Okan Tastan darf erst mal nicht mehr gegen den Ball treten: Der Spieler von Türk Gücü ist für fünf Spiele gesperrt worden. Archivfoto: TAP

Hanau

Schiri geschubst: Türk Gücü entgeht Punktabzug

Fußball. Türk Gücü Hanau ist in der Gruppenliga Frankfurt Ost von einem befürchteten Punktabzug verschont geblieben, bekommt aber erwartungsgemäß das am 23. Oktober von Schiedsrichter Dennis Meinhardt (Buchonia Flieden) abgebrochene Punktspiel gegen den SV Somborn als verloren gewertet.

Von Frank SchneiderDas war das Ergebnis der Verhandlung des Frankfurter Regionalsportgerichts, das sich am Mittwochabend im Aufenauer Landgasthof „Zur Quelle“ mit den Geschehnissen an der Rudi-Völler-Sportanlage befasste.

Das Rechtsgremium, dem neben dem Vorsitzenden Heller noch die beiden Beisitzer Manfred Schmidt und Gerhard Sinner (beide Fußballkreis Büdingen) angehörten, sah nach den Schilderungen von Schiedsrichter Meinhardt den Spielabbruch als begründet an.Tastan bestreitet Stoßen„Den Schiedsrichter körperlich anzugehen ist ein Eingriff in die persönliche Integrität“, erklärte Rolf Heller. Dennis Meinhardt versicherte zwar, dass das Spiel bis zum Abbruch in der 61. Minute (Spielstand 2:2) völlig in geordneten Bahnen gelaufen sei, der Schubser nicht allzu heftig gewesen war und er auch nach dem Spiel sich nicht bedroht fühle, doch Spielraum für eine Fortführung der Partie sei nach dem Angriff des Hanauer Spielers keiner mehr vorhanden gewesen.Meinhardt identifizierte in der Verhandlung den Hanauer Defensivspieler Okan Tastan als denjenigen, der ihm den leichten Stoß verpasst hätte und gab an, dass ihn ein weiterer Spieler danach am Arm gezogen hätte. Tastan wiederum bestritt das Stoßen und erklärte, dass er es war, der danach dem Unparteiischen am Arm gepackt hätte. Obwohl danach noch die Hanauer Spieler Michele Moscelli, Serkan Günes, Muhammed Tok, Tezcan Günes und Spielführer Güney Günel von Heller und seinen Beisitzern befragt wurden, ließ sich nicht mehr Licht ins Dunkel bringen.Storm flog vorher vom FeldDennis Meinhardt gab an, dass einige Spieler auf ihn zugestürmt seien und ihn teilweise angeschrien hätten, doch er konnte aus seiner Sicht lediglich den Spieler Tastan als Verursacher des Stoßes klar zuordnen. Auslöser war übrigens der Sachverhalt, dass der Schiedsrichter dem bei einem indirekten Freistoß zu früh aus der Mauer laufenden Michele Moscelli die Gelb-Rote Karte zeigen wollte.Kurz zuvor war Türk Gücü-Torjäger Connor Storm wegen einer Beleidigung mit „Rot“ vom Feld geflogen. Die Spielunterbrechung wegen der Beleidigung hatte besagten Freistoß im Strafraum der Hanauer ausgelöst.

Sperre greift sofortDie übrigen Akteure des Hanauer Kreisvertreters blieben übrigens straffrei. Die Sperre für Okan Tastan von fünf Spielen greift sofort, bereits am Sonntag im Derby beim VfR Kesselstadt steht er dem Aufsteiger schon nicht mehr zur Verfügung. Hinsichtlich der Bewertung des Angriffs und der daraus folgenden Gesamtstrafe kam der Aufsteiger mit einem blauen Auge davon.Das Regionalsportgericht bewertete den Angriff des Spielers auf den Schiedsrichter nicht als Tätlichkeit, sondern (nur) als „grobe Unsportlichkeit“.  So blieb Türk Gücü Hanau von einem zusätzlichen Punktabzug beziehungsweise eines Spielverbots verschont. Diese Sanktionen sieht Paragraph 37 der Strafordnung des Hessischen Fußball-Verbandes bei Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter vor.

Türk Gücü wird wohl auf Einspruch verzichtenDie Verfahrenskosten haben die Hanauer indes zu bezahlen. Unter dem Strich war der Spielabbruch also ein teurer Spaß. Ein Spiel als verloren gewertet, dazu noch finanzielle Einbußen und ein Spieler bis zur Winterpause gesperrt.Nach Aussagen der beiden Vorstandsmitglieder Alim Katilmis und Mehmet Bayram wird Türk Gücü wohl auf einen Einspruch verzichten. Rechtsgültig ist das Urteil aber erst mit Ablauf der Einspruchsfrist.

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