Auf sie mit Gebrüll: Alexander Angerer (rechts) und die White Wings Hanau sind am Samstag im Duell der beiden Tabellenletzten zum Siegen verdammt. Hanau hofft dabei auch auf die Unterstützung der Fans.Archivfoto: TAP

Hanau

ProA: Vorgezogenes Abstiegsendspiel für White Wings Hanau

Basketball. Am 23. Spieltag der zweiten Bundesliga treffen die Ebbecke White Wings Hanau am Samstagabend auf die Young Pikes Baunach. Es ist das Duell der beiden Tabellenschlusslichter. Dementsprechend birgt die Begegnung Zündstoff und verspricht Spannung.

Von Philipp Swierzy

In der Main-Kinzig-Halle kämpfen die Hanauer Profi-Basketballer ab 19 Uhr um ihren siebten Saisonsieg. Das Team von Headcoach Simon Cote steht nach wie vor auf dem ersten von zwei Abstiegsplätzen und braucht dringend Punkte. Besonders gegen die direkte Konkurrenz Baunach zählen Sieg und Niederlage doppelt.

Sowohl die White Wings als auch die Young Pikes schielen möglicherweise auch mit einem Auge in Richtung Ruhrpott. Der FC Schalke 04 Basketball ist der direkte Konkurrent im Abstiegskampf. Die Königsblauen stehen derzeit auf Rang 14, der nach 30 Spieltagen zum Erhalt der ProA berechtigt. Weil alle Teams ab Platz 13 schon mindestens drei Siege mehr auf dem Konto haben als die White Wings und bis zum Ende der regulären Saison nur noch acht Spiele zu absolvieren sind, sind so-wohl S04 als auch Baunach aktuell der Maßstab für Cote und sein Team.

Zuhause erst drei Siege

„Paderborn auf Platz 13 ist schon außer Reichweite“, bestätigt Hanaus Forward Alexander Angerer. „Seitdem sie uns geschlagen haben, können wir nur noch auf Schalke hoffen. Wenn die ein Spiel gewinnen und wir eins liegen lassen, wird der Klassenerhalt bei unserem Restprogramm schwierig.“

Es ist eine Tabellenkonstellation, die die Hanauer sich derart prekär vor der Saison nicht erhofft hatten. Dabei ist die heimische Main-Kinzig-Halle nicht unbedingt ein Mutmacher. Sowohl auswärts als auch auf dem eigenen Court gab es für die Hanauer je drei Siege und acht Niederlagen. „Für mich ist es nicht so entscheidend, ob wir zu Hause spielen“, erklärt Alexander Angerer. „Für mich ist der entscheidende Faktor, wie wir als Team agieren und zusammenspielen.“

"Die Zeit rennt"

Der 22-jährige Power Forward kam vor der Saison vom ProB-Team SparkassenStars Bochum in die Grimmstadt und hoffte eigentlich mindestens auf einen erneuten Playoff-Spot mit seinem neuen Team. Dass das anders kam, trifft ihn vor dem Hintergrund der Probleme im Management schon. „Natürlich habe ich mit etwas anderem gerechnet. Wenn ich damit gerechnet hätte, dann hätte ich mir das Ganze noch mal genauer überlegt. Wenn man zu einem Playoff-Teilnehmer geht und dann derart auftritt, ist das schon ein Albtraum. Wir können es noch einigermaßen retten, aber die Zeit rennt.“

Dass es so kam, wie es kam, „liegt aber letztlich auch an jedem Einzelnen von uns. Da möchte ich nicht mit dem Finger auf irgendjemand zeigen, sondern frage auch mich selbst, was ich hätte besser machen können“, so Angerer weiter. „Die Teamchemie hat sich nicht so entwickelt, wie man sich das gewünscht hat.“

Individuelle Eins-gegen-Eins-Verteidigung verbessern

Zumindest im Management ist man nun neu aufgestellt – und damit sind vorerst die finanziellen Probleme und persönlichen Differenzen passé. Vom neuen Namensgeber Axel Ebbecke ist Angerer jedenfalls angetan. „Er ist extrem engagiert und hat Visionen, investiert viel und nimmt sich Zeit für uns. Hätten wir ihn von Anfang an dabeigehabt, wären wir nicht in der aktuellen Lage“, glaubt er.

Sportlich komme es gegen Baunach laut Angerer vor allem darauf an, die individuelle Eins-gegen-Eins-Verteidigung zu verbessern. „Baunach ist relativ schnell und athletisch aufgestellt“, erklärt er. „Deshalb müssen wir die Spieler in der Verteidigung vor uns halten.“ Rebounds sichern, um offensive Korbchancen des Gegners zu minimieren. Und es gilt Ballverluste zu vermeiden, „denn wenn wir den Ball zu einfach hergeben, dann verlieren wir jedes Spiel. Das zeigen die vergangenen Partien.“

Livestream im Internet

Die hohe Zahl der Ballverluste hat auch mit der Unerfahrenheit einiger Spieler im Kader zu tun. Auch Gegner Baunach hat damit zu kämpfen – und steht ebenfalls ganz unten. „Das ist für uns ein immens wichtiges Do-or-die-Spiel“, meint Angerer. „Wenn wir verlieren, machen wir uns umso mehr Gedanken.“

Die Young Pikes haben in Adam Pechacek und Henri Drell vor allem zwei verlässliche Scorer in ihren Reihen. Power Forward Pechacek erzielt im Schnitt 14 Punkte pro Partie, Shooting Guard Drell kommt auf 13,8 Punkte pro Spiel. Laut Angerer kommt es auch darauf an, Point Guard Marvin Heckel zu stoppen. „Ich kenne ihn noch aus meiner NBBL-Zeit in Leverkusen. Er ist extrem wendig und schnell, hat ein gutes Auge und einen stabilen Wurf.“

Auf Angerer und die White Wings wartet am Abend ein Spiel mit doppelter Gewinnchance. Ob sie diese nutzen, hängt davon ab, ob sie ab 19 Uhr als Mannschaft funktionieren. Das Spiel kann live und kostenlos im Internetstream angesehen werden.

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