"Sehr gut gekämpft": Die Hanauer um Till-Joscha Jönke (links) haben dem Tabellenführer aus Elchingen lange Zeit Paroli geboten und am Ende nur knapp verloren. Foto: Scheiber

Hanau

ProB: White Wings unterliegen Tabellenführer nur knapp

Basketball. Die Siegesserie der Ebbecke White Wings ist gerissen. Dennoch bewiesen die Hanauer vor heimischen Publikum, dass sie unter ihrem neuen Trainer Stephan Völkel zu den Spitzenmannschaften in der ProB-Südstaffel gehören.

Von Dominik Schraf Tabellenführer Baskets Elchingen musste in der Main-Kinzig-Halle alle Reserven mobilisieren und brauchte zudem noch eine große Portion Glück, um sich in einer spannenden und weitgehend ausgeglichenen Partie mit 83:77 durchzusetzen. Bei den White Wings überwog deshalb trotz der Niederlage die Zufriedenheit über die gezeigte Leistung.

Völkel attestierte seinem Team, insbesondere in der ersten Halbzeit „sehr gut ge-kämpft“ zu haben. Beweis dafür war ein 10:0-Lauf im Anfangsviertel. Auch in der Folge schaffte es die Hanauer Defensive, Elchingens Topwerfer früh unter Druck zu setzen und zu schwierigen Würfen zu zwingen – ähnlich wie im Hinspiel, als die White Wings einen scheinbar übermächti-gen Gegner immer wieder aus dem Rhythmus brachten und sogar in die Overtime zwangen.

Die Gäste hätten sich eine komfortablere Pausenführung als ein 40:39 erspielen können, wäre es nicht im zweiten Viertel zu einer kuriosen Szene gekommen. Gästetrainer Igor Perovic echauffierte sich über eine Schiedsrichterentscheidung so sehr, dass er fluchend auf das Parkett stürmte.

Hallenverweis als Quittung

Die Unparteiischen quittierten die Aktion mit einem Hallenverweis. „Und in dieser Phase haben wir dann den Faden verloren“, analysierte Coach Völkel. „Wir haben uns ein wenig von der Hektik anstecken lassen.“

Die Baskets witterten die Gunst der Stun-de, waren fortan kombinationsstärker und treffsicherer. Das erhöhte den Druck auf das Angriffsspiel der White Wings, deren zuvor guten Trefferquoten auf 50 Prozent aus der Zone respektive 29 Prozent bei den Dreiern schrumpften. Dazu schwanden die Kräfte einer dezimierten Rotation. Völkel erklärt: „Es hat uns nicht gutgetan, dass Ryan Beisty erneut nicht spielen konnte. Das ist gegen Teams wie Elchingen, die über große Flügelspieler verfügen, schwierig.“

Die Hanauer verfielen im Schlussviertel in alte Muster, als sie von ihrem Matchplan abwichen und verzweifelt versuchten, aus der Distanz zum Korberfolg zu kommen – meist erfolglos. „Das hat mir nicht gefallen“, kritisierte Völkel. Er hob aber hervor, dass die Spieler auf seine Eingaben von der Seitenlinie reagiert und zurück in die Spur gefunden hätten. Allerdings war es schon zu spät, um die Partie noch zu drehen.

In der Tabelle überholt

In der Tabelle wurden die White Wings an diesem Spieltag von den Gießen 46ers Rackelos überholt, die gegen Topclub TG Würzburg überraschend deutlich mit 98:88 siegten.

Rang vier sichert ihnen weiterhin ein mögliches doppeltes Heimrecht im Playoff-Achtelfinale, jedoch nimmt der Druck der Verfolger weiter deutlich zu.

Die Baunach Young Pikes, die noch ein Nachholspiel absolvieren, fegten den BBC Coburg mit 90:57 aus der Halle. Auch die Baskets Speyer und die Skyliners Juniors könnten an den zwei verbleibenden Spieltagen der Hauptrunde profitieren, wenn Hanau gegen Würzburg und Gießen knifflige Aufgaben lösen muss.

White Wings: Servera Rodriguez (22 Punkte/5 Rebounds), Eichler (16/2), Jönke (15/6), Beverly (14/11), Niedermanner (7/1), Mesghna (3/2), Hecker (0/3), Nico-lay (0/1) –Zuschauer:572

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