Josef Eichler kam bei seinem Comeback zwar auf viel Spielzeit und steuerte 16 Punkte bei, die klare Niederlage der Ebbecke White Wings gegen das Team Orange Academy aus Ulm konnte aber auch er nicht verhindern.
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Josef Eichler kam bei seinem Comeback zwar auf viel Spielzeit und steuerte 16 Punkte bei, die klare Niederlage der Ebbecke White Wings gegen das Team Orange Academy aus Ulm konnte aber auch er nicht verhindern.

Gegen Orange Academy

ProB: White Wings mit 74:94-Pleite noch gut bedient

  • vonDominik Sharaf
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  • Thorsten Jung
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Der Saisonstart der Ebbecke White Wings ist missglückt. Am Sonntag setzte es in der Main-Kinzig-Halle die dritte Niederlage im dritten Spiel. Gegen das Team Orange Academy waren die Hanauer von Anfang an unterlegen und waren beim 74:94 noch gut bedient.

Hanau - An der deutlichen Niederlage änderte auch das überraschende Comeback Josefs Eichlers nach Meniskusabriss nichts. Bereits kurz nach dem Sprungball zeichnete sich die Überlegenheit der Nachwuchsmannschaft des Bundesligisten Ratiopharm Ulm ab, vor allem in den Reboundduellen. Weil die White Wings in der Verteidigung den nötigen Biss vermissen ließen und in der Vorwärtsbewegung fahrig agierten, reichte der Orange Academy solider Basketball um ihre Führung innerhalb von neun Minuten auf 16 Punkte auszubauen.

White Wings haben Gegner nichts entgegenzusetzen

Dass es der Mannschaft von Headcoach Kamil Piechucki nicht gelang, physisch überlegenen Ulmern etwas entgegenzusetzen, manifestierte sich in der Personalie Nicolas Bretzel. Der 2,12 Meter große Power Forward des Gegners schaltete und waltete, wie er wollte. Er markierte bis zur Pause 17 Zähler und sorgte so dafür, dass die Begegnung nach dem zweiten Viertel entschieden war.

„Unter dem Strich war es noch deutlicher, als es das Ergebnis ausdrückt. Uns hat einfach die Intensität gefehlt“, räumte White-Wings-Geschäftsführer Sebastian Lübeck nach der Schlusssirene ein. Dass er in der Halbzeitpause scheinbar deutliche Worte an Piechucki richtete, will er nicht als Standpauke verstanden wissen: „Das gehört während eines Spiels dazu. Ich habe ihm meine Eindrücke von außen geschildert – dass wir gerade in der Verteidigung zu langsam waren und zu viele Freiwürfe zugelassen haben.“

White Wings Hanau in allen Belangen unterlegen

Ein großes Aufbäumen der White Wings blieb nach dem Seitenwechsel aus. Angetrieben von Felix Hecker und Kapitän Till-Joscha Jönke, denen 18 respektive 15 Punkte gelangen, betrieben sie aber Schadensbegrenzung. Dennoch: 42 Prozent Erfolgsquote bei Würfen aus der Zone und 30 Prozent bei Dreierversuchen verdeutlichten, dass sich die Mannschaft steigern muss, um in der ProB konkurrenzfähig zu sein – von einem haushoch verlorenen Reboundduell (27:42) ganz zu schweigen.

Schnelles Eichler-Comeback und Kreuzband-OP bei Eibelshäuser

Überraschend gab Josef Eichler sein Comeback – nur vier Wochen nach seiner Meniskusoperation. In Rüsselsheim wurde der Meniskusabriss im Knie des Spielers mit der Nummer sieben bei einem Partner der Ebbecke White Wings behoben. „Der Bewegungsapparat funktioniert, er hat die ganze Woche schmerzfrei trainiert“, berichtete Sebastian Lübeck vor Spielbeginn. Während des Eingriffs hätte sich der Arzt „gegen Nähen und für Rausschneiden entschieden, da die restlichen Bänder sehr stabil seien“, erklärte der Geschäftsführer der White Wings. Das habe für eine geringere Reha-Zeit, die Eichler im Westpark absolviert, gesorgt. Neben der Reha hatte der Routinier individuell mit einem Physiotherapeuten gearbeitet. Bei seinem Comeback sorgte Eichler wenige Tage nach seinem 33. Geburtstag für die ersten Punkte im Spiel der gestern indisponierten White Wings.

Für Luca Eibelshäuser ist der Weg zum Comeback noch weit. Der 19-Jährige wird nach seinem Ende September erlittenen Kreuzbandriss heute in Offenbach operiert. Eigentlich hätte Eibelshäuser schon vor zwei Wochen operiert werden sollen. Da zu diesem Zeitpunkt jedoch fünf seiner Teamkollegen positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, sei die OP verschoben worden, erklärte Lübeck. tj

In der Tabelle rutschten die White Wings weiter ab. Außer ihnen sind nur die Skyliners Juniors ohne einen Saisonerfolg. Weil die Frankfurter aber schon vier Partien bestritten haben, sind sie aktuell das Schlusslicht in der Südstaffel der ProB – und nicht die Hanauer, die nach ihrer Quarantäne-Pause noch zwei Nachholspiele zu bestreiten haben. Eines davon findet bereits am kommenden Mittwoch in Karlsruhe statt. Bis dahin müsse der Trainer analysieren, warum „wir hinten und vorne zu wild waren“, meinte Lübeck.

White Wings hinken in der Tabelle hinterher

Spitzenreiter ist mit vier Siegen aus vier Begegnungen überraschend der Aufsteiger EPG Baskets Koblenz, gefolgt vom punktgleichen BBC Coburg und den Dresden Titans. Weiterhin ungeschlagen, aber erst mit drei respektive zwei absolvierten Spielen auf der Habenseite, sind die Orange Academy und die U23-Truppe der Gießen 46ers.

White Wings: F. Hecker (18 Punkte/5 Rebounds), Eichler (16/0), Jönke (15/4), Fichtner (8/5), Kudic (5/0), Peuser (5/0), Arques Lopez (4/7), Ph. Hecker (3/0)

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