Auftrieb nach Derbysieg: Josef Eichler und die White Wings sind gegen Schlusslicht Erfurt gefordert. Archivfoto: Patrick Scheiber

Basketball

ProB: White Wings treffen auf personell verstärkte Löwen Erfurt

Basketball. Im Kampf um den Einzug in die ProB-Playoffs können die Ebbecke White Wings am Sonntag (16 Uhr, Riethsporthalle Erfurt) wenig gewinnen, aber viel verlieren. Die Hanauer treffen auf Tabellenschlusslicht Löwen Erfurt, das in der laufenden Saison lediglich zwei seiner 16 Partien gewann.

Von Dominik Sharaf

Zwei Punkte scheinen also eine Pflichtaufgabe zu sein, zumal die taktischen Maßnahmen des neuen Trainers Stephan Völkel ihre Wirkung entfalten und in der Vorwoche ein Knoten platzte. Wäre da nicht ein britischer Neuzugang.

Auftrieb durch Derbysieg?

Der erste Sieg unter seiner Ägide, der den White Wings im Hessenderby gegen die Fraport Skyliners Juniors und trotz eines zwischenzeitlich verspielten Vorsprungs gelang, könnte dem Team neues Selbstvertrauen eingehaucht haben. Dazu präsentierte sich die Verteidigung bissig – so wie Völkel es als Grundlage für eine auf schnelle Pässe ausgerichtete Offensive wünscht.

Am Sonntag käme seiner Defensive um dem formstarken Kapitän Till-Joscha Jönke erneut eine Schlüsselrolle zu, sagt Hanaus Trainer: „Erfurt ist sehr offensiv orientiert. Wir müssen Schwerstarbeit leisten, um sie unter Kontrolle zu bekommen“, so Völkel, der auf Benedikt Nicolay verzichten muss. Der Guard zog sich schon vor der Skyliners-Partie eine Fingerverletzung zu, die jetzt genauer untersucht wird. Wie lange seine Zwangspause dauern wird, ist unklar.

Hanau muss Dreierspezialist in Griff kriegen

Für die übrigen White Wings gilt es, Löwen-Topwerfer Maximilian Kuhle auszuschalten. Der langjährige ProA-Spieler ist mit einem Punkteschnitt von 20,6 einer der besten Scorer der ProB-Südstaffel und ein extrem sicherer Dreierschütze. Die Hanauer müssen ihn anders als im Hinspiel früh unter Druck setzen. Denn im Vergleich zu ihrem am Ende eindeutigen 80:71-Erfolg im Oktober haben die Erfurter personell aufgerüstet.

Es kamen der Brite Adam Thoseby sowie der auf einem US-amerikanischen College ausgebildete Alhassan Barrie. Seit seinem Debüt im September sorgt der Belgier für 13,3 Punkte pro Partie. Thoseby wurde im Winter aus Australien geholt und steuerte bei seinem ersten Auftritt – fast ohne gemeinsames Training mit den neuen Teamkollegen – 18 Zähler bei.

Vergangene Woche führte der 28-jährige Shooting Guard die Löwen zu ihrem erst zweiten Saisonsieg, als er 34 Punkte erzielte. Und das gegen den Tabellenzweiten TG Würzburg, der bis dato nur drei Niederlagen kassiert hatte.

Hanau nimmt Schlusslicht nicht auf die leichte Schulter

„Wenn es uns gelingt, unser Spiel zu spielen und Erfurt in der Rückwärtsbewegung zu stoppen, können wir gewinnen“, meint Völkel. Nach dem Überraschungscoup der Löwen gegen Würzburg würde sein Team nicht den Fehler begehen, die Aufgabe gegen das Schlusslicht der Südstaffel auf die leichte Schulter zu nehmen. „Ihr jüngster Auftritt ist Warnung genug. Auch ihre übrigen Ergebnisse spiegeln nicht den Tabellenstand wider. Sie spielen teils deutlich besser, als es der zwölfte Platz vermuten lässt.“

Schließlich kassierten die Erfurter fünf Niederlagen mit fünf Punkten Unterschied oder weniger. Hätte das Team in jenen Schlussphasen bessere Nerven bewiesen, würde es auf einem Qualifikationsplatz für die Playoffs stehen – nur zwei Punkte hinter den White Wings auf Rang sieben.

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