Handballer mit Drittliga-Erfahrung kickt nun auf Kreisebene: Aydin Günes spielt nicht mehr nur noch Handball für die SG Bruchköbel. Er schnürt auch die Fußballschuhe für den TSV Niederissigheim. Archivfoto: TAP, Foto: Roland Adrian

Bruchköbel

SGB-Handballer Aydin Günes jetzt auch als Fußballer am Ball

Fußball/Handball. Vom Flügelflitzer zum Sechser, aus der Halle auf den Sportplatz, mit den Füßen statt den Händen: Aydin Günes, eigentlich bekannt als pfeilschneller Außenspieler der Handballer der SG Bruchköbel, hat umgeschult – und spielt nun für den TSV Niederissigheim Fußball.

Von Julia Meiss

„Das hatte ich schon immer mal vor“, hatte der 25-jährige Bruchköbeler einfach Bock auf Fußball, bleibt aber auch dem Handball treu.

Einige Veränderungen im Leben von Aydin Günes haben es möglich gemacht, dass er nun sowohl die Handball- als auch die Fußballschuhe schnürt. Einerseits läuft der gestandene Außenspieler bei der SG Bruchköbel nicht mehr in der ersten Mannschaft in der Oberliga auf, sondern spielt in der zweiten Mannschaft in der Bezirksoberliga.

„Damit ist der Handball nicht mehr so aufwändig“, hat der Bruchköbeler nun in der Woche ein paar freie Tage, die mit Fußball gefüllt werden können. Aber auch die berufliche Situation hat sich bei Aydin Günes verändert. Der gelernte Industriemechaniker absolviert im Moment eine Ausbildung zum Klima- und Kältemonteur in Bruchköbel. Damit fällt die Schichtarbeit für den 25-Jährigen, der sich im Job als Industriemechaniker nicht wohl gefühlt hat, weg. Und ruckzuck ist Platz für ein neues Hobby.

Scherze beim Training

So neu ist das Hobby Fußball aber eigentlich gar nicht, wie Aydin Günes sagt: „Ich habe früher schon gerne gekickt und immer mal ausgeholfen. Jetzt hat es sich angeboten, im Verein zu spielen.“ Dass es der TSV Niederissigheim geworden ist, liegt an vielen guten Kontakten. Zum Beispiel zu der „Äppler-Crew“, zu der TSV-Größen wie Yannick Wolff, Moritz Wein, Tim Müller, Thomas Bauernfeind und Mirko Warzecha gehören. Nun läuft Aydin Günes also als zentraler Mittelfeldspieler in der zweiten Mannschaft des TSV in der Kreisliga C auf – und steht dort in der Startelf. „Unser Ziel ist der Aufstieg“, sagt Aydin Günes selbstbewusst. Damit kennt er sich schließlich aus, war beim historischen Aufstieg der SG Bruchköbel in die 3. Liga einer der Leistungsträger.

Er wurde aber auch beim TSV Niederissigheim gut aufgenommen, allerdings muss sich der Bruchköbeler im Fußball-Training die ein oder andere Spitze anhören. Denn obwohl Handballer prinzipiell gerne kicken, ist es für sie „nur“ ein Mittel zum Aufwärmen. Das lassen die Fußballer wiederum nicht auf sich sitzen, schließlich könnten „Balldopper doch kein Fußballspielen“, wie sich Aydin Günes scherzhaft anhören muss.

Schwere Entscheidung

Wie viel Zeit er ab Mitte September, wenn die Handball-Saison auf Hessen- und Bezirksebene wieder losgeht, dann noch auf dem Sportplatz stehen kann, weiß Aydin Günes selbst noch nicht. Im Moment stehen unter der Woche zwei bis drei Einheiten Handball und eine Fußball an, am Wochenende dann nur das Punktspiel in der Kreisliga C. Ab dem Wochenende des 14./15. September kommen die Punktespiele mit der SG Bruchköbel in der Bezirksoberliga dazu. Mal ganz abgesehen von seiner Tätigkeit als Trainer der zweiten Frauenmannschaft in der Bezirksliga A, die er gemeinsam mit Mike Bätz coacht.

Welcher Sportart Aydin Günes im Fall einer Überschneidung den Vorzug geben wird, ist für den flexiblen Ballsportler eine schwere Entscheidung: „Das muss ich dann mal sehen, ich weiß es noch nicht.“ Aber auch einen Hilferuf der Oberliga-Mannschaft der SGB, die wahrscheinlich mit einem dünnen und jungen Kader in die neue Saison geht, könnte der Außenspieler vermutlich nicht ignorieren – dafür ist Aydin Günes zu sehr Sportsmann.

Daher lässt er sich auch nur sehr ungern auf einen Vergleich der beiden Ballsportarten ein: „Das ist schwer zu vergleichen. Fußball ist eine andere Belastung, aber unter dem Strich etwa gleich anstrengend. Da ich Handball schon viel länger spiele, muss ich sagen, dass Handball mehr Bock macht. Aber im Fußball fühle ich mich auch wohl.“ Ob mit dem Fuß oder der Hand, Aydin Günes hat seine zweite sportliche Heimat gefunden.

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