Robert Kahlina steht nicht mehr für Eintracht Oberissigheim an der Seitenlinie. Archivfoto: Kalle

Fußball

Robert Kahlina tritt zurück: Das sind seine Gründe

Fußball. Paukenschlag in der Kreisoberliga: Robert Kahlina ist nicht mehr Trainer von Eintracht Oberissigheim. Warum der dienstälteste Trainer der Kreisoberliga Hanau das Handtuch geworfen hat, verrät er im Interview.

Von Lukasz Galkowski

Der dienstälteste Trainer der Kreisoberliga Hanau macht Schluss. Seit 2008 war Robert Kahlina Coach von Eintracht Oberissigheim – zunächst als Doppellösung mit Kai Krüger, später in Alleinverantwortung.

Gleich in seiner ersten Saison hatte er den Verein in die Kreisoberliga geführt, 2015 verpasste die Eintracht unter seiner Regie den Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt Ost nur knapp in der Relegation. In dieser Saison lief es für Eintracht Oberissigheim bisher aber überhaupt nicht rund. Am Dienstag hat Kahlina an der Obermarkersdorfer Straße das Handtuch geschmissen. Im Interview mit unserer Zeitung spricht Kahlina über die Gründe, die zu seiner Entscheidung geführt haben.

Herr Kahlina, warum haben Sie Ihr Amt niedergelegt? Spielte da die 0:4-Niederlage gegen Niederrodenbach eine Rolle?„Niederrodenbach war klar besser und hat uns unsere Grenzen aufgezeigt. Das war aber nicht der ausschlaggebende Punkt. Wir haben bisher eine durchwachsene Saison gespielt und sind in der Kreisoberliga hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Was ich aber auch wahrgenommen habe, war eine vorher nie dagewesene, extreme Form der Unzufriedenheit seitens der Spieler. Die Ruhe der letzten Jahre, um arbeiten zu können, war nicht mehr vorhanden. Das war der Hauptgrund für meine Entscheidung. Wir haben einen großen Kader, was einerseits gut ist, andererseits aber auch problematisch, wenn Jungs auf der Bank saßen, die es nicht gewohnt sind. Ich möchte allerdings keine Generalkritik an den Spielern üben. Auch ich hatte meinen Anteil an dieser Misere.“

Es waren also nicht nur sportliche Gründe für den Rücktritt?„Wir haben vor drei Wochen nach einer internen Besprechung der Mannschaft ein konstruktives Gespräch mit dem Spielerrat geführt und nach Gründen für die aktuelle Situation gesucht. Nach dem Spiel in Oberrodenbach [1:0-Sieg, Anmerkung d. Redaktion] hatte ich das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Zwei Wochen später musste ich aber feststellen, dass keine Veränderung zu erkennen war. Die Mannschaft hat einfache taktische Vorgaben nicht umsetzen können. Die Leidenschaft und der Erfolgshunger haben bei einzelnen Spielern gefehlt, was mich jetzt zu diesem Schritt bewegt hat.“

Hatten Sie bis zum Schluss die Unterstützung des Spielausschusses?„Ich hatte von Volker Machtanz und Klaus Stephan immer die absolute Rückendeckung. Sie hätten auch weiterhin an mir festgehalten. Und weil ich diese 100-prozentige Unterstützung hatte, wollte ich die beiden nicht in die Bredouille oder unter Zugzwang bringen und habe beschlossen, dass es das Beste ist, das Handtuch zu werfen.“

Wie verlief die Trennung?„Wir gehen im Guten auseinander und das meine ich auch wirklich so. Ich werde dem Verein weiterhin als Mitglied die Treue halten und es ist möglich, dass ich die Alte-Herren-Mannschaft bei wichtigen Spielen unterstütze.“

Wie bewerten Sie die mehr als acht Jahre als Trainer in Oberissigheim? „Es war eine intensive und tolle Zeit, ich möchte gar nichts missen. Wir sind in die Kreisoberliga aufgestiegen, hatten nie eine lange Durststrecke, es ging stetig bergauf. Die Zusammenarbeit mit dem Spielausschuss und den Leuten außenherum war toll. Der Schritt aufzuhören, war absolut kein leichter gewesen.“

Was planen Sie jetzt? Wollen Sie sich erst einmal eine Pause als Trainer gönnen oder soll es am besten gleich weitergehen?„Ich saß nie auf diesem Trainerkarussell, es muss alles erst einmal sacken. Finanziell bin ich nicht darauf angewiesen, dass ich einen Trainerjob habe. Aber es wird bestimmt wieder einen Robert Kahlina als Trainer geben. Ich habe schließlich nicht umsonst meine B-Lizenz gemacht. Wie es genau weitergeht, wird sich zeigen.“

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