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1. FC 06 Erlensee: Ruhe bewahren ist das oberste Gebot

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Endlich wieder einmal Jubeln wollen Trainer Jochen Breideband und der FC 06 Erlensee gegen Aufsteiger Weidenhausen. Trotz der jüngsten Misere halten die 06er an ihrem Trainer fest.
Endlich wieder einmal Jubeln wollen Trainer Jochen Breideband und der FC 06 Erlensee gegen Aufsteiger Weidenhausen. Trotz der jüngsten Misere halten die 06er an ihrem Trainer fest. © scheiber

In der Hessenliga nimmt Erlensee im Heimspiel gegen Aufsteiger Weidenhausen den nächsten Anlauf zur Wende.

Erlensee – Fußball-Hessenligist 1. FC Erlensee sucht verzweifelt den Weg aus der Krise. „Wir nehmen einen neuen Anlauf“, sagt der Sportliche Leiter Chris Sickmann vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger SV Adler Weidenhausen (Sa., 16 Uhr, Fliegerhorst). Ein Erfolgserlebnis gegen die gut gestarteten Nordhessen muss dringend her, um mit einigermaßen Schwung in die im Herbst zahlreich anstehenden Spiele gegen Topteams gehen zu können.

Mit kargen sieben Punkten auf der Habenseite ziert der FCE gemeinsam mit dem TSV Steinbach Haiger II und Rot-Weiss Hadamar das Tabellenende der Hessenliga, aus der am Ende der Saison bis zu sieben Vereine absteigen könnten. Was die Lage noch bedrohlicher erscheinen lässt: Bislang hat der Hanauer Kreisvertreter überwiegend gegen Teams aus der hinteren Tabellenhälfte gespielt und gegen viele vermeintliche Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt Punkte abgegeben. „Der Druck wächst täglich“, weiß Sickmann. Natürlich auch auf Trainer Jochen Breideband, dessen personelle Veränderungen im bisherigen Verlauf der Hinrunde auf dem Platz viel zu selten fruchteten.

Was kann besser laufen, damit der Turnaround gelingt? Sportchef Sickmann berichtet von intensiven Gesprächen mit Trainerteam und Mannschaft. „Wir haben Lösungsansätze erarbeitet“, sagt Sickmann. Konkreter ausführen mag er diese nicht. Vorerst. Im aktuellen Krisenmodus, aus dem der Hessenligist schleunigst heraus möchte, ist Ruhe bewahren das oberste Gebot. Dass extern und im Umfeld des behutsam geführten Vereins auch die Trainerfrage diskutiert wird, ist bei zehn sieglosen Pflichtspielen in Folge normal. Man darf nicht vergessen: In der vergangenen Saison rockte der FCE als Überraschungsteam die Hessenliga und schnupperte bisweilen – zumindest bis der Verein entschied, keine Lizenzierungsunterlagen einzureichen – sogar am Aufstieg in die Regionalliga Südwest.

Jetzt ist für den wegen seiner herausragenden Jugendarbeit durchaus ambitionierten Verein die Rückversetzung in die Verbandsliga Süd plötzlich der realistischere Ligawechsel. „Wir wollen mit aller Macht den Klassenerhalt erreichen“, sagt der Sportliche Leiter des FCE. Am liebsten, das kann man den Machern des Vereins abnehmen, mit Chefcoach Jochen Breideband und dessen Trainerteam. Intern wurde das Saisonziel längst korrigiert. Die Formulierung, die gute Vorsaison so gut wie möglich bestätigen zu wollen, ist der glasklaren Vorgabe, den Abstiegskampf erfolgreich zu meistern, gewichen.

Drei Punkte gegen Aufsteiger Weidenhausen wären ein wichtiger Schritt. Die Anfangseuphorie scheint beim ersten Hessenligisten im Werra-Meißner-Kreis zwar ein wenig verflogen, doch die Breideband-Elf muss sich auf einen kampfstarken und in der Offensive gefährlichen Gegner einstellen. „Mit Hacke, Spitze, eins, zwei, drei werden wir das Spiel sicherlich nicht gewinnen“, deutet Chris Sickmann an, dass die kämpferische Komponente ein entscheidender Faktor gegen den derzeitigen Tabellenzehnten sein könnte.

Personell gibt es beim FCE keinen Anlass zur Sorge. Lediglich hinter dem Einsatz von Dorian Ahouandjinou rankt noch ein kleines Fragezeichen. Danny Fischer wird in den Kader zurückkehren.

Apropos Kader: Mit Blick auf die Winterpause und das große Ziel Klassenerhalt schließt Chris Sickmann Veränderungen im aktuellen Aufgebot nicht aus. Sowohl Zu- als auch und Abgänge gelten als wahrscheinlich, auch um auf dem Spielersektor frische Impulse zu setzen. Eine Personalie liegt auf der Hand: So hofft die Sportliche Leitung des FCE auf eine Rückkehr des zurzeit in Amerika weilenden Torhüters Tim Kuhl, der seine berufliche wie sportliche Zukunft allerdings noch nicht entschieden hat. „Aktuell geht seine Tendenz Richtung Deutschland. Und sollte dies so kommen, haben sowohl er als auch wir großes Interesse an einem Rückwechsel“, versichert Sickmann. (Frank Schneider)

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