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Pro B: Wettlauf mit der Zeit für Hanauer Lazarett - White Wings setzen gegen Speyer auf Heimkulisse

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Von: Jörn Polzin

Spielmacher Sebastian Brach (links gegen Leitershofens Teathloach Gatkuoth Pal) steht den Hanau White Wings gegen Speyer wieder zur Verfügung. Er soll am Sonntag auch die Kreise des starken Daryl Woodmore eingrenzen.
Spielmacher Sebastian Brach (links gegen Leitershofens Teathloach Gatkuoth Pal) steht den Hanau White Wings gegen Speyer wieder zur Verfügung. Er soll am Sonntag auch die Kreise des starken Daryl Woodmore eingrenzen. © scheiber

Wer den fulminanten Saisonstart der Hanau White Wings richtig einordnen will, braucht sich nur die Reaktionen der unterlegenen Gegner anzuschauen. „Komplett ohne Chance sei man gewesen“, heißt es etwa aus Karlsruhe, bei der SG Leitershofen „blitzte die Hanauer Klasse immer wieder durch“, in Coburg ist vom „imposanten Start“ der White Wings und einem „eiskalten“ Bruno Albrecht die Rede.

Hanau – Große Anerkennung also für das neben den Baskets Koblenz einzige ungeschlagene Basketball-Team in der Südstaffel der Division Pro B.

Lob, mit dem eine Hanauer Mannschaft, die im Vergleich zu Topfavorit Koblenz nicht unbedingt dort oben zu erwarten war, erstmal lernen muss umzugehen. Meint auch Sebastian Köhnert. „Die größte Aufgabe für uns und speziell die Trainer ist es, die Jungs auf dem Boden zu halten“, betont der Teammanager vor dem Heimspiel am Sonntag (16 Uhr) gegen die BIS Baskets Speyer.

Dass der Erfolg den Spielern zu Kopf steigt, glaubt Köhnert nicht. Aber der Ex-Profi weiß auch, dass im Soge der Serie das eine oder andere Prozent an Fokus verloren gehen könnte. „Für Überheblichkeit ist aber kein Platz“, betont der Teammanager und fordert weiter Disziplin. So ist ihm die ständige Kommunikation des einen oder anderen Spielers mit den Schiedsrichtern ein Dorn im Auge. „Emotionen gehören dazu, aber wir müssen aufpassen, dass es nicht Überhand nimmt.“ Köhnert ist auch bewusst: „Der erste Dämpfer wird irgendwann kommen.“

White Wings Lazarett: Fragezeichen hinter erkrankten Spielern

Der soll aus Sicht der White Wings möglichst lange auf sich warten lassen. Allerdings sind im Laufe dieser „komplizierten Woche“ einige Sorgenfalten hinzukommen. Kehrten die zuletzt angeschlagenen Sebastian Brach und Gabriel Kuku wieder zurück, meldeten sich einige Mitspieler krank ab. „Wir haben schon ein ordentliches Lazarett zusammen und das Training daher dosiert. Wir hoffen natürlich, dass bis Sonntag wieder alle einigermaßen fit sind“, so Köhnert. „Kriegen wir das hin und eine normale Leistung auf das Parkett, sollten wir gegen Speyer überlegen sein.“

Über den Sommer haben einige Leistungsträger die Baskets verlassen, darunter Darian Ruda und Kevin Omojola. Dafür gelang es dem Klub, Routinier Daryl Woodmore an sich zu binden. Der 30-Jährige US-Amerikaner ist ein Leader und starker Schütze. „Sehr solide“, meint Köhnert. Eingeschlagen hat auch der zweite US-Amerikaner: Der aus Düsseldorf nach Speyer gewechselte Quadre Lollis ist eine klare Verstärkung für den Kader. Der Power Forward erzielt nicht nur 18 Punkte pro Spiel, sondern holt durchschnittlich auch fünf Rebounds. 2,12-Meter-Hüne David Aichele sowie der Franzose Hugo Cluysen gehören ebenso zu den Leistungsträgern des Teams.

White Wings verlassen sich auf ihre Defensivqualitäten

„Dieses Quartett bewegt sich definitiv auf unserem Level. Daneben hat Speyer auch viele junge Spieler mit starker Athletik“, sagt Hanaus Headcoach Marti Zamora, der seine taktischen Überlegungen denen aus der Vorwoche beim Sieg in Karlsruhe angleicht: „Wir müssen es vermeiden, einfache Spielzüge und freie Wurfpositionen zuzulassen. Wir wissen, dass wir eine exzellente Defensive spielen können - und das in einem Tempo, das Speyer nur schwer mitgehen kann. Das müssen wir ausnutzen.“

Dabei soll im ersten Heimspiel nach vier Wochen auch die Kulisse zum Faktor werden: Zamora: „Die bisherigen Heimspiele waren für uns eine tolle Erfahrung, das soll uns auch diesmal tragen.“

Von Jörn Polzin

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