Till-Joscha Jönke und die White Wings können einen großen Schritt in Richtung Playoffs machen. Archivfoto: TAP

Hanau

ProA: White Wings können die Weichen stellen

Basketball. Der Druck auf die Hebeisen White Wings steigt: Wenn die Hanauer ihre guten Chancen auf den Einzug in die ProA-Playoffs wahren wollen, dürfen sie sich am Freitagabend (Sprungball um 20 Uhr, live und kostenlos im Internetstream unter airtango.live) keinen Ausrutscher erlauben.

Von Dominik Sharaf

Zu Gast in der Main-Kinzig-Halle ist der Tabellenvorletzte, das Ulmer Team Orange Academy. Auf dem Papier wartet in sechs noch ausstehenden Begegnungen der Hauptrunde kein einfacherer Gegner – auch nicht die Nürnberg Falcons, die schon am Sonntag (18 Uhr) nach Hanau kommen.

Schließlich müssen die White Wings anschließend gegen die Heidelbergs Academics (14. März), die Gladiators Trier (17. März) und den Aufstiegsfavoriten Crailsheim Merlins (24. März) antreten – drei Vereine, die Kurs auf die K.o.-Runde genommen und dem Cote-Team in den Hinspielen Niederlagen beigebracht haben. Hinzu kommt die letzte Hauptrunden-Partie auswärts gegen den formstarken Abstiegskandidaten Ehingen Urspring (31. März).

Choice ist noch fraglichUmso ärgerlicher wäre es, wenn US-Profi Luquon Choice am Wochenende nicht einsatzfähig sein sollte. Nach seiner Verletzung beim Sieg in Paderborn gibt es noch keine Klarheit darüber, ob er an dem Doppelspieltag wieder auflaufen kann. Gut möglich, dass die Entscheidung kurzfristig fällt.

Auch wenn die White Wings in beide Partien als Favorit gehen: Sowohl die Orange Academy als auch die Falcons haben in der laufenden Saison Überraschungen gelandet. Das Juniorteam des Bundesligisten Ratiopharm Ulm schlug die möglichen Playoff-Teilnehmer Kirchheim und Trier, wartet jedoch seit sieben Partien auf einen Sieg. In Hanau steht die Orange Academy unter Druck: Es fehlen zwei Siege, um die Abstiegszone zu verlassen – und das Restprogramm ist knackig. Das Problem, auf Doppellizenz-Spieler aus der BBL verzichten zu müssen, betrifft sie kaum. Ihre Topwerfer David Krämer (16,1 Punkte pro Partie), Marcell Pongo (12,1) und Björn Rohwer (10,3) sind ständige Kadermitglieder.

Formhoch, trotz schwacher ErgebnisseIn extrem guter Form sind die Nürnberg Falcons – auch wenn es die Ergebnisse des Tabellenzwölften nicht vermuten lassen. Sie holten nur vier Siege aus den jüngsten acht Partien, kassierten aber alle Pleiten gegen Klubs aus den Top sechs. Im Vergleich mit Köln und streckenweise auch mit Klassenprimus Vechta schnupperten sie an zwei Punkten. Grund für den Aufschwung ist die Verpflichtung des ehemaligen BBL-Spielers Robert Oehle, der nach fünf Einsätzen schon bester Schütze seiner Farben ist – im Schnitt sorgt er für 13,2 Zähler. Dass mit US-Profi Dan Oppland (13,2) und dem ebenfalls erst im Winter verpflichteten Sebastian Schröder (10,5) zwei weitere Spieler abschlussstark sind, macht die Falcons im Angriff nur schwer ausrechenbar.

Sollten die White Wings beide Aufgaben lösen, winkt ihnen der Sprung auf Tabellenplatz sechs. Sie könnten den Vorsprung auf das Ende der Playoff-Zone zudem auf sechs Punkte ausbauen – vorausgesetzt, die Hauptkonkurrenten Chemnitz und Kirchheim verlieren. Vier Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde käme dieser Vorsprung beinahe der Qualifikation für die K.o.-Runde gleich.

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