Der beste Hanauer, Till-Joscha Jönke, bedient Christopher Brady. Der Bundesliga-Absteiger aus Hagen bot den White Wings einen harten Fight und musste dann geschlagen die Heimreise antreten. Foto: TAP

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ProA: White Wings gewinnen Thriller gegen Hagen

Basketball. Die Hebeisen White Wings haben in der zweiten Bundesliga ProA einen Krimi gegen Phoenix Hagen mit einem Happyend abgeschlossen. Nach zweimaliger Verlängerung war der Erstliga-Absteiger mit 102:99 in die Knie gezwungen. Als Luquon Choice Sekunden vor der Schlusssirene einen Dreier versenkte, bebte die Halle.

Von Philipp Swierzy

Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr, weder für die Fans, noch für die Verantwortlichen. Vorausgegangen war vor über 1100 Zuschauern ein Kopf-an-Kopf-Rennen beider Teams. „So ist Basketball. So schön für uns, so grausam für Hagen. Wir haben alles gegeben und zum Schluss einen Korb mehr geworfen“, erklärt Sportdirektor Helmut Wolf. Nach drei Niederlagen in Serie gelang den White Wings damit der Befreiungsschlag. „Nach den vielen knappen Spielen, die wir gegen bessere Teams immer mal verloren haben, war das jetzt mal das, was Mannschaft und Coaches sich verdient haben“, befand Wolf nach Spielende.

Auch die Gästefans sorgen für StimmungDoch der Reihe nach: Bereits vor Spielbeginn tobte die Main-Kinzig-Halle. Die Gästefans reisten mit zwei, anstatt wie üblich mit nur einem Bus an. Die Folge: Dauerbeschallung und Fangesänge bis zum Abwinken. Ein großes Banner im Hagener Block kündigte an: „Scheiß auf Alaaf und Helau, Abriss in Hanau“. Die Hanauer schienen sich den Spruch der Gästefans zu Herzen zu nehmen. „Die ersten 17 Minuten, das war mit das Beste, was ich diese Saison gesehen habe“, so Wolf. Nachdem die Hanauer zwischenzeitlich zwölf Punkte Vorsprung hatten, kämpften sich die Hagener zum Ende der ersten Hälfte bis auf einen Punkt heran.

Von Fintel im DreierglückZu Beginn des dritten Viertels drehte Kapitän Christian von Fintel, der nach überstandener Knieverletzung sein Heim-Comeback feierte, auf. Er versenkte drei von drei Dreier-Würfen in den ersten drei Minuten nach Wiederanpfiff. Die Hanauer konnten ihren Vorsprung wieder ausbauen. Doch acht Sekunden vor dem regulären Spielende glichen die Hagener durch einen Korbleger von Jonas Grof wieder aus. Es ging in die Verlängerung. Mit der Schlusssirene der Overtime erzielte Christopher Brady, der insgesamt mit 14 Punkten und zwölf Rebounds glänzte, den Ausgleich zum 89:89. „Was für ein geiles Spiel“, rief der Hallensprecher, bevor es erneut in eine fünfminütige Extra-Schicht ging. Beim Spielstand von 99:99 waren noch vier Sekunden auf der Uhr und Hanau in Ballbesitz. Choice nahm sich den Dreier – und traf zum 102:99. Die Entscheidung zugunsten der White Wings.Gastecoach spricht von Basketball-Fest„Ich bin stolz auf unsere Jungs, dass sie sich nie aufgeben haben. Es ging hin und her. Am Ende hatten wir ein Big Play mehr als der Gegner“, jubilierte Coach Simon Cote. Gästetrainer Kevin Magdowski war ob der knappen Niederlage sichtlich enttäuscht. „Einen Freudentanz mache ich jetzt nicht, aber es war ein Basketball-Fest.“ Überragender Spieler war erneut Till-Joscha Jönke. Er war Dreh- und Angelpunkt im Hanauer Spiel. Mit 32 Punkten, zehn Rebounds und neun Assists stand er ganz knapp vor einem Tripple-Double. „Wenn der jetzt nicht Spieler der Woche wird, dann weiß ich auch nicht“, so Wolf. Am kommenden Samstagabend gastieren die White Wings um 19 Uhr bei Tabellenschlusslicht Baunach Young Pikes.

White Wings:Jönke (32 Punkte/10 Rebounds), Brady (14/12), Adams (12/1), von Fintel (11/5), Choice (10/4), Albrecht (9/0), Eichler (8/7), Jacko (4/1), Long (2/2) – Zuschauer: 1107

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