Zum Wegschauen: Die White Wings Hanau um Bryan Smithson müssen schnell einen Haken unter das Wochenende setzen und die Blicke nach vorne richten. Archivfoto: TAP

Hanau

ProA: Hanau White Wings geht in Rostock die Puste aus

Basketball. Aus Sicht der Ebbecke White Wings hätte das vergangene Wochenende kaum schlechter laufen können: Nach einer vermeidbaren Pleite in der Verlängerung am Freitag gegen die Tigers Tübingen unterlagen die Hanauer am Sonntag auch den Rostock Seawolves.

Von Dominik Sharaf

Die längste Auswärtsfahrt des Jahres endete mit einer 55:86-Klatsche, die mit der großen Müdigkeit des Teams von Simon Cote, allerdings auch mit einer unterirdischen Dreierquote zu tun hatte.

Immerhin: Die direkten Konkurrenten im Tabellenkeller der ProA ließen Punkte liegen, obwohl sie ihre Partien hätten gewinnen können. Der FC Schalke 04 brach gegen die Kirchheim Knights erst in den letzten vier Minuten ein und kassierte eine 76:81-Schlappe. Die Uni Baskets Paderbon boten Tübingen ebenfalls lange Paroli. Doch die Tigers hatten die Verlängerung in der Main-Kinzig-Halle wohl besser weggesteckt und rangen den Gegner mit 97:84 nieder.

Klassenerhalt weiter möglich

In der Tabelle bleiben die White Wings bei 14 Punkten und auf dem 15. Platz stehen. Das rettende Ufer, das Schalke und Paderborn mit jeweils 18 Zählern besetzen, ist noch erreichbar, denn gegen die Uni Baskets haben die Hanauer den direkten Vergleich bereits gewonnen und gegen Schalke können sie ihn am 29. Spieltag für sich entscheiden. Cote fordert dafür mehr Konstanz: „Wir müssen unser Spiel durchziehen, hart agieren und zusammenarbeiten“, sagt er.

In Rostock war den White Wings ihre Müdigkeit zu Beginn nicht anzumerken. Bis zur Mitte des zweiten Viertels hatten sie die Offensive des Tabellenzweiten gut im Griff. Topwerfer Luquon Choice, der während der Partie gegen Tübingen mit einer Schnittwunde über dem Auge ins Krankenhaus gebracht und genäht worden war, ließ sich von seinem Handicap nichts anmerken. Der US-Profi sorgte mit Landsmann Jordon Talley für Zug im Angriffsspiel. Am Ende kam das Duo auf jeweils 13 Punkte.

Wille da, Kraft nicht

Den Hanauern ging allerdings noch vor der Pause die Puste aus: Sie waren immer mehr auf Dreier angewiesen, doch kaum ein Versuch aus der Distanz fand sein Ziel. Zwei verwandelte Würfe bei 23 Anläufen – eine Erfolgsquote von neun Prozent – bedeuteten einen ligaweiten Negativrekord für die Saison 2018/2019. Auch 53 Prozent getroffene Abschlüsse aus der Zone waren zu wenig, um Rostock unter Druck zu setzen.

In der zweiten Halbzeit hatten die Seawolves die Partie im Griff und legten es nicht auf einen Kantersieg an. Angeschlagene White Wings brachten zwar den Willen auf, die Niederlage abzuwenden, waren jedoch nicht mehr im Besitz der nötigen Kräfte. Ärgerlich: Ein Comeback von Till-Joscha Jönke wäre schon am Freitag möglich gewesen, hätte sich der Kapitän nach seinem Wiedereinstieg ins Mannschaftstraining wenige Tage zuvor nicht eine Lungeninfektion eingefangen. „Ansonsten hätte er spielen können“, ärgert sich Simon Cote.

Um im Saisonendspurt zu bestehen, könnten die White Wings Jönke brauchen: An den vier letzten Spieltagen müssen sie auswärts bei den Topklubs Hamburg Towers sowie Niners Chemnitz antreten und sind nur in den Heimspielen gegen Kirchheim und Schalke mit Erfolgsaussichten ausgestattet.

White Wings: Choice (13 Punkte/6 Rebounds), Talley (13/2), Diouf (12/9), Pinson (7/2), Angerer (5/6), Eichler (2/4), Smithosn (2/2), Bradley (1/0), Nicolay

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