Neue Karriere-Bestmarke: Josef Eichler ist im Spiel gegen die Löwen Erfurt zur Hochform aufgelaufen und hat maßgeblich zum 93:91-Sieg beigetragen. Archivfoto: Scheiber

Basketball

ProB: White Wings bewahren die Nerven und siegen gegen Erfurt

Basketball. Es war eine der spannendsten und hochklassigsten Partien der Saison – mit dem glücklicheren Ende für die Ebbecke White Wings: Die Hanauer siegten am Sonntag mit 93:91 bei ProB-Schlusslicht Löwen Erfurt.

Von Dominik Sharaf

Sie mussten sich den Erfolg allerdings hart erkämpfen und wegstecken, einmal mehr einen zwischenzeitlichen 13-Punkte-Vorsprung verspielt zu haben. Matchwinner war der formstarke Josef Eichler, der mit 25 Punkten eine neue Karriere-Bestmarke aufstellte.

Als es in der mit 1 222 Zuschauern gefüllten Arena ein Herzschlagfinale und nur noch Stehplätze gab, war der beste Hanauer nach fünf Fouls zum Zuschauen verdammt: Oliver Pahnke brachte Erfurt 90 Sekunden vor dem Ende mit drei Punkten in Serie auf 90:89 heran und hätte für die Führung sorgen können, verpasste jedoch einen Korbleger. Miquel Servera Rodriguez behielt auf der Gegenseite von der Freiwurflinie zweimal die Nerven, danach versenkte Ryan Beisty einen schwierigen Dreier.

Ein taktisches Foul des Spaniers nutzten die Löwen zum 91:93-Anschluss und erhielten die Chance zum Ausgleich, als Till-Joscha Jönke aus der Zone nicht traf. Aber ein zweites Mal blieb Pahnke nicht cool: Er lief nach einem eigenen Ballgewinn per Defensivrebound auf den Korb zu und schloss mit der Schlusssirene ab, um den den Ball zu verlegen – die Entscheidung zugunsten der White Wings statt der Overtime.

Hanau findet nach Schwächephase wieder zurück

Was die Freude des neuen Trainers Stephan Völkel spätestens bei der Analyse der Begegnung trüben dürfte: Die Zitterpartie hätte seine Mannschaft sich ersparen können. Nach einem umkämpften Beginn baute sie ihre Führung dank bissiger Defensivarbeit bis kurz nach der Halbzeit auf 13 Punkte aus. Bemerkenswert: Erfurts neuen Wunderspieler Adam Thoseby hielten sie bei „nur“ 17 Punkten und eröffneten keine Räume für Topwerfer Maximilian Kuhle, der mit 18 Zählern unter seinem Schnitt blieb.

Im dritten Viertel aber war der Zug zum Korb plötzlich verschwunden und die White Wings fielen in alte Muster zurück: Sechsmal versuchten sie ihr Glück mit Dreiern statt mit Kombinationsspiel, fünfmal ohne Erfolg. Doch anders als unter Ex-Coach Simon Cote ließ sich das Team von der schlechten Phase nicht aus der Bahn werfen, fand im Schlussviertel zurück zu seiner Marschroute und hatte physisch die größeren Reserven – trotz des kurzfristigen Ausfalls seines US-Profis Preston Beverly und der Abwesenheit des weiter am Finger verletzten Benedikt Nicolay.

White Wings klettern auf Platz sechs in der Tabelle

In der Tabelle der Südstaffel kletterten die White Wings nach ihrem neunten Saisonsieg auf den sechsten Rang. Sie profitierten von Ausrutschern der Konkurrenz: Die Baskets Speyer unterlagen bei den Skyliners Juniors mit 74:75, die Baunach Young Pikes verloren beim FC Bayern Basketball II mit 72:80.

Beide Klubs sind als Fünfter respektive Siebter nun punktgleich mit den White Wings Hanau. Die siegreichen Frankfurter und Münchener hielten mit je vier Punkten weniger auf dem Konto den Anschluss an das Trio und könnten an den letzten fünf Spieltagen der Hauptrunde noch in den Kampf um die letzten Playoff-Qualifikationsplätze eingreifen.

White Wings: Eichler (25 Punkte/9 Rebounds), Servera Rodriguez (22/4), Niedermanner (14/5), Jönke (13/2), Beisty (11/6), Hecker (5/3), Mesghna (3/1)

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