„Wir brauchen mehr leichte Treffer über das Tempospiel“: Der Forderung seines Trainers Torsten Weber kommt Moritz Kosch (rechts) bislang am ehesten nach. Er ist mit 16 Toren in drei Spielen bester Bruchköbeler Torschütze.
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„Wir brauchen mehr leichte Treffer über das Tempospiel“: Der Forderung seines Trainers Torsten Weber kommt Moritz Kosch (rechts) bislang am ehesten nach. Er ist mit 16 Toren in drei Spielen bester Bruchköbeler Torschütze.

HANDBALL

SG Bruchköbel muss Abwehr stabilisieren: „Harz könnte entscheidender Vorteil sein“

  • VonRobert Giese
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Die Voraussetzungen könnten nicht unterschiedlicher sein für die beiden Handball-Oberligisten aus der Region: Die SG Bruchköbel will im Derby gegen den TV Petterweil endlich den ersten Saisonsieg einfahren.

Hanau/Bruchköbel –Die HSG Hanau II strebt das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte dieser Saison an und trifft im Duell der ungeschlagenen Teams in Breckenheim auf einen alten Bekannten.

SG Bruchköbel - TV Petterweil (So., 17 Uhr): Den ersten Punkt der neuen Oberliga-Saison konnte die SG Bruchköbel am vergangenen Wochenende sammeln, im Heimspiel am Sonntag (17 Uhr, Dreispitzhalle) soll für das Team von Torsten Weber nun auch der erste Sieg her. Gegner ist dabei der Lokalrivale TV Petterweil, gegenüber dem die Bruchköbeler einen entscheidenden Vorteil haben könnten.

Der Tabellenvierte spielt nämlich normalerweise ohne Haftmittel und hat die ersten drei Saisonspiele ohne Harz bestritten, in der Dreispitzhalle hingegen wird am Sonntag reichlich geharzt. „Das kommt uns selbstverständlich entgegen und könnte für uns ein großer Vorteil sein“, meint Weber, der zusätzlich auf die Atmosphäre in der Halle setzt: „Das Spiel gegen Petterweil ist ein Derby und wir hoffen, dass am Sonntag auch die entsprechende Stimmung aufkommt.“

Mit zwei Siegen aus drei Spielen hat der Aufsteiger einen glänzenden Saisonstart hingelegt, das ist nach Ansicht des Bruchköbeler Trainers aber auch auf den gut besetzten Kader zurückzuführen: „Mit Jonas Koffler haben sie einen Spieler, der alle überstrahlt“, so Weber zum fünftbesten Torschützen der Liga, und Florian Wassberg bringe auf der rechten Seite ebenfalls jede Menge Qualität mit. Über die Fähigkeiten des TVP-Torwarts dürften die Bruchköbeler Fans derweil bestens im Bilde sein, schließlich lief Iteb Bouali früher lange für die SGB auf.

SGB: Wiedersehen mit Iteb Bouali

Um beim Wiedersehen mit seinem früheren Schlussmann am Ende die Nase vorn zu haben, muss sich der Tabellensiebte im Vergleich zur Vorwoche allerdings in vielen Bereichen steigern. „Wir müssen vor allem die Rückraumachse von Petterweil in den Griff bekommen, und überhaupt muss unsere Abwehr wieder viel stabiler stehen“, fordert Weber mit Blick auf die 31 Gegentore in Vellmar, „und wir brauchen auch wieder mehr leichte Treffer über das Tempospiel.“

Das traut der Bruchköbeler Trainer seiner Mannschaft trotz der dünnen Personaldecke - Bennet Wienand ist nach einer Bänderverletzung im Fuß der jüngste Neuzugang im SGB-Lazarett - durchaus zu: „Wir sind fit genug, um Tempo zu gehen“, ist sich Weber sicher, der neben Wienand erneut auf Leon Eck und Sergej Zutic verzichten muss und daher den gleichen Kader wie in der Vorwoche zur Verfügung hat.

HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim - HSG Hanau II (So., 18 Uhr): Als ungeschlagener Spitzenreiter der Süd-Gruppe der Oberliga reist die zweite Mannschaft der HSG Hanau am Sonntagabend zur HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim - und damit zu einem Team, das ebenfalls noch keine Niederlage hinnehmen musste. Beim Tabellendritten erwartet die Hanauer Handballer nicht nur ein alter Bekannter, sondern auch ein sehr variabler Gegner.

So verteidigt Breckenheim normalerweise mit einer 6:0-Abwehr, zeigt sich bei deren Interpretation aber sehr flexibel und stellt das Deckungssystem während des Spiels gerne um - Hanau könnte es daher zwischenzeitlich auch mit einer 4:2- oder 3:2:1-Defensive zu tun bekommen. „Darauf müssen wir unbedingt vorbereitet sein und klare Antworten finden“, will sich Wess von den taktischen Spielereien des Gegners keinesfalls aus dem Konzept bringen lassen. Dabei setzt der Hanauer Trainer, dessen Team zuletzt mit sehr torarmen Partien Aufsehen erregte, auf eine bessere Chancenverwertung: „Unsere guten Möglichkeiten müssen wir endlich auch nutzen!“

Die im bisherigen Saisonverlauf ungemein stabile Abwehr des Tabellenführers trifft auf der Gegenseite auf ein junges, ambitioniertes Team, in dem aber auch einige erfahrene Spieler wie Philipp Botzenhardt spielen, der früher in Diensten des TV Gelnhausen stand. Rückraumspieler Eric Schaeffter dürfte vielen Hanauern ebenfalls noch wohlbekannt sein, schließlich lief dieser früher für die erste Mannschaft der Grimmstädter auf. Über die starke Defensivarbeit seiner Mannschaft freut sich Wess zwar, will sie aber gerade gegen einen derart starken Gegner nicht als selbstverständlich hinnehmen: „Was wir am Sonntag unbedingt vermeiden müssen, sind einfache Gegentore. Da dürfen wir nicht ins offene Messer laufen.“

Einfache eigene Tore aus dem Tempospiel heraus würden den Abwehrspezialisten aus der Brüder-Grimm-Stadt hingegen auf dem Weg zu einem weiteren Punktgewinn in die Karten spielen - und punkten will Wess auch gegen Breckenheim unbedingt. Die starken Leistungen in den bisherigen Saisonspielen haben bei den Hanauern nämlich neben „richtig guter Stimmung“ auch für ein gesundes Selbstbewusstsein gesorgt: „Dass wir etwas holen können“, sagt Wess und verweist auf die bisherige Punkteausbeute, „haben wir schließlich schon gezeigt.“ (Von Robert Giese)

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