Nachlegen: In Gießen wollen die White Wings Hanau um Miguel Servera (am Ball) ihren guten Lauf fortsetzen. Archivfoto: TAP

Basketball

ProB: White Wings treffen auf formschwachen Favoriten Gießen

Basketball. Damit hätte vor dem Beginn der ProB-Spielzeit 2019/2020 kaum jemand gerechnet: Nicht die Gießen 46ers Rackelos sind heute Abend im Duell mit den Ebbecke White Wings (Sprungball um 20 Uhr, Sporthalle Gießen-Ost) der Favorit, sondern die Hanauer.

Von Dominik Sharaf

Während das hoch gewettete Nachwuchsteam des gleichnamigen Bundesligisten den Saisonstart vergeigte, hat die Mannschaft von Simon Cote nach drei Siegen in fünf Partien Kurs auf die Playoffs genommen.

Trotzdem: Der Trainer erkennt auch nach dem Sprung auf Tabellenplatz vier – dank eines überzeugenden Erfolgs über die Tropics Oberhaching in der vergangenen Woche – Verbesserungsbedarf: „Die 15 einfachen Ballverluste sind aus meiner Sicht ein wenig zu viel. Wir wollen bei maximal zwölf bis 13 liegen“, sagt Cote, lobt jedoch das gute Umschaltspiel und das zumindest in der zweiten Hälfte solide Reboundverhalten.

Davon müssen die White Wings im Hessenderby mehr zeigen, wenn sie den rechnerisch möglichen Sprung auf Rang zwei schaffen wollen. Zwar dümpelt Gießen nach vier Niederlagen nur auf dem elften Platz und sah am vergangenen Wochenende bei einem 74:87 gegen die TG Würzburg kein Land. „Aber entsprechend stehen sie ein wenig unter Druck und werden alles für einen Heimsieg geben“, warnt Simon Cote und fordert: „Wir müssen hungrig auf das Spiel sein und gewinnen wollen.“

Knick in der Karriere

Anders als die Form ist die Qualität dem 46ers-Kader nicht abzusprechen. Kapitän Johannes Lischka bestritt 13 Partien für die deutsche Nationalmannschaft und lief schon für vier verschiedene Bundesliga-Klubs auf. Dass der 32-Jährige heute in der ProB aktiv ist, hat damit zu tun, dass seine Karriere nach der Diagnose eines Gehirntumors und einer erfolgreichen operativen Entfernung einen Knick verzeichnete.

In der laufenden Saison ist Lischka mit 12,8 Punkten pro Partie aber zweitgefährlichster Gießener hinter dem US-Profi Wyatt Lohaus (18,0). Der Spielmacher, dessen Vater Wayne in den 90er Jahren 656 NBA-Einsätze bestritt und 3854 Zähler erzielte, feierte bei der Pleite gegen Würzburg ein Comeback nach kurzer Verletzungspause – und sorgte prompt für 25 Punkte.

Zudem verfügen die 46ers über die starken Youngster Leon Okpara (9,8) und Tim Uhlemann (9,4) sowie den österreichischen Nationalspieler Filip Krämer. In der Vorbereitung gewannen sie ein Testspiel gegen die White Wings mit 61:56, allerdings waren die Hanauer damals noch nicht in voller Kaderstärke. Trotzdem brachte der Vergleich Erkenntnisse: „Sie spielen eine sehr aggressive Defense und versuchen, die Spielzüge des Gegners zu unterbrechen“, weiß Trainer Simon Cote. „Durch diesen Druck wollen sie Ballverluste erzwingen.“

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