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Ruderer, aber keine Wasserratte: Klein-Auheimer Ole Hanack startet bei Junioren-EM

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Selbstbewusst geht der 17-Jährige Klein-Auheimer am Wochenende bei der Junioren-Europameisterschaft ins Boot.
Selbstbewusst geht der 17-Jährige Klein-Auheimer am Wochenende bei der Junioren-Europameisterschaft ins Boot. © Scheiber

Endlich zurück aufs Wasser. 2020 lag die Wettkampfsaison für den Rudersport brach. Das ist in diesem Jahr wieder anders: Die Ruder-Europameisterschaft für Junioren wird an diesem Wochenende in München ausgetragen. Mit dabei ist auch Ole Hanack vom Hanauer RC Hassia.

Hanau – „Mit neun Jahren saß ich das erste Mal in einem Ruderboot. Meine Schwester hat mich damals mitgenommen. Auch sie rudert. Und ich bin schließlich hängen geblieben“, erinnert sich der Klein-Auheimer. „Ich gehe gerne ins Training, es hat schon immer viel Spaß gemacht.“ Spaß, aus dem schnell Erfolg wurde. Seit zwei Jahren trainiert er bei der Hassia und geht an diesem Wochenende bei der Junioren-Europameisterschaft in München an den Start. Aufgrund seiner Saisonleistungen wurde der 17-Jährige vom Deutschen Ruderverband für die EM benannt.

Für Ole Hanack einer seiner bisher größten Erfolge. „Es hat sich dadurch die Tür zu internationalen Wettkämpfen für mich geöffnet. Und das war schon immer mein Ziel. Ich will international an den Start gehen“, schwärmt der talentierte Ruderer. Bei der Junioren-EM wird er die deutschen Farben im Achter vertreten. Das erste Mal gesehen hat sich das deutsche Team Ende August. „Wir haben an dem Wochenende gemeinsam trainiert und sind sehr schnell zusammengewachsen. Wir funktionieren als Team“, sagt Ole Hanack.

Die Zeit zwischen den Trainingswochenenden habe er genutzt, um zu Hause zu trainieren. „Da stand am Anfang Rudern und Krafttraining auf dem täglichen Programm. In den letzten beiden Wochen ging es dann eher um Ruderbelastung. Also sehr spezifisches Training im Hinblick auf die anstehende Europameisterschaft.“

Überzeugt vom Teamspirit

Der 17-Jährige ist nach der intensiven Vorbereitung überzeugt von seinem Team. Der Teamspirit sei von Anfang an da gewesen, so Hanack. „Ich fühle mich einfach sehr wohl. Wir haben es geschafft, ein sehr gutes Team zusammenzubekommen. Auch wenn sich die meisten von uns vorher noch nicht kannten. Das Vertrauen in die Mannschaft ist auf jeden Fall da. Es war auch unser Anspruch, eine geschlossene Mannschaft zu bilden und das hat geklappt.“ Alle im Boot teilen auf jeden Fall eine Leidenschaft: über das Wasser zu gleiten. „Ich finde es ist eine schöne Form der Anstrengung auf dem Wasser. Ich mag die Sportart einfach sehr. Und nicht zu vergessen, man rudert immer in einer schönen Umgebung“, so der 17-Jährige.

Wer jetzt denkt, Ole Hanack ist eine Wasserratte, liegt jedoch falsch: „Rudern ist so das einzige, was ich mit Wasser verbinde. Gut, wenn ich ins Wasser falle, kann ich schon auch schwimmen“, lacht der Klein-Auheimer. Schwimmen muss er in München hoffentlich nicht. Aufgeregt ist er aber. Kein Wunder, es ist sein bisher größter Wettkampf. „Es ist meine erste internationale Regatta. Da ist man aufgeregt, aber gleichzeitig auch gespannt, was da noch so kommt. Durch meine Teamkameraden fühle ich mich auf jeden Fall etwas entspannter. Sie nehmen mir den Stress.“ Ole Hanack wurde diese besondere sportliche Anspannung vor einem Wettkampf aber quasi in die Wiege gelegt.

Er stammt aus einer Sportlerfamilie. Ein Vorteil, auch heute noch, scherzt er: „Ums Essen vor Wettkämpfen oder dem Training muss ich mir keine Gedanken machen. Meine Eltern kochen sehr gesund und ich habe auch einen klaren Ernährungsplan, an den ich mich strikt halte.“ Hanacks Eltern werden am Wochenende dabei sein und ihren Sohn vom Ufer aus unterstützen und anfeuern. „Meine Eltern stärken mir immer den Rücken. Das ist mir sehr wichtig.“

Sollte die Nervosität vor dem Start am Wochenende sehr hoch sein, setzt Ole Hanack auf seine Mannschaft, „nicht auf abschotten und Musik hören“, scherzt der 17-Jährige, „ich werde vor dem Rennen wahrscheinlich noch mal alle wichtigen Punkte durchgehen und mich dann ganz auf die Teamkollegen fokussieren, sodass wir gemeinsam in einen Rennmodus kommen.“ Am Ende hätten alle im Boot schließlich ein ganz klares Ziel: Eine Medaille einzufahren. Und erst, wenn das geschafft sei, könne er über weitere Ziele nachdenken. „Was ich noch erreichen möchte, dazu kann ich eigentlich nicht viel sagen, außer, dass ich ein noch besserer Ruderer werden möchte.“

Am kommenden Wochenende will sich Ole Hanack gemeinsam mit seinem Team im Achter auf jeden Fall erst mal für die Mühen der letzten Monate belohnen. „Was danach kommt, werden wir sehen“, so Hanack abschließend. (Von Franca Richter)

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