Lea Richter hat sich bei RW Großauheim nach einem Kreuzbandriss zurückgekämpft und führt die Mannschaft als Kapitänin auf das Spielfeld. Foto: Adrian

Großauheim

Lea Richter übernimmt bei RW Großauheim Verantwortung

Fußball. Von außen wirkt Lea Richter eher zierlich. Doch die 21-Jährige weiß, worauf es in einer Mannschaft ankommt. Nicht umsonst ist sie Kapitänin des RW Großauheim.

Von Sabrina Kwasniok

Und auch die Niederlage ihrer Mannschaft vergangenen Samstag schwächt ihren Kampfgeist nicht im geringsten. Denn Lea Richter hat schon früh mit Fußball angefangen und sich ihre Leistung und den Respekt erarbeitet.

Im Alter von sieben Jahren wollte Lea Richter nur Eines: Fußballerin werden. Fast jedes Wochenende hat sie damals ihren Bruder zu seinen Fußballspielen begleitet. Zudem bestand ihr Freundeskreis fast ausschließlich aus Jungs, welche ständig nach der Schule zum Fußballtraining gingen. Da Lea Richter nicht mehr die Außenseiterin sein wollte, beschloss sie sich ihren Freunden anzuschließen und fing an für die Jungenmannschaft Klein-Auheims zu spielen.

Alleine unter Jungs

Für Lea Richter selbst war es kein Problem, alleine unter Jungs zu spielen. Im Gegenteil: Für sie war es eine Herausforderung und Aufgabe, die sie in ihrer fußballerischen Karriere vorangebracht hat. „Man lernt sich durchzusetzen und sich den Respekt der Jungs zu erarbeiten. Es geht teilweise härter zu als im Frauenfußball.“ Diese Härte hat Lea Richter verinnerlicht. Sie bringt sie im Fußball weiter voran.

14 Jahre später steht Lea Richter nun als Kapitänin von RW Großauheim auf dem Platz. Zu dieser Ehre kam die 21-Jährige zu Beginn des Jahres. Zu der Zeit teilte sie sich die Kapitänsbinde noch mit einer Mitspielerin. Doch aus privaten Gründen musste diese sich zurückziehen. Seitdem ist es Lea Richters alleinige Aufgabe, das Wort für die Mannschaft zu erheben, wie sie selbst sagt. „Meine Aufgabe ist es, Fragen und Beschwerden meiner Mitspieler weiterzugeben oder zu versuchen, diese selbst zu lösen.“ Zudem muss sie innerhalb des Spiels ihr Team einweisen und Positionswechsel mitteilen.

Schaltzentrale Mittelfeld

Die Kapitänin selbst spielt meist im rechten Mittelfeld. Nur selten übernimmt sie auch einmal die linke Seite. Es liegt an ihr, Bälle zu verteilen oder das Spiel weiter in die Mitte zu ziehen, um Angriffe vorzubereiten.

Das gelang beim Spiel gegen den Tabellenersten am vergangenen Samstag nur gering. Zwar hatten die Großauheimerinnen in der ersten Halbzeit einige Chancen, jedoch blieben diese ungenutzt. Mit einem 0:1-Rückstand ging es in die Halbzeitpause.

Und auch zu Beginn der zweiten Halbzeit hielten sich die Außenseiter aus Großauheim gegen den Tabellenführer wacker. Doch eine Verletzung 25 Minuten vor Schluss brachte das Spiel der Großauheimerinnen durcheinander. Der Trainer nahm dadurch einen Wechsel vor, der sowohl Lea Richter als auch ihre Teamkolleginnen verwunderte. So gaben sie das Spiel aus der Hand und unterlagen der zweiten Mannschaft der TSG Usinger Land mit 4:0. „Wir hatten gute Chancen. Der Wechsel hat uns aus dem Konzept gebracht.“

Größter Erfolg und Tiefschlag

Trotzdem haben die Großauheimerinnen für die zweite Hälfte der Saison neue Ansprüche. „Wir wollen auf dem Elfer Feld spielen.“ Aktuell wird auf dem Kleinfeld mit sieben Spielerinnen gespielt. Ab Februar möchte der RW Großauheim aber Freundschaftsspiele gegen Elfer-Teams spielen, um sich dort einzugewöhnen und in der kommenden Saison wieder in der Elfer-Wertung spielen zu können.

Lea Richters größter Erfolg gelang ihr mit dem FFC Frankfurt. Der Aufstieg in die Regionalliga war ein Meilenstein in ihrer Karriere. Doch aufgrund ihrer Ausbildung verließ sie den FFC Frankfurt noch in selbiger Saison. Nach zweijähriger Pause kehrte sie schließlich nach Großauheim zurück. Doch kurz darauf kam der Tiefschlag: Kreuzbandriss im Sommer 2017.

Doch Lea Richter kämpfte und kam stärker denn je dieses Jahr zurück. Zum Glück für RW Großauheim, das wieder auf seine taffe Kapitänin bauen kann.

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