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Das Feiern muss warten: Die TGS Niederrodenbach (Maurice Amend aus der ersten Mannschaft) stellt durch den Saisonabbruch gleich drei Aufsteiger, wegen des grassierenden Coronavirus wird die große Party aber verschoben.

Saison vorzeitig beendet

TGS Niederrodenbach ehrt seine drei Aufsteiger zu einem späteren Zeitpunkt

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Das vorzeitige Saisonende im Handball hat in der Region einigen Teams unverhofft früh Meisterschaft und Aufstieg beschert: Die TGS Niederrodenbach kann sich gleich über einen dreifachen Aufstieg freuen, denn neben der Frauenmannschaft steigen auch erste und zweite Männermannschaft auf.

Eigentlich ein Grund zum Feiern, doch wegen des Coronavirus finden die Meisterfeiern zunächst nur auf Sparflamme statt. „Normalerweise würden wir die Hütte abreißen“, sagt Sebastian Dietz, der Sportliche Leiter der TGS Niederrodenbach, zur Aufstiegseuphorie in seinem Verein, „aber ob das im größeren Rahmen möglich ist, müssen wir erst noch prüfen.“ 

In kleiner Runde haben die Sportler ihre jeweiligen Aufstiege allerdings schon begossen, schließlich haben sie auf dieses Ziel lange hingearbeitet und mussten zum Teil eine Ehrenrunde drehen, bis sie es nun endlich erreichten. So verpasste die zweite Männermannschaft der Niederrodenbacher den Aufstieg in der Vorsaison nur, weil in der Bezirksoberliga bereits die erste Mannschaft der TGS spielte. 

Saison nur zu pausieren sei schwer umsetzbar gewesen

Mit knapp einem Jahr Verspätung können sich die Spieler nun dennoch über den Aufstieg freuen, auch wenn es diesmal knapper war als im Vorjahr: Mit dem 34:30-Sieg im Spitzenspiel über die HSG Dreieich hielten die Niederrodenbacher den Konkurrenten im Kampf um die Aufstiegsplätze am vergangenen Spieltag in Schach und sicherte sich damit den zweiten Platz, der zum Aufstieg in die Bezirksoberliga berechtigt; Dreieich hat zwar ein Spiel weniger absolviert als die TGS, hätte die Niederrodenbacher aber auch bei einem Sieg im Nachholspiel nicht einholen können. Deutlicher war es bei der ersten Mannschaft, die in der Bezirksoberliga mit klarem Vorsprung die Tabelle anführte und nun frühzeitig mit den Planungen für die kommende Saison in der Landesliga beginnen kann. „Über die Saison gesehen sind wir sicher der verdiente Aufsteiger“, meint Dietz daher, auch wenn die Nachricht das Team überraschte: „Wir haben uns im Training gerade auf das Spitzenspiel in Maintal vorbereitet“, erzählt Dietz, „aber als wir erfahren haben, dass die Saison beendet ist, haben wir das Training abgebrochen und spontan gefeiert.“ Die Saison ganz abzubrechen ist in den Augen des Niederrodenbachers zwar ein großer Schritt, aber letztendlich die richtige Entscheidung. 

Die Saison nur pausieren zu lassen, wäre seiner Ansicht nach schwierig umzusetzen: „Wie weit nach hinten sollen die Spiele denn geschoben werden? In den unteren Ligen mag das vielleicht noch gehen, im Juni zu spielen, aber bei den Profis ist alles eng getaktet.“ Für Vereine wie Preagberg, die von der aktuellen Regelung stark getroffen würden, tue es ihm allerdings sehr leid. „Vielleicht“, so Dietz, „gibt es da ja noch Möglichkeiten, das Ganze fairer zu gestalten.“ Im Moment herrsche jedenfalls eine absolute Ausnahmesituation, in der sich Vereine danach richten müssten, was andere entscheiden – was auch die Meisterfeiern betreffe. Was das angeht, zeigt sich die TGS aber flexibel: „Den dreifachen Aufstieg würden wir auch erst im Juli groß feiern“, versichert Dietz und lacht. Im kleinen Rahmen hat auch die zweite Mannschaft der HSG Hanau ihren Aufstieg gefeiert, schließlich spielt das Team von Norbert Wess in der kommenden Saison in der Oberliga. 

HSG-Coach spricht von einer sensationellen Runde

„Es ist zwar etwas merkwürdig, auf der Couch Meister zu werden“, kommentiert der HSG-Coach die überraschende Nachricht vom vorzeitigen Saisonende, „aber wir haben eine sensationelle Runde gespielt und freuen uns natürlich trotzdem.“ Vier Verlustpunkte weniger als ihre Konkurrenten hatten die Hanauer zuletzt, führten die Tabelle den größten Teil der Saison an und hätten sich die Meisterschaft daher redlich verdient. „Bis hierhin waren wir die Besten“, betont Wess, „und wir wären auch stabil genug gewesen, um diesen Platz zu verteidigen.“ Während die Spitzenteams der Landesliga alle ein ähnliches Restprogramm gehabt hätten, gibt der HSG-Coach zu bedenken, dass die Entscheidung für andere Teams unglücklich sei: „Da hätten einige noch gegen direkte Konkurrenten gespielt und vielleicht noch etwas ändern können. Allerdings hatten sie auch bis zum vergangenen Spieltag Zeit gehabt, die nötigen Punkte zu holen.“ 

Durchgesetzt hat sich auch die HSG Hanau II um Frederik Stengel.

Anders gestalte es sich bei den Mannschaften, die weniger Spiele absolviert hätten als ihre Konkurrenten – „das macht die Tabelle ziemlich krumm. Aber klar ist auch, dass wir eine für alle gerechte Lösung nicht finden werden.“ Seine Mannschaft freue sich jedenfalls ausgiebig über den Aufstieg, „denn das haben wir uns nach all dem Schweiß und all der Arbeit auch verdient.“

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