Im Weihnachtsspiel in Topform: Josef Eichler war vor rund 600 Zuschauern beim Heimsieg über Baunach bester Spieler der Ebbecke White Wings Hanau. Foto: TAP

Hanau

ProB: White Wings feiern Heimsieg über Baunach Young Pikes

Basketball. Einen gelungeneren Jahresabschluss hätten sich die Ebbecke White Wings kaum wünschen können. Die Hanauer gewannen am Samstag in der Main-Kinzig-Halle nicht nur ihre letzte Partie im Kalenderjahr 2019.

Von Dominik Sharaf

Ein in der Höhe überraschender, aber verdienter 77:63-Sieg über den zweiten ProA-Absteiger Baunach Young Pikes bedeutete auch eine der stärksten Saisonleistungen. In die kurze Weihnachtspause bis zum 4. Januar geht die Mannschaft als Tabellensechster der ProB-Südstaffel und ist ihrer Abstiegsängste vorerst ledig.

Sollten sich die White Wings im weiteren Verlauf der Rückrunde so präsentieren wie gegen den vor der Begegnung favorisierten BBL-Nachwuchs von Brose Bamberg, kann es für sie ohnehin nur um Playoff-Plätze. Den Grundstein für den Erfolg legte das Team in der ersten Halbzeit, als es die unter Interimstrainer Michael Luprich neu einstudierte Defensivstrategie perfekt umsetzte.

Aggressive Zonen- und Pressverteidigung

Gegen eine aggressive Zonen- und Pressverteidigung gepaart mit häufigen Taktikwechseln fand Baunach kein Mittel. Weil den Hanauern im Abschluss noch zu viel misslang, reichte es allerdings nicht, um die spielerische Überlegenheit in einen Pausenvorsprung zu verwandeln. Stattdessen ging es mit einem 31:33-Rückstand in die Kabine, wo Luprich die richtigen Worte fand und seinen Schützlingen einen veränderten Matchplan mit auf den Weg gab.

„Wir hatten bis dato acht von zwölf Würfen aus der Nahdistanz getroffen, aber nur drei von 15 Dreierversuchen“, so Luprich, „und außerdem lagen wir im Reboundduell hinten. Also wollten wir den Ball konsequenter nach innen zu Josef Eichler und Ryan Beisty geben.“ Der Plan fruchtete: Vier Minuten vor Ende des dritten Viertels drehten die White Wings auf und sorgten für acht Punkte Vorsprung für den Schlussabschnitt.

Insbesondere Co-Kapitän Eichler ließ auch in der Folge nicht locker, am Ende stand für ihn ein „Double-Double“ mit 20 Punkten und zehn Rebounds zu Buche. 60 Sekunden vor Schluss lagen die White Wings mit 22 Punkten vorne, um im Finale vom Gas zu gehen und Ergebniskosmetik zu erlauben. Für die Young Pikes fiel die Pleite zwar herb aus, war aber durchaus schmeichelhaft.

"Ein riesiges Spiel"

Luprich lobte Eichler und Miquel Servera Rodriguez anschließend für „ein riesiges Spiel“, sprach jedoch auch von einer „konzentrierten und starken Teamleistung“ offensiv wie defensiv. Das Reboundduell entschied die Mannschaft mit 42:35 für sich, was noch zu Saisonbeginn eine Seltenheit war – obwohl der unter den Brettern starke US-Profi Ryan Beverly kurz vor der Partie krankheitsbedingt ausgefallen war. „Wir haben gezeigt, dass wir deutlich körperlicher spielen können“, meinte Luprich, „gerade weil Baunach uns in diesem Punkt im Hinspiel klar dominiert hatte.“

Über die Feiertage könnten die Spieler nun eine wohlverdiente Pause genießen, ehe ab dem 29. Dezember das Mannschaftstraining wieder beginnt. Weihnachten dürfen die White Wings mit einem komfortablen Ruhekissen feiern: Auf Tabellenplatz elf – den ersten Abstiegsrang – haben sie einen Vorsprung von acht Punkten. Auch von der roten Linie zwischen Playoff-Qualifikation und Playdowns trennen die Hanauer schon vier Zähler. Und vielleicht schaffen die Verantwortlichen bis zum 29. Dezember auch Klarheit, was die Trainerfrage betrifft.

White Wings:Eichler (20 Punkte/10 Re-bounds), Servera Rodriguez (19/3), Jönke (16/5), Niedermanner (12/6), Beisty (8/11), Nicolay (2/3), Mesghna (0/1), Eibelshäuser, Hecker, Stenger – Zuschauer: 610

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