Rodenbacher Fußball-Urgesteine: Carsten Frey (links) träumt von der SG Rodenbach, Rüdiger Strutt gkaubt, dass die beste Abwehr die Meisterschaft holen wird. Foto: Swierzy

Rodenbach

Rodenbacher Urgesteine als Expertenrunde beim Topspiel

Fußball. Nach den ersten 45 Minuten des Topspiels zwischen Germania Niederrodenbach und Eintracht Oberrodenbach (3:0) trafen sich drei Rodenbacher Fußball-Urgesteine zum Halbzeittalk. Aller sportlichen Rivalität zum Trotz wünschen sich die Ex-Kicker vor allem, dass beide Klubs nächstes Jahr erneut in derselben Liga spielen.

Von Philipp Swierzy

Jochen Adam hat 19 Jahre für Oberrodenbach in der Bezirksliga gespielt. „Ich wünsche mir, dass beide Rodenbacher Vereine nächstes Jahr in derselben Klasse spielen. Es wäre also schön, wenn entweder beide aufsteigen oder beide in der Liga bleiben“, so Adam. Ein Blick auf die aktuelle Tabelle zeigt deutlich, dass ein Aufeinandertreffen in der Gruppenliga das derzeit wahrscheinlichere Szenario für die bevorstehende Spielzeit ist.

Nach dem 2:0-Halbzeitrückstand im Derby ersehnte sich Adam für seine Eintracht noch ein 2:2-Unentschieden. Dass das tatsächlich noch funktionieren könnte, davon zeigte er sich jedoch kaum überzeugt. „Wir können einen sehr guten Konterfußball spielen. Eigentlich sind wir da sehr effektiv, aber die Germania wird uns dazu jetzt nicht mehr die Chance geben“, so Adam zur Halbzeit. In seinem Pessimismus wurde er bestätigt. Seine Eintracht unterlag klar mit 0:3.

Frey freut sich über ZuschauerEine anderes Rodenbacher Fußball-Urgestein wäre auch bei diesem Derby gerne noch mal selbst mit von der Partie gewesen. Carsten Frey hat für Oberrodenbach, aber auch „bestimmt zehn Jahre für Niederrodenbach“ gespielt. „Das ist natürlich geil, gerade wenn so viele Zuschauer da sind. Es ist nach wie vor die schönste Nebensache der Welt“, so Frey. Der Ehemalige ist gar nicht wirklich ein Ehemaliger, denn ab und zu schnürt er noch für die zweite Mannschaft der Germania die Schuhe. „Ein bisschen was lassen Körper- und Fitnesszustand noch zu“, erklärt Frey.

Das dritte Urgestein Rüdiger Strutt galt lange Zeit als Vorzeige-Verteidiger der Germania. Strutt freut sich wie seine beiden Rodenbacher Weggefährten, dass beide Klubs eine so positive Entwicklung genommen haben.Für den Ausgang der Kreisoberliga-Meisterschaft prophezeit der ehemalige Defensivspieler aber, dass seine defensivstarken Niederrodenbacher die Nase vorne haben werden. „Die Abwehr gewinnt Meisterschaften“, so Strutt. Frey sieht das als ehemaliger Stürmer naturgemäß anders. „Die Mannschaft mit den besten Stürmern“ werde das Meisterschaftsrennen für sich entscheiden.

Lieber eine gemeinsame SGAuf lange Sicht aber erhofft sich Frey, der für beide Vereine auf Torejagd gegangen ist, dass es künftig keine Ortsderbys mehr geben wird. Vielmehr wünscht er sich, dass beide Klubs sich zu einer Spielgemeinschaft zusammenschließen. „Ganz ehrlich, ich würde mir eigentlich wünschen, eine SG Rodenbach gegen Hanau 93 in der Verbandsliga zu sehen statt ein Derby Ober- gegen Niederrodenbach“, so Frey.

Die Infrastruktur sowie das Interesse im Umfeld seien vorhanden. „Man braucht ja nur mal drei Kilometer ‧weiter zu schauen nach Langendiebach beziehungsweise nach Erlensee. Da sieht man, dass es hervorragend funktionieren kann. Da kann man auch mal gut kopieren, statt etwas schlecht selbst zu machen“, findet Frey.

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