Der Spanier musste zuletzt mit seinen Kräften haushalten: Miquel Rodriguez (rechts) und Co. bemerkten bei der Heimniederlage gegen Speyer das Fehlen von Kapitän Till-Joscha Jönke, der heute wieder dabei ist. Archivfoto: TAP

Hanau

ProB: White Wings bauen gegen Mitabsteiger auf ihren Kapitän

Basketball. An Spieltag vier der ProB-Hauptrunde kommt zu einem Duell der Absteiger: Die Ebbecke White Wings gastieren Samstagabend (19 Uhr, Basketballcenter Hauptsmoor) bei den Baunach Young Pikes in Oberfranken.

Von Dominik Sharaf

Das Kooperationsteam des Bundesliga-Spitzenklubs Brose Bamberg zählte in der vergangenen Spielzeit zu den ärgsten Widersachern der Hanauer und könnte es in der aktuellen Saison erneut werden.

Allerdings geht es aller Voraussicht nach nicht um den Klassenerhalt, sondern um den Einzug in die Playoffs – wenn nicht um die direkte Rückkehr in die ProA. Wie die White Wings ist Baunach mit zwei Siegen und einer Niederlage gegen die Baskets Speyer gestartet. Die Schlappe fiel mit 72:98 jedoch deutlich höher aus. Den BBC Coburg dominierten die Young Pikes ähnlich wie die Hanauer und gewannen mit 78:57. Auch das 77:66 bei den Skyliners Juniors war extrem souverän und ungefährdeter als es das Resultat vermuten lässt.

Aufbauspieler ist bester Werfer

Baunach Erfolgsgaranten sind keine Doppellizenzspieler aus Bamberg, die von Woche zu Woche die Liga wechseln, sondern gehören fest zum Team von Trainer Mario Dugandzic – ein Unterschied zur jüngsten Abstiegssaison, als die Young Pikes eine Wundertüte voller Doppellizenzspieler waren.

Bester Werfer ist mit im Schnitt 16,7 Punkten Aufbauspieler Marvin Heckel, der 2018 von den Giants Leverkusen geholt wurde. Auch Mateo Seric (13 Zähler) bestreitet sein zweites Jahr in Baunach. Mit der deutschen U20-Nationalmannschaft holte der Flügelspieler bereits zweimal Bronze bei Europameisterschaften und hat wohl eine rosige Zukunft vor sich. Der 17-jährige Elias Baggette (12,0 Punkte) und der 19-jährige Moritz Plescher (11,7) sind ähnlich talentiert und stark in die Saison gestartet.

„Wir sollten Baunach nicht unterschätzen. Sie sind ein junges und talentiertes Team“, warnt Michael Luprich, der neue Co-Trainer der White Wings. Er weiß, dass der Gegner voll motiviert ist: „Durch die Verbindung zu Brose Bamberg besteht für einige Spieler die Möglichkeit, schon in dieser Saison in einem BBL-Kader aufzulaufen.“

Acht Spieler im Baunacher Kader messen mindestens zwei Meter, bei einem Altersdurchschnitt von 19,1 Jahren fehlt aber die Erfahrung. Auch bei der Physis hätten die Young Pikes Defizite, bemerkt Luprich. „Entsprechend werden wir den Ball häufiger unter den Korb bringen und versuchen, unsere Vorteile auszuspielen. Wichtig ist, dass wir auf uns schauen und unser Spiel durchziehen. Dazu gehört neben einer aggressiven und konzentrierten Verteidigung auch eine gute Balance zwischen Drei-Punkte-Würfen und Zug zum Korb.“

Jönke darf wieder ran

Die White Wings können nach abgesessener Sperre wieder auf Till-Joscha Jönke setzen. Ihren Kapitän benötigt die Mannschaft dringend, was der Einbruch in der Partie gegen die Baskets Speyer zeigte. Ab Mitte des zweiten Viertels mangelte es an Struktur und Disziplin im Spiel, die er möglicherweise hätte einbringen können. Jönkes Rückkehr entlastet zudem Point Guard Miquel Rodriguez, der nicht so stark auftrat wie in den ersten beiden Partien: „Dadurch, dass Till vergangene Woche gefehlt hat, musste er mehr Minuten spielen als üblich“, erklärt Luprich.

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