Soll den HSC Richtung Hesseliga schießen: Der frühere bosnische Junioren-Nationalspieler Dalibor Pandza kam 2020 nach Deutschland und spielte beim FV Bad Vilbel und dem SV Neuhof.
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Soll den HSC Richtung Hesseliga schießen: Der frühere bosnische Junioren-Nationalspieler Dalibor Pandza kam 2020 nach Deutschland und spielte beim FV Bad Vilbel und dem SV Neuhof.

VERBANDSLIGA

SC 1960 Hanau holt ehemaligen Erstligastürmer Dalibor Pandza

Fußball-Verbandsligist SC 1960 Hanau hat nochmals auf dem Transfermarkt zugeschlagen und mit Dalibor Pandza vom Hessenligisten SV Neuhof einen überaus erfahrenen Stürmer verpflichtet. Als ehemaliger bosnischer Junioren-Nationalspieler kommt der 30-Jährige hochdekoriert im Herbert-Dröse-Stadion an. Immerhin 108 Erstligaspiele absolvierte Pandza in seiner Heimat.

Hanau – Seine bekanntesten Vereine waren FK Sarajevo sowie Dinamo und Lokomotive Zagreb. Im Jahr 2020 zog Pandza aus familiären Gründen nach Deutschland. In Offenbach lebend, schloss sich der Bosnier dem Hessenligisten FV Bad Vilbel an, im Frühjahr dieses Jahres wechselte er zum Ligarivalen SV Neuhof, für den er aber nur drei Freundschaftsspiele absolvierte. „Die Fahrtstrecke nach Neuhof war mir zu weit. Ich freue mich jetzt auf meine neue Aufgabe, ich mag die Leute beim SC 1960 Hanau.“

Dass er sportlich eine Liga absteigt, nimmt Dalibor Pandza gelassen hin. „Ich bin jetzt in einem Alter, wo man das Fußballspielen einfach nur genießen will.“ Im Trikot des FV Bad Vilbel erzielte Pandza in acht Hessenligaspielen zwei Tore, ehe eine Rotsperre ein Durchstarten bei den Wetterauern verhinderte.

Ziel: Trainerlizenz erwerben und im Dress des HSC Tore schießen

Vielleicht folgt jetzt beim SC 1960 Hanau die erhoffte Leistungsexplosion. Denn der große Durchbruch in Deutschland blieb Pandza bislang verwehrt, doch mittlerweile genießen berufliche Verpflichtungen für ihn eine höhere Priorität, auch wenn der Fußball im Leben des Ex-Profis weiter eine große Rolle spielt. So möchte Pandza seinen Aufenthalt in Deutschland auch dazu nutzen, die Trainerlizenz zu erwerben.

Beim HSC wird die neue Offensivkraft mit offenen Armen empfangen. Trainer Savas Erinc hatte sich noch einen Strafraumstürmer wie Pandza gewünscht. Er soll vor dem gegnerischen Tor für Gefahr sorgen, während die hochtalentierten Luftrim Kodraliu oder Ronaldo Dos Santos ebenfalls in der Offensive wirbeln. Erinc glaubt, für ganz vorne nun eine sehr gute Mixtur zur Verfügung zu haben. Bei früheren Stationen war Dalibor Pandza vorwiegend als Flügelstürmer unterwegs, der Platz in der Sturmmitte ist ihm allerdings nicht fremd.

Mit diesem jüngsten Transfer-Coup sind laut Savas Erinc die Personalplanungen beim ambitionierten Verbandsligisten abgeschlossen. Allerdings lehrt die jüngste Vereinsgeschichte des Klubs, dass kurzfristige und überraschende Personalien nie gänzlich auszuschließen sind. „Wir haben eine gute Truppe“, ist Erinc mit dem zusammengestellten Kader durchaus zufrieden.

Sorgen auf Torhüter-Position nach Pellowski-Verletzung

Etwas Sorgen bereitet dem 35-jährigen Übungsleiter derzeit die Situation auf der Torwart-Position. Jannis Pellowski, der für den noch verletzten Rückkehrer Abdulsamed Ersöz eingesprungen war, verletzte sich kürzlich im Kreispokal-Halbfinalspiel gegen den 1. FC Erlensee ebenfalls. Die MRT-Untersuchung ergab, dass im Zuge eines Sprunggelenktraumas alle drei Innenbänder im Fußgelenk des Ex-Profis in Mitleidenschaft gezogen worden sind. „Teilweise sind sie überdehnt oder leicht eingerissen“, berichtet Erinc. Pellowski trägt aktuell eine Schiene und arbeitet mit einem Physiotherapeuten auf sein Comeback hin.

Frühestens in fünf Wochen wird der erfahrene Torhüter dem Verbandsligisten wieder zur Verfügung stehen. In den nächsten Partien wird Ersatzkeeper Günel Günes das Tor der Hanauer hüten. Über höherklassige Erfahrung verfügt der 34-Jährige allerdings nicht. „Er genießt trotzdem unser Vertrauen“, sagt Trainer Erinc, der aber auch registriert, wie eifrig Abdulsamed Ersöz für sein Comeback schuftet. „Ich bin auf einem guten Weg, mache Doppelschichten im Fitnessstudio für den Kraftaufbau und trainiere dazu noch dreimal die Woche mit meinem privaten Torwarttrainer“, erzählt Ersöz.

Noch weiß er nicht, ob es für den ersten Spieltag am 15. August (Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Frankfurt) reicht, die Hoffnung ist aber vorhanden und an der nötigen Motivation, alles dafür zu tun, um rechtzeitig fit zu werden, mangelt es Ersöz sowieso nicht. Der Ehrgeiz des Schlussmanns, der zuletzt für die SG Bad Soden in der Verbandsliga Nord spielte, ist groß.

Aktuell befindet sich der HSC im Trainingslager in Bad Orb. Am Sonntag nach der Rückkehr tritt die Erinc-Elf direkt zum Pokalspiel beim A-Ligisten VfB Großauheim an. (Von Frank Schneider)

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