Till-Joscha Jönke und die White Wings sind gegen Schlusslicht Erfurt gefordert. Archivfoto: TAP

Basketball

ProB: White Wings mit breiter Brust gegen Schlusslicht

Basketball. Eine schwierige Woche soll für die Ebbecke White Wings mit einem Erfolgserlebnis enden: Nach einer überflüssigen Niederlage gegen die Gießen 46ers Rackelos und der überraschenden Vertragsauflösung Justin Hedleys treten die Hanauer am Abend (Sprungball um 19 Uhr, Main-Kinzig-Halle) gegen die Löwen Erfurt an.

Von Dominik Sharaf

Für die Truppe von Trainer Simon Cote spricht, dass der Gegner aktuell noch schlechter in Form ist. Die Thüringer gewannen lediglich eine ihrer fünf Partien in der Saison 2019/2020, die jedoch auswärts gegen White-Wings-Bezwinger Gießen. Sie sind abhängig von zwei Leistungsträgern: US-Profi und Topwerfer Robert Franklin, der im Schnitt für 13,5 Punkte sorgt, sowie Regisseur Oliver Pahnke. Der 21-Jährige war nie höherklassig aktiv und bis vor wenigen Monaten ein unbeschriebenes Blatt, befindet sich aber in ausgezeichneter Form. 12,8 Zähler und 3,8 Vorlagen pro Partie dürften bei anderen Klubs schon Begehrlichkeiten geweckt haben.

Erfurt setzt auf spontane Kombinationen

Zum Erfolg kommt Erfurt auch dank einer unorthodoxen Taktik im Angriff, bei der es keine einstudierten Spielzüge gibt, sondern spontanes Kombinieren verschiedener Elemente. Fachleute sprechen von "Free Flow Offense", die im 21. Jahrhundert kaum zu sehen ist.

Simon Cote kennt den Grund, schließlich geht die Variabilität zu Lasten der Konstanz im Abschluss: "Die Löwen treffen nur 27 Prozent ihrer Dreier", sagt er, "und im modernen Basketball gewinnt in der Regel das Team, das eine hohe Quote hat." Dass die White Wings mit 36,5 Prozent versenkten Dreiern aus der Distanz die gefährlichste Mannschaft der ProB-Südstaffel sind, verdeutlicht umso mehr, wie sehr die hohe Zahl an Turnovern und viele verlorene Defensivrebounds ihnen zuletzt zusetzten.

Cote hat einen Notfallplan

Trotzdem verspricht der Trainer: "Wir gehen selbstbewusst in die Partie." Dass der ohnehin schmale Kader nach Hedleys Abschied auf neun Mann geschrumpft ist und die Drohkulisse verletzter Leistungsträger an Intensität gewonnen hat, spielt keine Rolle.

Im Notfall könnten mit dem erst 17-jährigen Luca Eibelshäuser und dem ein Jahr jüngeren Jonas Steger zwei Talente aus der Jugendkooperation mit der TG Hanau in die Bresche springen. Sie zählen ab sofort zum ProB-Kader – genau wie der 19-jährige Jovan Mihic, der im Sommer als Trainingsspieler vom MTV Kronberg zu den White Wings wechselte, aber derzeit an einer Bänderverletzung laboriert.

Talente entwickeln sich gut

Sebastian Lübeck hält große Stücke auf das Trio und lässt durchblicken, dass ihre Beförderung keine Reaktion auf Hedleys Abschied sei: "Luca trainiert bereits seit Beginn der Saison mehrmals die Woche mit den Profis", sagt der Geschäftsführer. "Sowohl Simon Cote als auch Michael Luprich sind sehr zufrieden mit seiner Entwicklung. Das wollen wir mit der Berufung in den Kader honorieren. Jonas ist erst seit Kurzem im Training, zeigt aber ansprechende Ansätze."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema