Ungewissheit: Michael Luprich wird bei den White Wings auch am Wochenende auf der Trainerbank sitzen. Eine finale Entscheidung steht aber noch aus. Archivfoto: TAP

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ProB: So steht es um die Zukunft von Hanaus Interimscoach Luprich

Basketball. Die Ebbecke White Wings wollten im Laufe der Woche einen neuen Trainer präsentieren, doch die Fans müssen sich wohl länger gedulden. Ob Simon Cotes früherer Assistent Michael Luprich vom Interims- auf den Chefposten befördert wird, scheint nach der jüngsten Pleite gegen die TG Würzburg fraglich.

Von Dominik Sharaf

Fix ist nur: Er steht am Samstag zum dritten Mal an der Hanauer Seitenlinie und in der Verantwortung, eventuell erneut als eine Übergangslösung.

Pluspunkte gegen Bayern gesammelt

Für den 29-Jährigen spricht, dass er das Team gut kennt und beim Sieg über den FC Bayern Basketball II bewiesen hat, dass er die Spieler in kritischen Situationen erreicht. Nicht zuletzt dürfte Luprich kostengünstiger sein als manche externe Lösung.

Sebastian Lübeck, Geschäftsführer der White Wings, bleibt zurückhaltend, wenn es um die Bekanntgabe der Personalie geht: „Dazu kann ich noch nichts sagen. Wir sind in Gesprächen“, teilt er gestern mit. Dass beim Heimspiel gegen das Team Orange Academy am Samstag ein neuer Headcoach auf der Hanauer Bank sitzt, ist aber ausgeschlossen.

White Wings unterirdisch gegen Würzburg

Gut möglich, dass die Begegnung mit der TG Würzburg den Verantwortlichen ihre Entscheidung erschwert hat. In der offiziellen Pressemitteilung zur Partie gingen die Hanauer mit dem eigenen Team hart ins Gericht: Ein „Abend zum Vergessen“ und ein „Untergang“ sei die 86:124-Pleite gegen den Tabellenführer der ProB-Südstaffel gewesen. Die White Wings wären „massiv unter die Räder gekommen“ – obwohl sie mit nur vier Punkten Rückstand in die Halbzeit gegangen waren und sich bis dato achtbar zur Wehr gesetzt hatten.

Auch Michael Luprich zeigte sich kritisch: „Wir haben es verpasst, Würzburg von Anfang an an der Dreierlinie zu verteidigen“, monierte er. „Wir hatten einen klaren Plan, aber wir haben es nicht geschafft, ihn umzusetzen.“ Dass der Gegner einen Sahnetag erwischt hatte und 18 seiner 31 Distanzwürfe verwandelte, kam erschwerend hinzu und besiegelte eine der höchsten Hanauer Niederlagen der vergangenen Jahre. Luprich versprach unmittelbar danach: „So ein Spiel wird uns nie wieder passieren. Wir müssen es vergessen und nach vorne schauen.“

Defense ist das größte Sorgenkind

Baustelle Nummer eins bei den White Wings ist aktuell das Verteidigen – eine Qualität, die die Mannschaft unter Simon Cote in guten Zeiten stets aus-zeichnete. Michael Luprich erbat sich Zeit, um an der Verteidigung zu arbeiten. Ob er glaubt, diese Zeit zu erhalten, ließ er offen. Hoffnung dürfte ihm machen, dass er mit seiner Vita zu der aktuellen Personalpolitik der White Wings passt.

Um die kürzlich in den A-Kader aufgerückten Nachwuchsspieler Luca Eibelshäuser, Jonas Stenger und Jovan Mihic an die ProB heranzuführen, scheint der frühere Langener NBBL-Trainer und Jugendspezialist der White Wings der richtige Mann. Ob seine Chefs es ihm mit seiner Headcoach-Erfahrung aus der 2. Regionalliga zutrauen, langfristig den Wiederaufstieg in die ProA anzuvisieren, ist unklar – und könnte es noch einige Tage bleiben.

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