Kaum noch fitte Spieler, aber kämpferisch erste Sahne: die White Wings. Foto: White Wings

Hanau

Mit nur sechs Stammkräften: White Wings gelingt Sensationserfolg

Basketball. Vor elf Tagen befanden sich die Hebeisen White Wings noch auf Talfahrt. Jetzt schnuppern sie wieder an den Playoff-Plätzen: Mit einem 91:75-Auswärtserfolg bei den Hamburg Towers setzten die Hanauer ihren Aufwärtstrend fort und schoben sich auf den neunten Tabellenplatz der ProA vor.

Von Dominik Sharaf

Das Zustandekommen des Sieges über den Bundesliga-Kandidaten war noch sensationeller als das Ergebnis. Kapitän Christian von Fintel war kurz vor der Begegnung verletzt ausgefallen. Also rangen die White Wings den haushohen Favoriten mit nur sechs Stammkräften nieder.

In den letzten zehn Minuten der Partie mobilisierte die Mannschaft sämtliche Kraftreserven. Luquon Choice, Till-Joscha Jönke, Chase Adams und Josef Eichler hatten am Ende jeweils mehr als 34 Minuten auf dem Parkett gestanden und zuvor in einem sensationellen dritten Viertel mit 32 Punkten scheinbar alle Körner verfeuert.

Zittern nicht nötig„Ich habe in dieser Phase mit den Spielern gezittert und gehofft, dass wir nicht einbrechen“, sagt Sportdirektor Helmut Wolf mit Blick auf Last-Minute-Niederlagen im Dezember.

Doch Zittern war gar nicht nötig: Die White Wings blieben auf dem Gaspedal und bauten ihren Vorsprung von sechs auf 16 Punkte aus – auch, weil die Towers ebenfalls dezimiert waren und auf ihre beiden etatmäßigen Center verzichten mussten.

Mannschaftsdienliches SpielSchlüssel zum Sieg waren die Hanauer Erfolgsquoten beim Abschluss: 58 Prozent der Würfe aus der Zone fielen durch die Reuse, 42 Prozent der Dreier landeten im Korb. Drei von vier Anläufen von der Freiwurflinie waren von Erfolg gekrönt – bessere Zahlen als die der Hamburger, die aus ihren Rebounds (33:39) kein Kapital schlugen.

Wolf lobt die Spieler aus der zweiten Reihe, die für den möglicherweise wochenlang fehlenden von Fintel und Paul Albrecht in die Bresche sprangen. Nachwuchshoffnung Jonas Herold und Benedikt Nicolay punkteten nicht, spielten aber mannschaftsdienlich.

Choice abschlussfreudig„Die beiden haben ihre Sache gut gemacht. Auch in den kommenden Wochen werden sie ihre Chance bekommen“, sagt Wolf. Er spricht jedoch auch von einer möglichen Verstärkung des Kaders.

Bester Hanauer Werfer war Luquon Choice, der 26 Punkte erzielte. Dass er nur die Hälfte seiner Versuche aus der Distanz im Korb unterbrachte war Zeichen dessen, wie abschlussfreudig er sich präsentierte.

Komfortabel wie lange nichtAuch in den übrigen Hallen der ProA lief es für die White Wings: Die Kirchheim Knights verloren mit 84:95 gegen den Tabellenzweiten Crailsheim Merlins und die Gladiators Trier gingen überraschend mit 85:99 gegen das Ulmer Team Orange Academy unter.

Beide Mannschaften sind nach dem 17. Spieltag auf den Plätzen acht und zehn punktgleich mit den Hanauern auf Rang neun. Sie trennt nur ein Sieg vom Sechsten Hamburg. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt zehn Zähler und ist so komfortabel wie nie in der laufenden Saison.

White Wings:Choice (26 Punkte / 5 Rebounds), Jönke (19/5), Adams (17/5), Long (14/4), Brady (10/6), Eichler (5/5), Nicolay (0/1), Herold.

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