung kann er auch seinen jüngeren Teamkollegen weiterhelfen, zum Beispiel Matthias Schwalbe, der uns ebenfalls im rechten Rückraum verstärken wird. Matthias ist ein junger Spieler, der sich mit Sicherheit noch weiterentwickeln wird. Insgesamt haben wir einen starken Kader und sind deutlich breiter aufgestellt als bisher, gerade im Rückraum. Dort geht es dann strikt nach Leistung, da erwarte ich einen gewissen Konkurrenzkampf.

Konkurrenzkampf im Rückraum der HSG Hanau: Durch starke Neuzugänge entscheidet bei dem Drittligisten alleine das Leistungsprinzip über die Aufstellung. Auch Spielmacher Jan-Eric Ritter (links) ist nicht automatisch gesetzt. Archivfoto: tap

Spielen Sie auch mit dem Gedanken, Events wie den DHB-Pokal, Derbys oder Spitzenspiele in die größere August-Schärttner-Halle zu verlegen?Wir haben darüber nachgedacht, für gewisse Spiele in die August-Schärttner-Halle umzuziehen, eventuell auch für den DHB-Pokal. Ob wir das tatsächlich machen, besprechen wir dieser Tage.

Der Bau einer neuen Halle, die von den Basketballern der White Wings und der HSG zusammen genutzt werden könnte, stand auch einmal im Raum. Wie ist da der Stand der Dinge?Da gibt es nach meinem Wissensstand nichts Neues. Wir würden uns gegen eine neue Halle aber definitiv nicht wehren, schließlich könnte es sein, dass die Main-Kinzig-Halle irgendwann zu klein wird oder es bestimmte Auflagen gibt, die wir mit ihr nicht mehr erfüllen können. Fürs Erste bleiben wir aber hier in unserem Wohnzimmer.

Das Interview führte Robert Giese.

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