Wenn der erste Schnee fällt, ist der Boden meistens noch zu warm und der Schnee schmilzt einfach. Wenn danach aber der erste Frost und dann erneut Schnee kommt, können wir loslegen.
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Wenn der erste Schnee fällt, ist der Boden meistens noch zu warm und der Schnee schmilzt einfach. Wenn danach aber der erste Frost und dann erneut Schnee kommt, können wir loslegen.

TÜV gibt grünes Licht

Ski-Saison kann beginnen: Skizentrum des SC Hanau ist bereit für den ersten Schnee

  • Julia Meiss
    vonJulia Meiss
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Das Hygienekonzept ist ausgearbeitet, die Lifte sind fit gemacht und haben grünes Licht vom TÜV bekommen. Jetzt fehlen nur noch die erste Kältewelle des Winters und eine Schneedecke, dann kann die Ski-Saison auf dem Simmelsberg in der Rhön, dem Hausberg des Ski-Clubs (SC) Hanau, beginnen.

„Wenn es kein Verbot der Politik gibt, wird es auf alle Fälle eine Ski-Saison geben. Wir wollen den Leuten anbieten, an der frischen Luft Sport zu machen, Spaß zu haben und sie damit von Corona ablenken“, sagt Patrick Rother, Vorsitzender des SC Hanau.

„Wenn es uns verboten wird, halten wir uns natürlich an das geltende Recht. Das müssen wir dann akzeptieren“, sagt der 43-jährige Karlsteiner, der aber hofft, dass ein Skibetrieb möglich sein wird. Dieser wird allerdings im Zeichen der Bekämpfung der Corona-Pandemie stehen.

Wegen Corona-Vorschriften: Ski-Club Hanau ändert Kartensystem

Es wird in dieser Ski-Saison keine Punktekarten geben, denn diese müssen zum Abstempeln von Hand zu Hand gereicht werden – ein Kontakt, den es nicht geben soll. Daher wird es nur Tages- sowie Halbtageskarten geben und die Besucher müssen sich zwecks Kontaktnachverfolgung registrieren.

Ein entsprechendes Formular, dass die Skifahrer bereits ausgefüllt mitbringen können, soll bis zum Opening über die vereinseigene Homepage zur Verfügung stehen.

Besucher müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen

„Außerdem müssen sich die Besucher auf längere Wartezeiten einstellen, denn die Bügel der Lifte müssen desinfiziert werden“, bittet Rother, der seit 15 Jahren dem Club vorsteht, um Geduld. Konsequente Maskenpflicht zum Beispiel beim Anstehen am Lift und das Einhalten des Abstands – „das dürfte durch die Länge der Skier gut funktionieren“ – sind weitere Punkte aus dem Hygienekonzept.

Eine Obergrenze der Skifahrer wird es auch geben: „Wir dürfen nicht zu viele auf die Piste lassen, da müssen wir notfalls einen Riegel vorschieben.“ Komplett wegfallen wird der Après-Ski. „Wir wollen schließlich kein Corona-Hotspot werden. Aber wahrscheinlich werden wir Getränke zum Mitnehmen anbieten“, sagt der zweifache Familienvater und beteuert: „Wir sind startklar.“

Mitglieder bewältigen Anforderungen durch Corona-Pandemie

Da der SC Hanau die Lifte des Skizentrums am Simmelsberg gemeinsam mit dem SC Kinzigtal betreibt, ist „genug Manpower da“, um auch die gestiegenen Anforderungen in Zeiten der Corona-Pandemie schultern zu können. „Wir haben tolle Mitglieder, ohne deren ehrenamtlichen Einsatz eine Skisaison generell nicht möglich wäre. Wenn genug Schnee liegt, lassen unsere Mitglieder alles stehen und liegen und kommen auf den Simmelsberg, um mit anzupacken“, freut sich der ehemalige American Footballer der Hanau Hornets über die tatkräftige Unterstützung des gesamten Vereins. Immerhin besteht die Liftmannschaft aus zehn Leuten, dazu kommen zwölf für die eigens betriebene DSV-Ski-Schule.

Wann Schlepp- und Übungslift, die zu insgesamt etwa 23 Pistenkilometern führen, in Betrieb genommen werden können, hängt vom Wetter ab. Dabei spielt der erste Schneefall in der Regel keine Rolle: „Wenn der erste Schnee fällt, ist der Boden meistens noch zu warm und der Schnee schmilzt einfach. Wenn danach aber der erste Frost und dann erneut Schnee kommt, können wir loslegen.“

Ski-Betrieb für den Verein finanziell wichtig

Im Schnitt der vergangenen Jahre hatte der SC Hanau jeweils etwa 15 bis 20 Skitage pro Winter. „In der Vereinsgeschichte hatten wir aber auch schon zehn Jahre am Stück keinen Schnee“, hat der Hanauer Verein, der sich vor 50 Jahren im hessischen Mittelgebirge angesiedelt hat, Erfahrung mit Krisensituationen und dadurch bedingten finanziellen Ausfällen. Für den SC Hanau ist der Liftbetrieb wichtig, um die laufenden Kosten zu decken.

„Alleine mit den Beiträgen von unseren 180 Mitgliedern wird das schwer“, gibt Patrick Rother, dessen Papa Eberhardt 20 Jahre lang zweiter Vorsitzender des Clubs war, zu bedenken. In den vergangenen Jahren hat der SC Hanau 300 000 Euro ausgegeben, um Lifte samt Pistenraupe und das vereinseigene Haus auszubauen und zu erneuern. Da auch die Einnahmen aus der Vermietung des Hauses im Moment aufgrund der Corona-Verordnungen wegfallen, gibt es im Verein einen Finanzierungsstopp. „Unsere Konzepte sind aber so ausgelegt, dass wir zwei bis drei Jahre durchhalten können.“

Infos im Internet

ski-club-hanau.de

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