Gelungener Einstand: Till-Joscha Jönke, Kapitän der White Wings Hanau, bescheinigt dem neuen Coach Stephan Völkel gute Arbeit bei den Grimmstädtern. Archivfoto: TAP

Basketball

ProB: Hanaus Kapitän Jönke ist überzeugt von neuem Trainer

Basketball. Sportlich ist der neue White-Wings-Trainer Stephan Völkel in der vergangenen Woche nicht optimal gestartet – mit einer Pleite gegen die Baskets Speyer. Der Hanauer Kapitän Till-Joscha Jönke ist dennoch glücklich mit der Verpflichtung.

Von Dominik Sharaf

Er lobt den Headcoach dafür, die Sprache der Spieler zu sprechen. Doch Völkel belässt es nicht bei warmen Worten, sondern bemüht sich, dem Team seine Handschrift zu geben.

Für Neuzugänge fehlt das Geld

Das ist keine einfache Aufgabe angesichts der Tatsache, dass die Hauptrunde zu fast zwei Dritteln vorbei ist, die Systeme weitgehend einstudiert sind und für Neuverpflichtungen das Geld fehlt. Völkel muss mit dem auskommen, was er bei den White Wings vorgefunden hat.

„Er versucht trotzdem, Dinge umzustellen“, meint Jönke. „Er ist mehr darauf bedacht, dass wir die Bälle in der Offense nach innen bringen und uns weniger auf unsere Dreierquote verlassen. An solchen Stellschrauben kann er zu diesem Zeitpunkt noch drehen.“

White Wings geben oft Führungen aus der Hand

37 Minuten lang hätte das in Speyer prima funktioniert, findet Till-Joscha Jönke. Bis seinen White Wings die Nerven flatterten und der mühsam erarbeitete Zehn-Punkte-Vorsprung dahinschmolz – nicht zum ersten Mal in der Saison 2019/2020. „Insgesamt war die Partie für uns aber eine positive Überraschung“, meint der Ex-Bundesligaspieler.

„Dass wir verloren haben, hatte viele Gründe. Nicht zuletzt auch, dass die Baskets eine Topmannschaft sind und sie in der Schlussphase bei den Dreiern die nötige Portion Glück auf ihrer Seite hatten.“

Völkels Herangehensweise hält Jönke ungeachtet des misslungenen Einstands für richtig. „Ich kann ihn wirklich nur loben“, sagt er. „Es gibt eine gewisse Ähnlichkeit zu Simon Cote, aber trotzdem agiert er als Trainer ganz anders.“ Der 48-Jährige hätte vor seinem Debüt im Interview mit unserer Zeitung die Wahrheit gesagt, als er sich weder als Schleifer noch als Spielerfreund beschrieb, sondern als eine vernünftige Mischung.

Abstiegszone ist nicht weit weg

Derzeit arbeitet Völkel intensiv an der Defense der Mannschaft, um eine Grundlage für seinen ersten Sieg im Amt und das Erreichen der Playoffs zu schaffen. Als Tabellensiebter haben die Hanauer zwar ein Polster von vier Punkten bis zur Abstiegszone, aber auch die Befürchtung, dass sich an den noch ausstehenden acht Spieltagen der Hauptrunde jeder Kontrahent als harter Brocken entpuppen könnte.

„Die ProB-Südstaffel ist in dieser Saison extrem ausgeglichen. Es entscheidet oft die Tagesform. Das führt dazu, dass unsere Leistungen weniger konstant aussehen als sie eigentlich sind“, analysiert Till-Joscha Jönke.

Ausfälle wären katastrophal

Umso schwerer würde eine Verletzung eines Leistungsträgers wirken. Ob die White Wings mit ihrem schmalen Kader in der Lage wären, beispielsweise Jönkes Ausfall zu kompensieren, darf bezweifelt werden, zumal dem Kapitän in turbulenten Zeiten eine besondere Rolle zukommt. Mit seiner Routine wurde er für den wenig erfahrenen Interimstrainer Michael Luprich zum verlängerten Arm auf dem Court.

Auch für Völkel ist er ein Ansprechpartner, für seine jüngeren Mitspieler ohnehin eine Vertrauensperson. „Sollte ich mich verletzen ...“, schnauft Jönke und setzt seinen Satz nicht fort. Dann – so ließe sich anfügen – könnte es mit dem Minimalziel Playoffs noch eng werden.

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