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Rechtzeitig den Schalter umgelegt: Starker Zusammenhalt ebnet Hanaus Weg beim 78:65-Auftaktsieg in München

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Von: Jörn Polzin

„Wenn er noch drei, vier Würfe mehr verwandelt, steht er richtig gut da.“ White-Wings-Center Bubba Farlong (links) kam nur auf sechs Punkte, steuerte aber zwölf Rebounds beim Hanauer Erfolg in München bei.
„Wenn er noch drei, vier Würfe mehr verwandelt, steht er richtig gut da.“ White-Wings-Center Bubba Farlong (links) kam nur auf sechs Punkte, steuerte aber zwölf Rebounds beim Hanauer Erfolg in München bei. © Patrick Scheiber

Wie einzelne Statistiken doch im Gegensatz zu Spielverlauf und Endergebnis stehen können: Vier von 24 Dreiversuchen verwandelten die Hanau White Wings – sehr wenige. 20 Offensivrebounds der Münchner ließen sie zu – sehr viele. Und doch verzeichneten die Hanauer einen relativ deutlichen und letztlich ungefährdeten 78:65 (46:35)-Auswärtssieg zum Auftakt der 3.

Hanau – Basketball-Liga (Pro B), der den Geschäftsführer sehr zufrieden stimmte: „Das war eine tolle Teamleistung. Der Sieg ist verdient“, meinte Sebastian Lübeck. Damit blieben die White Wings auch beim vierten Auftritt an der Isar ungeschlagen und weisen nun im Gesamtvergleich eine Bilanz von sieben Siegen und nur einer Niederlage auf. Dabei deutete auf dem Papier nicht viel auf ein erneutes Erfolgserlebnis hin. Trotz Heimspiels ihres BBL-Teams traten die Münchner in einer starken Besetzung auf, während die Gäste in den erkrankten bzw. verletzten Philipp Walz, Sören Urbansky und Fabian Baumgarten gleich auf drei „Big Man“ verzichten mussten.

So startete Headcoach Marti Zamora mit den Zugängen Bruno Albrecht und Sebastian Brach auf den Guard-Positionen, den Flügelspielern Gabriel Kuku und Marco Dordevic sowie Center Bubba Farlong. Beide Mannschaften brauchten zunächst ein paar Minuten, um richtig in die Partie zu finden, ehe sich die Hanauer leichte Vorteile erspielten, ihre Führung verteidigten, ohne aber komplett die Kontrolle zu übernehmen. „Wir haben in der ersten Hälfte defensiv einige Fehler gemacht, die den Münchnern wiederholt einfache Punkte beschert haben. Solche Fehler müssen wir künftig vermeiden“, sagt der gewohnt kritisch-analytische Headcoach Marti Zamora. Auf der anderen Seite sah er auch einige positive Ansätze. Insbesondere bei den Abschlüssen aus der kurzen Distanz zeigten sich die Gäste sicher, bei einer Trefferquote von 61 Prozent. Auch die Freiwurfquote (20/27) passte.

12:0-Lauf der Hanauer bringt die Vorentscheidung

Im dritten Durchgang erhöhten die Münchner die Intensität, zwangen den Gegner zu Ballverlusten und punkteten ihrerseits am Brett. Nach etwas mehr als fünf Minuten und einem starken 13:2-Lauf der Gastgeber stand es plötzlich 48:48. Alles wieder offen. „In dieser Phase haben wir mitunter zu hektisch agiert, wirkten manchmal ein wenig verloren. Da hätten wir etwas ruhiger auftreten müssen“, meinte Zamora. Doch seiner Mannschaft gelang es, den Schalter wieder umzulegen. Der überragende Kuku und der am Korb häufig nur mit Fouls zu stoppende Dordevic initiierten einen 12:0-Lauf zum 62:55 (30.).

Diesen Schwung nahmen die Hanauer mit ins letzte Viertel und ließen kaum noch etwas anbrennen. „Wir hatten endlich in unseren Rhythmus gefunden. Die Spieler haben den Gameplan umgesetzt und uns den Erfolg gesichert“, sagte Zamora erfreut. Gerade gegen das Zusammenspiel am Brett fand der FC Bayern kaum ein Mittel. Dabei war beim neuen Center Furlong punktemäßig noch Luft nach oben. Dafür steuerte der US-Amerikaner zwölf der insgesamt 34 Hanauer Rebounds bei. Zamora stellte indes die Teamleistung in den Vordergrund. „Für uns war das ein sehr wichtiger Sieg und guter Start in die Saison. Die Spieler halten sehr gut zusammen und haben über 40 Minuten eine hohe Intensität gezeigt, das war bemerkenswert“, meinte der Spanier. „Auf jeden ist Verlass.“

Im ersten Heimspiel am Samstag (19 Uhr) gegen Ehingen müssen die White Wings allerdings auf Philip Hecker verzichten. Der Kapitän tritt ab Donnerstag mit der deutschen U23-Auswahl in der Variante 3x3 beim World Cup in Rumänien an. (Von Jörn Polzin)

Hanau: Albrecht (14), Martinez (8), Hecker (8), Furlong (6), Kuku (21), Franke, Sebastian Brach (10), Konstantinov, Marko Dordevic (11)

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