Heimspiel zum Vergessen: Jonas Niedermanner (am Ball) und die White Wings Hanau sind nach der Niederlage in der heimischen Halle gegen Orange Academy in die Abstiegszone abgerutscht. Foto: TAP

Hanau

ProB: Heimniederlage lässt White Wings in Abstiegszone rutschen

Basketball. Die Ebbecke White Wings sind nach einer 59:61-Heimpleite gegen das Team Orange Academy am Samstagabend in der Main-Kinzig-Halle in die Abstiegszone der ProB-Südstaffel gerutscht. Die Hanauer stehen nur noch auf dem neunten Tabellenplatz und damit erstmals seit dem Saisonbeginn außerhalb der Playoff-Ränge.

Von Dominik Sharaf

Es ist gut möglich, dass Interimstrainer Michael Luprich im Laufe der Woche weichen muss. Schließlich blieben die White Wings im möglicherweise letzten Spiel unter seiner Ägide über weite Strecken unter ihren Möglichkeiten.

Nach einem ordentlichen Start begann die zurzeit wenig konstante Defensive zu bröckeln. „Wir haben leider nur etwa 25 Minuten so verteidigt, wie wir verteidigen wollten“, monierte Luprich und ärgerte sich über einen Einbruch im zweiten Viertel. „Es gab eine Phase von vier bis fünf Minuten, in der wir defensiv beinahe nichts getan haben. Da hat Ulm zehn seiner 61 Punkte gemacht.“ Es ging zwar mit einer 32:31-Führung in die Pause, doch der kleine Vorsprung war dahin – und damit offenbar auch das Selbstvertrauen.

Luprich hadert mit dem Zusammenspiel seiner Mannschaft

In der zweiten Halbzeit trafen die White Wings vor dem gegnerischen Korb die falschen Entscheidungen. Sie spielten zusätzliche Pässe in Situationen, in denen sie sich ein Herz hätten fassen müssen, und schlossen aus Positionen ab, aus denen es bessere Optionen gegeben hätte. Nur je einer von drei Versuchen aus der Nahdistanz und von der Dreierlinie fand sein Ziel – zu wenig sogar gegen einen spielerisch limitierten Kontrahenten wie die Orange Academy, die mit einfachen Mitteln dagegenhielt.

Luprich hadert mit dem Zusammenspiel seiner Truppe: „Wir haben zehn Vorlagen geliefert, aber es hätten 20 sein müssen. In der Offensive haben wir nicht smart genug gespielt.“ Weil das Reboundduell mit 33:42 verloren ging, mangelte es an Chancen zur Wiedergutmachung. Nach Ballgewinnen in der Defensive schalteten die Hanauer zudem behäbig um und verwerteten kaum Kontermöglichkeiten.

Als es sieben Sekunden vor Schluss 58:59 stand, schickten die White Wings Ulm taktisch an die Freiwurflinie. Moritz Krimmer behielt die Nerven und versenkte beide Versuche. Als im Gegenzug Miquel Servera Rodriguez gefoult wurde, gelang dem Hanauer nur ein Treffer. Der Rebound landete bei Josef Eichler, doch auch er brachte den Ball nicht in den Korb und verpasste es, sein Team in die Overtime zu bringen.

White Wings sind jetzt in der Abstiegszone angekommen

Nach der Niederlage müssen die White Wings noch nicht um den Klassenerhalt bangen, sich als Neunter aber auf ungemütliche Zeiten einstellen: Nach der ProB-Hauptrunde bestreiten die letzten vier Klubs eine zusätzliche Abstiegsrunde, an die die Hanauer vor Saisonbeginn keinen Gedanken verschwendet haben. Findet die Truppe nicht rasch in die Spur, könnte der noch bestehende Kontakt zu den Playoff-Rängen abreißen, die Regionalliga zur Drohkulisse werden und das Selbstvertrauen weiter schwinden.

White Wings: Jönke (16 Punkte/3 Rebounds), Servera Rodriguez (13/2), Beisty (8/5), Beverly (6/7), Hecker (6/0), Eichler (5/6), Mesghna (3/2), Niedermanner (2/2), Nicolay (0/1) – Zuschauer: 440

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