Ungewissheit herrscht derzeit im Lager der White Wings Hanau. Chefcoach Simon Cote und Kapitän Till-Joscha Jöhnke sind die einzigen beiden Akteure, deren Verträge nicht auslaufen. Archivfoto: TAP

Hanau

ProA: Hanau White Wings planen zweigleisig

Basketball. Trotz ihres sportlichen Abstiegs aus der ProA haben die Ebbecke White Wings mit einer Saison 2019/2020 in der zweiten Liga nicht abgeschlossen: Die Planungen für das kommende Basketball-Jahr laufen in Hanau zweigleisig.

Von Dominik Sharaf

Das Management will für den Fall, dass durch Lizenzprobleme und strategische Entscheidungen der verbliebenen Playoff-Teilnehmer in der ProB ein Nachrücken möglich wird, vorbereitet sein.

Schließlich könnte schon nach diesem Wochenende feststehen, dass es keinen regulären Aufsteiger gibt. Bereits für das Halbfinale (die Sieger erhalten das Startrecht in der ProA) qualifiziert sind die WWU Baskets Münster, deren Sportliche Leitung nach eigener Aussage auf jeden Fall verzichten würde. Dazu steht LOK Bernau in der Vorschlussrunde – das inoffizielle Juniorteam von ALBA Berlin, bei dem kein Interesse bestehen dürfte, viel Geld in die Erfüllung verschärfter Lizenzbedingungen zu stecken.

Mehr finanzielle Unterstützung erwünscht

Auch in den weiteren Viertelfinal-Paarungen, bei denen am Abend die Entscheidung fällt, stehen solche Kandidaten: die U23 der EWE Baskets Oldenburg und die zweite Mannschaft der Gießen 46ers. Setzen sie sich durch, haben die White Wings Chancen auf den Klassenerhalt am grünen Tisch. Dazu müssen sie hoffen, dass sich in der ProA Klubs das BBL-Aufstiegsrecht sichern, die davon auch Gebrauch machen. Von den acht für die Playoffs qualifizierten Vereinen scheint allerdings längst nicht jeder in der Lage zu sein, die geforderten drei Millionen Euro an Sicherheiten aufzubringen.

White-Wings-Aufsichtsratschef Harald Nickel betont zudem, dass es für eine weitere Saison in Liga zwei finanzielle Unterstützung bräuchte: „Ich hoffe, dass die Leute auf uns zukommen und sagen: 'Weil ihr zum Schluss bravourös um den Klassenerhalt gekämpft habt, machen wir mit'“. Angesprochen fühlen dürfen sich Unternehmen mit Sitz in Hanau sowie die Stadt. Da die White Wings momentan jedes Heimspiel Geld kostet statt Gewinne einzufahren, dürfte der Bau einer neuen Multifunktionshalle fester Bestandteil des Rettungsplans sein.

Kader weitgehend neu aufbauen

Mit Rückenwind ließe sich auch ein Übergangsjahr in der ProB überstehen. Lediglich die langfristigen Verträge von Trainer Simon Cote und Kapitän Till-Joscha Jönke laufen im Sommer nicht aus und gelten unabhängig von der Ligazugehörigkeit, was Flexibilität verschafft und Perspektiven eröffnet. An den meisten vermeintlichen Leistungsträgern des aktuellen Kaders besitzt das Management aufgrund enttäuschender Leistungen ohnehin kein Interesse mehr. Wie gemunkelt wird, ist es eine Option, Cote und Jönke zu halten sowie den restlichen Kader weitgehend neu aufzubauen.

Dafür bräuchte es jedoch eine massive Finanzspritze, die schwieriger zu bekommen sein könnte als die fünf Punkte, die den White Wings am Ende der Hauptrunde auf das rettende Ufer gefehlt haben.

Das könnte Sie auch interessieren