Mutter-Tochter-Duo im Einsatz für die HSG Preagberg: Das Großauheimer Urgestein Katrin Müller befindet sich noch in der Babypause, arbeitet aber an ihrem Comeback. Bis es so weit ist, schaut sie die Spiele ihrer HSG gemeinsam mit Tochter Lotte an. Foto: Per Bergmann

Handball

HSG Preagbergs Katrin Müller kurz vor Ende ihrer Babypause

Handball. Die Auftritte ihrer Mannschaft muss sie derzeit noch auf der Tribüne verfolgen: Das Großauheimer Urgestein Katrin Müller brachte Mitte Juni ihr erstes Kind zur Welt. Zusammen mit ihrer Tochter Lotte verfolgte sie den deutlichen 31:19-Erfolg (20:9) ihrer HSG Preagberg gegen die HSG Dietesheim/Mühlheim.

Von Per Bergmann„Ihr müsst in der Abwehr wacher sein!“ Katrin „Schmiddy“ Müller sah, wie ihre Preagbergerinnen in den ersten Minuten nicht die nötige Aggressivität an den Tag legten. Von den mahnenden Worten ihrer Mutter bekam Tochter Lotte nichts mit – pünktlich zum Anpfiff bekam sie Kopfhörer aufgesetzt. „Gerade mit den Trommeln ist es in der Halle etwas zu laut für die Kleine“, findet die sorgsame Mama.

Die Mannschaft hört aber sehr wohl auf die Zurufe ihrer ehemaligen Mitspielerin und Trainerin. Nachdem das Spiel bis zum 3:3 (6.) noch ausgeglichen war, zog Preagberg das Tempo deutlich an. Vor allem „Flügelflitzerin“ Celine Born erwischte „einen Sahnetag“ auf Linksaußen, beobachtete Müller. Das Heimteam zog in der Folge auf 13:5 (20.) davon. Born glänzte am Ende mit 14 Treffern und einer perfekten Quote aus sieben Metern.

„Im zweiten Durchgang waren wir nicht mehr so souverän.“

„Nach einem etwas hektischen Start haben wir gerade in der Abwehr eine starke Leistung gezeigt“, findet Müller. „Daraus resultierten zahlreiche schnelle, einfache Tore“, die dem Gegner einen Elf-Tore-Rückstand zur Halbzeit bescherten.

„Im zweiten Durchgang waren wir nicht mehr so souverän.“ Der leichte Leistungseinbruch habe aber auch an der Rotation im Team gelegen. Angesichts des deutlichen Vorsprungs seien „viele Spielerinnen zum Einsatz gekommen, die sonst eher auf der Bank sitzen“. Daher habe es in der Folge „etwas mehr technische Fehler“ gegeben, die „zusammen mit der ruppigen Abwehr der Gegner“ ein wenig Unsicherheit ins Preagberger Spiel brachten.

„Wir warten alle gespannt auf ihre Rückkehr“

Obwohl das Team von Trainer Dennis Weih am Ende auch ohne die direkte Hilfe von „Schmiddy“ einen ungefährdeten Sieg einfuhr, würde sich der Coach über eine baldige Rückkehr freuen. Die gelernte Kreisläuferin zeichne sich neben ihrer Durchsetzungsstärke in der Offensive vor allem durch eine „robuste Abwehrarbeit“ aus. Noch wichtiger sei sie „als Typ und Charakter“, sagt Weih über die junge Mutter.

„Wir warten alle gespannt auf ihre Rückkehr“, erklärte Weih schon im Rahmen der Vorbereitung, die Müller verpasste. Wann es mit dem Comeback so weit sei, „das entscheidet sie aber natürlich selbst“. Da dürfte es den Trainer freuen, dass Müller ihre Rückkehr auf die Platte bereits fest im Blick hat: „Ich habe den Januar 2020 für mein Comeback angepeilt.“

Rückkehr vermutlich im Dezember

Noch früher einzusteigen, macht aus ihrer Sicht keinen Sinn: „Es bringt nichts, wenn ich einmal über den Platz rennen kann“, spielt sie auf ihre zurzeit mangelnde Kondition an. Im November wolle sie mit sogenanntem Tabata-Training beginnen, einem intensiven Intervalltraining, das die Stabilität sowie Kraft und Ausdauer fördert.

Erst danach – „idealerweise im Dezember“ – werde sie wieder die Handballschuhe schnüren und ins Mannschaftstraining einsteigen. 'Schmiddy' ist als Spielerin eine Institution und natürlich würde ich mich über ihrComeback freuen“, stellt Weih klar. Bis dahin verfolgt sie die Spiele ihrer HSG Preagberg zusammen mit ihrer Tochter Lotte von der Tribüne aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema